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Leserbrief

Nichts bringt uns vom Nein zum Kiesabbau ab

veröffentlicht am: 06.11.2026
Autor: Samuel Bosch
Lesedauer: ca. 3 Minuten

Zum Artikel „Baienfurt, Baindt und Vogt mit Kies-Klage gescheitert“ (DBSZ am 3. November) und zum Artikel „Durchsuchungsmaßnahmen im Baumcamp im Altdorfer Wald“ (DBSZ am 3. November)

Heute (3.11.) ist viel passiert. Der Tag, an dem in der Besetzung im Altdorfer Wald das Ergebnis der Klage der Gemeinde Baienfurt und des Wasserzweckverbandes Baienfurt-Baindt gegen den Kiesabbau erwartet wurde, begann eher unerwartet: Die Polizei rückte mit über 30 Fahrzeugen, SEK und Technischer Einheit an und durchsuchte alle Baumhäuser. Zusätzlich durchsuchten sie drei Wohnungen in Schlier, Oberankenreute und Weingarten. Technische Geräte und Literatur wurden beschlagnahmt. Zwei Personen wurden vorübergehend zur Polizeiwache gebracht. Hintergrund sind Straftaten, die nicht im Zusammenhang mit dem eigentlichen Waldbesetzungsprotest stehen. Wir verstehen den Einsatz als Einschüchterungsversuch.

Am Nachmittag wurde dann das Ergebnis der Klage gegen den geplanten Kiesraubbau bei Grund verkündet. Der Verwaltungsgerichtshof gab der Planung des Regionalverbands (RVBO) für das 10,9 Hektar großes Kiesabbauvorranggebiet, in dem die Waldbesetzung sich befindet, Recht. Dabei deckt das offizielle Wasserschutzgebiet der Weißenbronner Quellen nur etwa ein Drittel der tatsächlichen Wassereinzugsfläche ab. Geologen befürchten Verschmutzungen der Trinkwasserversorgung von Baienfurt und Baindt. Es liege nun am Landratsamt, die von Meichle+Mohr vorgelegten Gutachten zu Geologie, Wasser, Flora und Fauna kritisch zu prüfen, sagt Waldbewohner Joß Frederiki (22). Rosmarie Vogt (73) aus Weingarten ergänzt: „Wir als gesamte kiesraubbaukritische Bewegung in der Region haben in den letzten Jahren das Thema Trinkwasserschutz und die negativen Folgen des Kiesraubbaus wie den Straßen- und Betonbau ins öffentliche Bewusstsein gerückt.“

Wir setzen unsere Besetzung fort, so lange der Kiesabbau gestoppt werden muss. Auch eine Klage oder Polizeieinsätze bringen uns nicht davon ab. Schluss mit Kies-Profit, quak quak, denkt an Euren Schutzauftrag!
Samuel Bosch, wohnhaft im Altdorfer Wald

Anm. d. DBSZ-Red.: Samuel Bosch aus Ravensburg (23) lebt seit über fünf Jahren in einem der Baumhäuser im Altdorfer Wald, um gegen eine Rodung für den Sand- und Kiesabbau zu protestieren. Bekannt ist er für aufsehenerregende Klima-Protestaktionen wie die Besteigung des Brandenburger Tors 2021 und eine Kletteraktion am Ulmer Münsterturm (2024).

Die Meichle + Mohr GmbH ist ein familiengeführtes Kiesabbau- und -verarbeitungsunternehmen in Immenstaad, gegründet 1924, das nach eigenen Angaben mehr als 300 Mitarbeiter beschäftigt.

Leserbriefe sind Meinungsäußerungen. Die Redaktion der Bildschirmzeitung akzeptiert ein breites Spektrum an Meinungen. Nicht veröffentlich werden extremistische, persönlichkeitsverletzende oder offensichtlich wahrheitswidrige Äußerungen.

Bevorzugt veröffentlichen wir Leserbriefe zu lokalen und regionalen Themen. Aber auch Meinungsäußerungen zu allgemeinen Themen, die die hiesige Leserschaft bewegen, werden gerne entgegengenommen.

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Samuel Bosch
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06.11.2026
Lesedauer: ca. 3 Minuten
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