Eintürnen – Alljährlich eröffnet der Musikverein Eintürnen mit seinem Herbstkonzert jeweils am 31. Oktober in der Turn- und Festhalle Eintürnenberg den Reigen der Jahreskonzerte der Kapellen der Großgemeinde Bad Wurzach. Auch in diesem Jahr hat Dirigent Alexander Dreher wieder ein abwechslungsreiches Programm mit traditionellen Blasmusikklängen und modernen Melodien zusammengestellt, bei dem für jeden Geschmack etwas dabei war.
Nach der Begrüßung durch Vorstand Thomas Stärk – unter anderem den Stellvertretenden Bürgermeister Heinrich Vincon, den Ortsvorsteher Berthold Leupolz sowie neben zahlreichen Ehrenmitgliedern auch viele Musiker aus der Region – starteten die 46 vollmotivierten Musikanten nach einer sechswöchigen Probenzeit voller Elan mit der Polka „Unbeschwert ins Leben“ in ihr Programm. Diese Polka, geschrieben von Martin Scharnagl von Viera-Blech, vereint Lebensfreude und musikalische Raffinesse auf besondere Weise. Entstanden ist sie im vergangenen Jahr als Auftragskomposition des Blasmusikverbandes Tirol. Der Titel „Unbeschwert ins Leben“ ist dabei nicht nur Programm, sondern auch eine persönliche Widmung an seinen Sohn Elias. Das Stück spiegelt die Leichtigkeit, Freude und all die kostbaren Momente wider, die Eltern beim Heranwachsen ihres Kindes erleben. Eine musikalische Hommage an das Leben – voller Energie, Gefühl und unvergesslicher Erinnerungen. Heinz Schele, der durch das Programm führte, sagte in seiner Anmoderation zu dem Sponsor des Stückes – Holz- und Metallbau Fimpel – bei der Firma Fimpel hat man verstanden, dass Holz und Blech bestens harmonieren.
Irische Lebensfreude
Mit „Celtic Force“ des Schweizer Komponisten Martin Bürki setzten die Musiker um Alexander Dreher ein erstes musikalisches Ausrufezeichen. Bürki verpackte in dem von der Volksbank Allgäu-Oberschwaben gestifteten Stück viele irische Volkslieder die in sehr dynamischer Form die irische Lebensfreude wiederspiegelt. So gut wie jedes Register erhielt dabei Gelegenheit, sich solistisch auszuzeichnen.
Gemeinschaft mit Freunden und Gleichgesinnten
Ein ganz anderes Genre bedient „Fein sein, Beinander Bleibn“, von Martin Scharnagl, gesponsert vom Kräuterstüble, ist ein etwa aus dem Jahre 1867 stammendes Volkslied im Marschformat aus der Tiroler Heimat Scharnagls, der das Arrangement für Blasorchester schrieb. Der Mensch lebt nicht nur mit seiner Familie zusammen, sondern oft auch in Gemeinschaft mit Freunden und Gleichgesinnten. Es sind gerade diese Verbindungen, die dem Leben Halt geben und Sinn stiften. Das Tiroler Volkslied „Fein sein, beinander bleibn“ drückt diese Werte in besonderer Weise aus.
„Silva Nigra“, zu deutsch schwarzer Wald, ist eine Hymne auf den Schwarzwald und stammt aus der Feder von Markus Götz. Götz knüpft in seinem Werk „Silva Nigra“ an die Traditionen spätromantischer und impressionistischer Tonschöpfer an. In jedem Takt seines Werkes spürt man, dass er ein Könner im Umgang blasmusikalischer Parameter ist. Das Werk entstand als Auftragskomposition der Trachtenkapelle St. Märgen im Schwarzwald. Der Komponist schreibt zu seinem Werk: „In Form eines musikalischen Bilderbogens sollen Impressionen aus der Gegend um St. Märgen musikalisch kommentiert werden.“ Das Konzertwerk, gesponsert von „Engeser Fensterwelt“ war einer der Höhepunkte des Konzertes, nicht zuletzt auch wegen der dezenten, aber deswegen nicht minder gelungenen Choreinlage.
Die Komposition „Auf magischen Flügeln“ von Naoya Wada ist voller rhythmischer Energie und Lebensfreude. Mit diesem Mittelstufen Stück, gesponsert von der AXA-Agentur Bernhard Morhard, haben Orchester eine gute Gelegenheit ihr Können unter Beweis zu stellen. Mit einem vernünftigem Aufwand wird dabei ein maximaler Erfolg erzielt. Alle Register haben interessante Stimmen, insbesondere die Schlagzeuger werden dank detaillierter Stimmen besonders hervorgehoben.
Der Titel „Wir geben alles!“ von Kurt Gäble könnte auch für den Musikverein Eintürnen geschrieben sein, mit dem dessen Musiker aus der Pause zurückkamen. Die Auftragskomposition, die getreu dem Motto „Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus“ entstand, als die Stadtkapelle Oberriexingen bereits einige Jahre vor ihrem großen Jubelfest ein ganz besonderes Geschenk, nämlich ein eigenes Musikstück, beim Komponisten Kurt Gäble aus dem Allgäu bestellte. Es sollte eine Festmusik werden, die nicht nur das Jubiläumsjahr 2026 eröffnen, sondern den Musikverein in seinem Jahreskreis begleiten und schließlich zu seinem musikalischen Erkennungszeichen des Orchesters werden sollte. Es wurde ein Werk, das für jedes Register etwas bereithält. Kurt Gäble begeistert mit einer kraftvollen, optimistischen Komposition, die vor Energie, Leidenschaft und Tatkraft nur so strotzt. Darin kommen all die positiven Eigenschaften zum Ausdruck, die den Verein ausmachen: die enorme Bereitschaft, sich seinen vielfältigen Aufgaben komplett hinzugeben und alle Kräfte und Möglichkeiten, die den Musikern zur Verfügung stehen, maximal auszuschöpfen. Der Titel für dieses außergewöhnliche Geburtstagsgeschenk war somit schnell gefunden: WIR GEBEN ALLES! Das gelte auch für den Sponsor des Stückes Ewald Bodenmüller, merkte Moderator Heinz Schele an.
Das Queen-Medley im Arrangement von Masamichi Amano ließ die kultige Musik von einer der berühmtesten Rockbands aller Zeiten wiederaufleben. Dieses besondere Arrangement von Masamichi Amano wurde von Thomas Schele Lohn- und Dienstleistungsunternehmen gesponsert und enthält die größten Hits von Queen wie „Don’t Stop Me Now“, „We Will Rock You“, „We Are The Champions“ und „I Was Born to Love You“.
„Total eclipse of the heart“ stammt aus dem Musical „Tanz der Vampire“ von Jim Steinman und wurde durch die erst vor wenigen Monaten verstorbene Bonnie Tyler zum Welthit.
Angedacht hatte der US-amerikanische Komponist Jim Steinman die kraftvolle Ballade nämlich ursprünglich für seinen Landsmann, den für seine exzentrischen Bühnenauftritte und theatralisch-opernhafte Rockstimme bekannten Sänger Meat Loaf. Es war diesem von dem klassisch ausgebildete Komponisten und bekennenden Wagner-Liebhaber Steinman als ein bombastisches Epos auf den Leib geschneidert. Nachdem dieser nach diversen Unstimmigkeiten mit Steinman dafür nicht mehr infrage kam, bekundete Bonnie Tyler schließlich Interesse an dem Song. Sie erkannte auf Anhieb die enorme Kraft dieses gigantischen, der ein perfektes Beispiel für den Überschwang der 1980er-Jahre darstellt: Leidenschaft, Dramatik und ein exorbitant hoher Wiedererkennungswert sind die Zutaten für die vor Einsamkeit, Sehnsucht und Verlust triefende Geschichte. Der ebenso kraftvolle wie verletzliche Charakter der Musik passte perfekt zu Tylers „Reibeisen-Stimme“, die durch eine Operation zunächst in enorme Mitleidenschaft gezogen, später jedoch zu ihrem unverwechselbaren Markenzeichen wurde.
Die Eintürner spielten das Stück im Arrangement von Thiemo Kraas, Rosa Schöllhorn und Florian Weber sangen diesen Welthit im Duett, die Noten dafür wurden von Weber-Elelektrotechnik finanziert.
Wunderbar, Wunderbar, ein Medley von Manfred Schneider, wurde vom Autohaus Seitz gestiftet. Dabei sind Cole Porter und die Capri-Fischer, eine eher ungewöhnliche Zusammenstellung. Aber dieses nostalgische Schlager-Medley aus der Feder von Manfred Schneider verbindet nicht nur erfolgreiche Schlager der 1940er und 50er Jahre. Es vermittelt auch exemplarisch die Sehnsucht und das Gefühl der Wirtschaftswunder-Ära in Deutschland. Die Erinnerung an schöne Urlaubsreisen, Freiheit und Zukunft konnte mit diesem feinen Blasorchester-Medley durch den Musikverein Eintürnen sehr gut an das begeisterte Publikum weitergegeben werden.
Danach war natürlich klar, dass die Musiker nicht ohne Zugabe davonkommen würden. Dass sie dafür –„zu jedem guten Konzert gehört ein g´scheiter Marsch“ – ausgerechnet mit dem „Florentinermarsch“ von Julius Fucik einen der bekanntesten und erfolgreichsten Märsche überhaupt auswählten, den die Feuerwehr Eintürnen stiftete, bedeutete dann natürlich eines: Sie mussten noch eine weitere Zugabe geben.
Als zweite Zugabe die Zuckerl-Polka von Ľudovít (Ludo) Beleš im Arrangement von Franz Watz, die ebenfalls vom Kräuterstüberl gesponsert wurde.
Bericht und Bilder: Uli Gresser
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