
Liebe Leserinnen, liebe Leser, der Hitzesommer ist vorbei. Es ist Herbst, in den Bergen ist der erste Schnee gefallen. Aber es ändert nichts daran, dass es viel zu trocken ist. Der Wasserspeicher Bodensee zeigt es deutlich: der Pegel liegt 77 Zentimeter niedriger als im langjährigen Durchschnitt. Das spielt sich vor unserer Haustüre ab.
Vor einem Jahr in der Novemberausgabe sprachen wir mit dem Oberbürgermeister von Bad Waldsee Matthias Henne über das mögliche Biosphärengebiet in Oberschwaben. Er war vehementer Verfechter für ein solches nachhaltiges Entwicklungsprojekt – und scheiterte kläglich, in der eigenen Partei (CDU) und im eigenen Gemeinderat. Der Familienvater erklärte in BLIX: „Mir liegt sehr viel daran, dass wir unsere Heimat so gestalten, dass sie auch für kommende Generationen lebenswert bleibt.“ (BLIX, 11/2025, Seite 9)
Der OB blieb ungehört. Das Biosphärenprojekt ist am Widerstand der Grundbesitzer, des Adels und der Bauern, krachend gescheitert.
Nun steht am 9. November die nächste UN-Klimakonferenz an, dieses Mal trifft sich die Weltpolitik im türkischen Antalya. Und Klimaforscher warnen, dass die Erde mit der momentanen Klimapolitik bis zum Ende des Jahrhunderts auf 2,8 Grad Erwärmung gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter zusteuert. Das geht aus dem aktuellen Bericht des UN-Umweltprogramms Unep hervor. Selbst wenn alle Länder ihre bislang angekündigten Klimaschutzmaßnahmen umsetzen, würde die Erderwärmung laut der Berechnung bis 2100 um 2,6 Grad steigen. Das ist verheerend mehr als die 1,5 Grad, die 2015 im Pariser Abkommen als Ziel gesetzt wurden. Und dass wir davon nicht unberührt bleiben, zeigte dieser Sommer mit geschätzten 16.000 Hitzetoten alleine in Deutschland.
Einmal mehr ist es nicht das fehlende Wissen, das uns davon abhält, das Richtige, weil Notwendige zu tun. Es ist unser Egoismus und unsere Bequemlichkeit, die uns davon abhalten. Klar, die Politik sollte es richten, doch die PolitikerInnen orientieren sich ebenfalls an unserer Haltung … Denn nur dann werden sie (wieder)gewählt. Auch das konnte man im Kleinen, am Scheitern des Biosphärenprojekts studieren.
Und letztlich geht es um die Frage: Wo, wie und wozu nutzt der Mensch die Natur? Darüber wird derzeit auch in dem kleinen Ort Oberstetten in der Gemeinde Erlenmoos heftig diskutiert. Worum es dabei geht, erfahren Sie im Artikel „Wo die Lärche trällert“.
Dr. Roland Reck, Chefredakteur BLIX Magazin

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