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Bad Waldsee – Der Sommer 2026 war für den Stadtwald eine große Herausforderung. Bereits im Winter hatte es zu wenig Niederschläge gegeben, und auch im Frühjahr und Sommer setzte sich die Trockenheit fort.
Schon im Jahr 2025 musste im Stadtwald eine erhebliche Menge an Fichtenholz eingeschlagen werden, das durch den Borkenkäfer Buchdrucker geschädigt worden war. Die dadurch entstandenen großen Freiflächen sollten im Frühjahr 2026 wieder bepflanzt werden. Aufgrund der anhaltenden Trockenheit kam es bei diesen aufwendigen Pflanzungen jedoch zu erheblichen Ausfällen und damit zu einem großen finanziellen Schaden.
Unter den Bedingungen des Klimawandels ist es zunehmend schwierig, junge Bäume bei hohen Temperaturen und Wassermangel erfolgreich zum Anwachsen zu bringen. Auch die sogenannten Klimawandelbaumarten benötigen in ihrer Anfangsphase ausreichend Wasser – ohne dieses geht es nicht.
Ein weiterer Effekt der Trockenheit zeigte sich bei den Buchen. Diese hatten im Frühjahr sehr stark geblüht und entsprechend viele Bucheckern ausgebildet. Die damit verbundene Kraftanstrengung, die große Hitze, der Wassermangel und die intensive Sonneneinstrahlung setzten den Bäumen erheblich zu. Für die Blüte und die Entwicklung der Bucheckern benötigten sie viel Energie. Gleichzeitig verbrauchten sie aufgrund der hohen Temperaturen große Mengen Wasser, das im Boden jedoch kaum noch verfügbar war. Die intensive Sonneneinstrahlung führte zudem zu deutlichen Schäden an den Blättern.
Die Folgen wurden seit Anfang August an den Bäumen auf dem Döchtbühl und am Waldrand in Richtung Haistergau sichtbar, insbesondere auf den dortigen Moränenrücken. Seither sind zahlreiche alte Buchen und Lärchen vertrocknet und abgestorben. Nach Windereignissen lag im Tannenbühl bereits im August das rote Buchenlaub stellenweise zentimeterhoch auf dem Waldboden – ein Bild, das man sonst eher aus dem Herbst kennt.
Bäume müssen entnommen werden
Betroffen sind vor allem sehr alte Bäume im Alter von etwa 140 bis 160 Jahren. Aufgrund ihres Alters weisen sie bereits Vorschäden auf und sind weniger widerstandsfähig als jüngere Bäume. Der diesjährige Hitzestress und die gestiegenen Temperaturen haben ihren Zustand weiter verschlechtert. Diese Bäume müssen nun schweren Herzens entnommen werden.
Insbesondere im Tannenbühl werden die Waldwege stark genutzt. Deshalb ist es wichtig, die Verkehrssicherheit zu gewährleisten. Durch herabfallende Äste und abbrechende Kronenteile sowie durch umstürzende Bäume wäre das Risiko für Waldbesucher zu groß, wenn die abgestorbenen Bäume entlang der Wege stehen blieben. Die Holzerntearbeiten sollen in der Kalenderwoche 43 beginnen. Alle Waldbesucher werden gebeten, die Absperrungen unbedingt zu beachten.
Abseits der Wege bleiben solche alten Bäume aus ökologischen Gründen selbstverständlich in großer Zahl erhalten. Sie bieten wertvolle Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Wer die Wege verlässt, beispielsweise zum Pilzesammeln, sollte sich jedoch bewusst sein, dass abgestorbene Bäume auch dort Gefahren bergen können. Insbesondere bei Wind und Schnee können größere Äste oder Kronenteile abbrechen und herabfallen. Daher wird dringendst empfohlen, sich von abgestorbenen Bäumen fernzuhalten und bei entsprechenden Witterungsverhältnissen auf das Betreten solcher Bereiche zu verzichten.


































