Bad Wurzach – Mit Antje Häusser aus dem Landkreis Calw stellt seit Freitag, 11. September, eine arrivierte Künstlerin unter dem Motto Aha-Momente in der städtischen Galerie in Maria Rosengarten aus. Antje Häusser ist Mitglied im Württembergischen Kunstverein Stuttgart und im Verband der Künstlerinnen und Künstler Baden-Württemberg. Sie stellt regelmäßig aus und arbeitet als Kulturmanagerin im Kreis Claw.
Christel Linge, die gemeinsam mit Doris Schäfer die Ausstellungen der städtischen Galerie betreut, konnte sich an diesem Abend zur Eröffnung der 263. Ausstellung mit dem Titel „Aha-Momente“ über viele Besucher freuen. „Der Titel dieser Ausstellung fordert uns als Betrachter, auf diese Werke ausunterschiedlichen Blickwinkeln zu bestaunen, um Lichteffekte, Atmosphäre und andere Details in den Werken zu erkennen, um uns immer wieder neue Aha-Effekte zu erschließen.“
Karl-Heinz Buschle hieß die Künstlerin Antje Häusser und ihre Gastkünstlerin, ihr Patenkind Karla Maucher und deren Familien als stellvertretender Bürgermeister im Namen der Stadt willkommen. Es sei ihm eine besondere Freude dies zu tun, weil die Künstler gerne nach Bad Wurzach kommen und diese aus der Bevölkerung große Anerkennung erfahren würden.
Musikalisch begleitet von der „Band on set“
Nach einem weiteren Musikstück von der Band on set, bei der Karla Maucher den Bass betätigte und gleichzeitig auch einige ihrer Portraitbilder ausstellte, erläuterte Antje Häusser selbst ihre Werke und die Ausstellung. Mit der Eröffnung der Ausstellung schließe sich für sie nun ein Kreis. Denn vor einem Jahr kam sie während ihrer Reha in Bad Wurzach mit den beiden Ausstellungsmacherinnen Christel Linge und Doris Schäfer ins Gespräch, aus dem nun diese Ausstellung entstanden sei. „Umso schöner ist es, heute in dieser besonderen Umgebung der Galerie Maria Rosengarten zu stehen.“
„Moderne Werke in einem altehrwürdigen Gebäude – für mich ist das eine reizvolle und stimmige Ergänzung. Bei der Konzeption der Ausstellung war es mir wichtig, auf die Farben, die Atmosphäre und die Eigenheiten der Räume einzugehen. Die Arbeiten sollten nicht einfach nur hier hängen, sondern mit diesem Ort in einen Dialog treten“.
Antje Häusser beschäftigt sich seit ihrem 14. Lebensjahr mit der Fotografie. Dies war die Grundlage für ihr späteres Studium von Illustration, Fotografie und Design an der Hochschule für Gestaltung in Konstanz, unter anderem bei Andreas Maucher, dem Vater von Karla. Diesen verbindet eine besondere Beziehung zu Bad Wurzach und insbesondere Maria Rosengarten. Denn seine Mutter war hier in die Hauswirtschaftsschule gegangen. Bei einem Besuch an alter Wirkungsstätte wurde sie – nach mehr als 60 Jahren – von der Schwester an der Pforte wiedererkannt, so dass auch Andreas Maucher lange vor den meisten Wurzachern Zutritt ins Kloster erhielt.
Zurück zu Antje Häusser und der thematischen Gliederung der Ausstellung: Im Flur auf der anderen Seite des Treppenhauses stellt sie gerahmte Arbeiten zu Landschaften und Jahreszeiten aus. Der Gang beim Kinderbereich ist den Portraits gewidmet. „Im Flur beim Kapitelsaal sehen Sie Arbeiten auf Aluminium sowie zwei Trilogien. Im Saal schließlich begegnen Ihnen Leinwandarbeiten und Drucke auf gebürstetem Aluminium, die sich mit dem Verhältnis von Mensch und Umwelt auseinandersetzen.“
Der Titel „„Aha Momente“ sei zugleich Einladung und Programm: „Ich wünsche mir, dass Sie beim Betrachten der Arbeiten ins Entdecken kommen – dass sich beim näheren Hinsehen, beim Wechseln des Blickwinkels oder durch ein Detail plötzlich ein solcher Aha-Moment einstellt.“
„Ich arbeite häufig mit Wortspielen – wie auch beim Titel dieser Ausstellung. In meinen Bildern verwende ich Fotografien, die gezielt entstehen, aber auch Motive aus meinem Archiv oder aus alten Glasplattenarchiven. Dazu kommen Zeichnungen, Grafiken, Strukturen, Typografie und Buchstaben. All diese Elemente werden zu neuen Kompositionen zusammengefügt.“ Die Inhalte entstehen mal spielerisch, aber auch mal in einer kritischen Auseinandersetzung.
Thema „Wege“
Eines der Werke wurde von Häusser extra für die Ausstellung in Bad Wurzach gestaltet. Ein Thema beschäftigt die Künstlerin aktuell sehr: „Das Thema Wege beschäftigt mich derzeit sehr: Lebenswege, Ortswege, Wege, die wir gehen, wählen, verlassen oder weitergeben. Mit einem dieser Motive, „Weg 2“, gewann sie den Plakatwettbewerb der Diözese Rottenburg Stuttgart „Promotion Democracy“.
Im Gang hängt eine Trilogie zum Thema Besonderheiten des Landkreises Calw, wobei eines, das Bild „Wald“ eine Auszeichnung erhielt. Die andere Trilogie im Flur befasste sich mit dem Thema Wein und wie er entsteht: Von der Pflanze, über das Wachsen bis zur Frucht. „Diese Entwicklung, dieser Kreislauf und die Veränderung im Lauf der Zeit waren für mich besonders spannend.“
Die Trilogie „Madame Monville“ im Saal schließlich zeigt eine Frau, die sich in der Stadt Calw behauptet. „Die Lichteffekte der Hintergründe wurden durch Schrift und Buchstaben erzielt“, erzählte Antje Häusser. Diese Reihe sei im vergangenen Jahr im Rahmen des Stadtjubiläums 950 Jahre Calw entstanden.
Im Anschluss daran hatten die Besucher noch Gelegenheit, mit der Künstlerin ins Gespräch zu kommen, oder sich selbst auf den Aha-Effekt einzulassen.
Ausstellung noch bis 6. November
Die Ausstellung ist bis zum 6. November zu den üblichen Öffnungszeiten der Stadtbücherei zu sehen. Die Bilder sind käuflich erwerbbar, auf Wunsch kann Antje Häusser auch andere Formate erstellen.
Bericht und Bilder: Uli Gresser
Weitere Bilder in der Galerie



























