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Bad Waldsee – Am Donnerstagabend ging das dritte Genussvesper, initiiert von der Bad Waldseer Bauernschule, über das Pflaster an der Grabenmühle. Bei anfangs heißen, später angenehmen Temperaturen kam auch die dritte Auflage beim Publikum gut an. Der Abend war von Ministerialdirektorin Isabel Kling und Oberbürgermeister Matthias Henne eröffnet worden. Erzeuger gaben Einblicke in ihre Arbeit und boten ihre Produkte feil.
Nein, das Format ist noch lange nicht abgevespert. Tische und Bänke waren gut gefüllt und es waren auch wieder etliche Selbstvermarkter am Start. Von Anfang an dabei der Mostbauer mit seinen Aronia-Säften, das Kloster Reute mit eigenen Kräutern, der Biohof Hepp mit Gemüsen und Säften sowie die Hofkäserei aus Ellerazhofen. Den Verkaufswagen der Genussbäckerei aus Leutkirch kennen die Waldseer Marktgänger schon lange, ebenso den Wagen vom Biohof Schad aus Steinhausen an der Rottum. Neu mit von der Partie war die Stiftung Liebenau mit Gemüse aus der eigenen Gärtnerei.
Die Stimmen zum Erfolg des Formats waren allerdings ein bisschen gemischt. Während sich Hepps aus Mittelurbach mehr Aufmerksamkeit für ihren Hof wünschten (wenn man von Bad Waldsee Richtung Volkertshaus fährt, der zweite rechts mit dem großen Kunststoffgockel davor), die Liebenauer von der Kauflust der Waldseer am Abend etwas enttäuscht waren und auch die Schwester vom Kloster Reute meinte, auf anderen Märkten würden sie schon mehr verkaufen, war der Genussbäcker recht zufrieden.
„Käse ist bei den Temperaturen nicht einfach zu verkaufen“, meinte Tabea Minsch von der Hofkäserei. Ganz begeistert zeigte sich Andreas Honisch von den HonischBienen. „Das erste Mal war super, das zweite Mal gut, und heute ist es ein bisschen heiß. Jetzt warten wir mal auf einen kühlen September.“

Ganz zufrieden zeigte sich auch Petra Roggenkamp von der Bauernschule. Die Bauernschule ist ja Ideengeberin und Veranstalterin des Genussvespers. Sie hatte auch allen Grund dazu: Die Menschen kamen, saßen zusammen, unterhielten sich und genossen den sommerlichen Abend. Die Kinder erfreuten und erfrischten sich am Wassergraben.
Wer schon öfters beim Genussvesper war, wurde nicht enttäuscht von den Salatbowls. Jedes Mal waren sie ein bisschen anders zusammengestellt. Diesmal mit Maultaschen-Stücken als Topping. Die Bowls natürlich immer in vegetarischer und nicht vegetarischer Version. Diesmal gab’s noch kleine knusprige Seelen dazu. Gertränke wie immer von Klingeles Weinstand. Wer wollte, konnte natürlich seine frisch erworbenen regionalen Spezialitäten ebenfalls an Ort und Stelle verzehren.
Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus dem Gemeinderat, der Vizepräsidentin des Landesbauernverbandes Roswitha Geyer-Fässler, der Präsidentin des LandFrauenverbandes Württemberg-Hohenzollern Christa Fuchs und Katharina Eckel von der Bio-Musterregion Ravensburg machten sich die Ehrengäste bei einem kleinen Rundgang über den Markt ein Bild von der Vielfalt der angebotenen Produkte. An den einzelnen Ständen blieb dabei nicht nur Zeit um die regional produzierten Lebensmittel zu probieren, sondern auch Zeit um mit den Erzeugerinnen und Erzeugern ins Gespräch zu kommen.
Die Produzentinnen und Produzenten berichteten von ihrer täglichen Arbeit, von aktuellen Herausforderungen und davon, was es heute bedeutet, hochwertige Lebensmittel in der Region zu erzeugen und zu vermarkten. Gleichzeitig war vor allem eines deutlich zu spüren: die Begeisterung und Überzeugung, mit der sie hinter ihren Produkten und ihrer Arbeit stehen. Gleichzeitig ist sichtbar geworden: Unsere Region bietet eine große Vielfalt an wertvollen Lebensmitteln, welche von Menschen mit viel Wissen und Herzblut produziert worden sind. Das GenussVesper ist als Kooperationsveranstaltung im Rahmen der Projekte „GenussRegion Bad Waldsee“, welches an der Bauernschule Bad Waldsee angesiedelt ist und dem städtischen Projekt „Gesunde Stadt“, entstanden. Für den Projektleiter der GenussRegion Bad Waldsee, Dr. Florian Straub, verbindet der Genuss regionaler Produkte gleich mehrere Aspekte: Wertschätzung für die Landwirtschaft, regionale Wertschöpfung und ein besonderes Geschmackserlebnis. Der zentrale Leitgedanke der GenussRegion „anbauen.veredeln.genießen.“ wird beim GenussVesperlebendig und verbindet regionale Produkte mit einem genussvollen Feierabenderlebnis.
Das dritte Genussvesper war wieder ein gemütlicher Sommerabend mit regionalen Anbietern, guten Gesprächen und der Gelegenheit, Bekanntes wiederzutreffen und Neues kennenzulernen.
Text und Fotos: Erwin Linder
Nachstehend viele Bilder in der Galerie






















































