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Bad Waldsee – „Statussymbol Vape zu verschenken?“ – Bei den Präventionsveranstaltungen für die 9. Klassen am Gymnasium Bad Waldsee sind die Schüler und Schülerinnen mit dem Trainer Andi Salzer allein und das ist auch gut so, denn es geht ja hier um sehr Persönliches. Will man vermeiden, dass Schüler und Schülerinnen Gefahr laufen, Drogenkarrieren zu beginnen und Entscheidungen zu treffen, die größere für sie schwerwiegende Konsequenzen haben, hat es sich bewährt, Räume zu schaffen, in denen über Zukunft, Wünsche, Hoffnungen und Sorgen altersgerecht und motivierend nachgedacht und gesprochen werden kann.
Berichte über Präventionsveranstaltungen haben daher vor allem die Aufgabe, zu informieren, dass etwas getan wird – im Nachgang ist dann auch regelmäßig zu prüfen, ob die Veranstaltungen gerne angenommen werden. Das erkennt man in Bad Waldsee daran, dass die 9. Klassen zum ehemaligen Streetworker und langjährigen Coach im Bereich Suchtprävention auch dieses Jahr wieder schnell Zugang gefunden haben und bereitwillig und motiviert am Nachdenken über das eigene Leben teilgenommen haben.
Im Fokus stehen während der Veranstaltungen aber auch immer die neuen Verlockungen, die den Jugendlichen angeboten werden und über die in den Trainingsstunden daher gesprochen wird. Drogen verkaufen und vermarkten sich immer ausgefuchster und auf eine Art und Weise, welche dem Bedürfnis der Jugendlichen nachkommt, ihr eigenes Profil zu generieren – was ja vor allem Online und beim eigenen Stil eine Rolle spielt.
Es zeigt sich nun, dass beispielsweise Vapes nicht nur attraktiv sind, weil Eltern kurz nach dem Gebrauch keinen Rauch mehr riechen können, sondern, weil man sich Farbe, Form, Style und Geschmacksrichtungen wählen kann. Insofern als man hier wieder „Follower“ finden kann, können solche Details die Droge attraktiver machen und verharmlosen. Snus beispielsweise, die kleinen Beutel mit Tabak oder Nikotin, die man zum Konsum unter die Oberlippe legen kann, werden in verschiedenen Dosen verkauft, die keine abschreckenden Bilder zeigen, die bei Zigaretten vor Folgen des Rauchens warnen und angebracht sein müssen. Auch nutzen die Vertriebe häufig Sportler und andere Stars um Product-Placement zu betreiben bzw. Sportler auf der Spielerbank zu zeigen, wie sie diese konsumieren, scheinbar zufällig. Das wäre dann wohl das Gegenteil von Präventionsarbeit, welche sich an Schulen seit Langem bewährt hat.
Wenn nach der Präventionsveranstaltung einige Schüler und Schülerinnen ihre liebgewonnene Vape dem Coach überlassen, ist das ein großer Erfolg. In letzter Zeit, so Andi Salzer, gelang das wieder häufiger. Und auch das Bild vom Wasserball sorgt für viel Einsicht. Drogen können Probleme eine kleine Weile unterdrücken, tauchen aber plötzlich – wie der Wasserball – wieder an der Oberfläche auf und das dann meist sehr deutlich. Bei den Veranstaltungen am Gymnasium Bad Waldsee vom 23.9.26 bis 25.9.2026 waren die Jugendlichen offen und gesprächsbereit. Es zeigte sich auch wieder, wie wichtig stärkende Beziehungen zu Eltern und Freunden, aber auch Freizeitbeschäftigungen und Interessen aller Art für die eigene Fähigkeit sind, anspruchsvolle und frustrierende Zeiten auch drogenfrei zu meistern.






























