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Kam mit seinem Horch Wanderer, Baujahr 1931

Der 91-jährige Karl Ehrmann war der wohl älteste Fahrer beim Roter Oldtimer-Corso

Foto: Ulrich Gresser
Ansager Walter Engeser beim Interview mit Karl Ehrmann an dessen Horch Wanderer, dem ältesten Fahrzeug beim diesjährigen Corso (das Auto ist vier Jahre älter als sein Fahrer).
veröffentlicht am: 13.08.2026
Autor: Uli Gresser
Lesedauer: ca. 4 Minuten

Rot an der Rot – Alljährlich kommen seit vielen Jahren Oldtimerfreunde aus ganz Oberschwaben und dem angrenzenden Bayrisch-Schwaben mit ihren motorisierten Schätzen, Zweiräder, Autos und vor allem geschmückte Traktoren aus zahlreichen Epochen zum Dorffest nach Rot an der Rot.

Wie üblich eröffnete eine Musikkapelle den Corso, in diesem Jahr die Kapelle des Musikvereines Kirchberg Iller, bevor sich die Karawane vom Oberen Tor durch die Flohmarktstände und Zuschauermassen hindurch bis hinunter zum Unteren Tor schlängelte. Vom Fahrrad mit Hilfsmotor bis zum höllisch lauten Riesentraktor-Oldtimer war so ziemlich alles vertreten, was mindestens zwei Räder zum Fahren hatte. Das erste Fahrzeug, das der Musikkapelle folgte, entsprach zwar nicht ganz den Anforderungen – der Yamaha-Roller dürfte für einen Oldtimer zu jung gewesen sein – dafür war die Besatzung sozusagen „im Auftrag des Herrn“ unterwegs, es waren Mönchsdarsteller des Freilichtspieles…

325 Fahrzeuge

In diesem Jahr waren es 325 Fahrzeuge, die angemeldet wurden und damit sogar 13 mehr als im Vorjahr. Das älteste stammte aus dem Jahre 1931, das Jüngste war Baujahr 1999. Die PS-Zahlen variierten von 1,25 bis zu 290 PS, beim Hubraum von 49 Kubikzentimeter bis zu 15.000.

Wie in jedem Jahr beteiligte sich auch Karl Ehrmann aus Bad Wurzach wieder mit einem seiner Oldtimerschätze. Dieses Mal war er mit seinem Horch Wanderer aus dem Jahr 1931 gekommen. Es war in diesem Jahr das älteste Fahrzeug. Mit an Bord hatte er seinen Enkel und dessen Freundin, die auf dem Rücksitz Platz genommen hatte und von Karl Ehrmann liebevoll „unsere Prinzessin“ genannt wurde. Natürlich wurde Karl Ehrmann zu einem kurzen Interview mit Schnellsprecher, Ansager und Publikums-Animateur Walter Engeser gebeten.

Dessen AssistentInnen hatten übrigens einen schweißtreibenden Job: Sie mussten immer wieder den Berg hochlaufen und in der Liste nach der entsprechenden Fahrzeugnummer suchen, damit Engeser die wichtigsten Informationen gleich parat hatte. Bei über 30 Grad nicht unbedingt vergnügungsteuerpflichtig!

Direkt hinter Ehrmann folgte dann der riesigen, Rauchwolken ausstoßende Massai-Ferguson Traktor aus dem Jahre 1969. Bei diesem Fahrzeug durfte man spekulieren, wie es überhaupt mit seinen riesigen Dimensionen durch das Obere Tor gekommen war. Bereits ähnliche Dimensionen wie heutige landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge hatten auch die Räder der MB-Trac´s aus den 1970er Jahren, die bald darauf folgten. Da wünschte man sich fast wieder in die Zeit der fünfziger und sechziger Jahre zurück, als Traktorfahren noch eine gemütliche Angelegenheit war. Und wo man noch richtigen Dieselduft einatmen durfte.

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Wie die Zuschauer bei den vielen Traktorenschätzchen. Angefangen vom wunderbar geschmückten Porsche-Diesel. Längst der Vergangenheit angehörende Marken wie Hanomag, Hela, Eicher oder Güldner, um nur einige zu nennen, waren bei dem alljährlichen Spektakel vertreten. Und besonders herausgeputzt und oft mit der holden Weiblichkeit im Dirndl auf den häufig unbequemen – weil ungepolsterten -Beifahrerplätzen.

Ein weiteres ganz besonderes Fahrzeug präsentiert alljährlich der Fuhrunternehmer Max Wild aus der Roter Nachbargemeinde Illerbachen. Er kommt jedes Jahr mit dem LKW, mit dem er sein Unternehmen gegründet hat, zu der Ausfahrt. Und wurde natürlich ebenfalls von Engeser interviewt.

Bei den Pkws war zwischen einem Cadillac Cabrio aus den 1990ern und dem schon erwähnten Horch von Karl Ehrmann einiges vertreten. Darunter ein sehr seltenes Exemplar eines VW-Polo mit Stufenheck. Nicht fehlen durften natürlich eines der ersten „Reisemobile“ der VW-Bulli oder das italienische Lastenfahrzeug, die Ape.

Die Zweirad-Fraktion wurde hauptsächlich von Mofa, Moped und Roller-Modellen wie Hercules, Zündapp oder Vespa dominiert. Sehr beliebt waren in den fünfziger und sechziger Jahren dabei die NSU Quickly, mit denen zahlreiche „Zweirad-Karrieren“ damaliger Jugendlicher begannen. Einen Hauch Exklusivität verströmte ein einst in der ehemaligen DDR beliebtes Moped der Marke Simpson. Inzwischen ist es aber auch im Westen ein gesuchtes Sammlerstück. Apropos DDR: Auch ein Trabant Modell 601 verströmte diesen ganz besonderen Zweitakter-Duft.

Mit dem letzten Fahrzeug, einem Allgaier Diesel Traktor, traf dann auch noch Stefan Sigg, der Vorsitzende des Dorffestvereines, bei der Bühne am Rathaus ein, um sich davon überzeugen, dass alles gut verlaufen ist.
Text und Fotos: Uli Gresser

Viele Bilder in der Galerie

Zum Roter Dorffest ein weiterer Bericht nachstehend unter „Lesen Sie hierzu auch“

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