Bad Wurzach – Die diesjährige Torfwerkshockete des Heimatvereines „Wurzen“ und der Torfbähnlesfahrer bot einiges an Attraktionen. Die Bähnlesfahrer hatten alle Hände voll zu tun, um den Besucheransturm – bei bestem Wetter – zu bewältigen.

Warten auf den nächsten Zug.
Es war viel los im an den Museumsteil angebauten Lokschuppen, der bei der Hockete immer zum Partyraum wird, während die Loks, die dort für gewöhnlich unterkamen, endlich auch wieder ein wenig frische Luft schnuppern konnten.

Für die musikalische Begleitung der Veranstaltung sorgte im Lokschuppen, wo die Verköstigung der Festbesucher stattfand, der Alleinunterhalter Walter (Bild) mit vielen Oldies. Eine weitere musikalische Gruppe waren die Jagdhornbläser Bad Wurzach, für die das Torfmuseum aufgrund ihrer monatlich stattfindenden Veranstaltungen kein Neuland ist. Dass sie nicht nur auf festem Grund tonsicher sind, bewiesen Sie auch bei ihrer Fahrt mit dem Torfbähnle, wo sie auch die bahnbedingten Unebenheiten elegant auszugleichen wussten.

Apropos Bahn: Zeitweise war es nicht nur auf dem Bahnsteig, sondern auch auf den Gleisen des im Stundenrhythmus verkehrenden Torfbähnles richtig voll. Denn neben dem immer voll besetzten Hauptzug fuhr ein zweiter etwas kürzerer Zug direkt dahinter. Und diesem folgten dann noch die beiden österreichischen „Arbeitsbienen“, die früher ihren Dienst in Steinbrüchen versehen hatten. Während auf der kurzen Lore der einen Lok eine Bank für zwei Passagiere in Fahrtrichtung eingebaut war, mussten die Passagiere der zweiten Lok in der angehängten Lore auf Brettern die Fahrt verbringen. Wer fragte, ob dies auf der holperigen Riedstrecke nicht sehr unbequem sei, bekam zur Antwort: „Das ist bequemer als es aussieht.“
Draußen beim Haidgauer Torfwerk erhielten die Passagiere dann auch noch ein wenig Geschichtsunterricht zum Thema Torfabbau. Denn aus den beiden Torfwerken entstanden ja vor vielen Jahren das oberschwäbische Torfmuseum und dank der zahlreichen fleißigen Handwerker im Verein dann auch das Torfbähnle mit seiner Fahrstrecke entlang des Kanals.
Das Fest erfreut sich nicht nur bei Einheimischen großer Beliebtheit, die dann meist mit dem Fahrrad „angereist“ kommen. Ein Blick auf die entlang der Lkw-Spur der nahen Glasfabrik geparkten Autos offenbarte: Es kommen viele Besucher von weiter her, aus der Schweiz, aus Österreich und Bayern. Die beiden eigens aus Vorarlberg und Tirol herantransportierten Loks unterstreichen das internationale Flair, das sich das Fest im Laufe der Jahrzehnte erarbeitet hat. Auch Bad Wurzachs neuer Bürgermeister Florian Schiller war gekommen und zeigte damit seine Wertschätzung für den für den Tourismus-Standort Bad Wurzach wichtigen Verein.
Das Fest ließ sich natürlich auch der kürzlich zum Ehrenpräsidenten des Vereines ernannte Winfried Vinçon nicht entgehen, der lange Jahre treibende Kraft hinter der Vereinsentwicklung und dem Fest gewesen war.
Das Torfstecher-Essen
Die Spezialität des Hauses, das Torfstecher-Essen mit „Backstein-Käse“, Quark, Schnittlauch, Zwiebeln und Kartoffeln, aber auch die bei solchen Anlässen üblichen Steaks, Rote und Pommes standen wieder auf dem Menüplan der Bähnlesfahrer.
Aber das Torfstecher-Essen war nicht das einzige kulinarische Highlight, das Markus „Vinne“ Vinçon, der Capo der Bähnlesfahrer, und sein rund 30-köpfiges Arbeits-Team für die zahlreich zum Torfbahn-Bahnhof gepilgerten Besucher vorbereitet hatte. Denn es gab auch noch selbstgebackene Kuchen zum Nachmittagskaffee.
Text und Fotos: Uli Gresser
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