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Kommentar

Ein Zuschuss wäre sachgerecht

veröffentlicht am: 28.07.2026
Autor: Gerhard Reischmann
Lesedauer: ca. 2 Minuten

Dr. Wolfgang Hübner, ein engagierter Bürger, der sich gelegentlich im Gemeinderat zu Wort meldet, hat am Montagabend eine Bezuschussung der Kurhaus-Genossenschaft angeregt. Ihm ist beizupflichten.

Es gibt in der öffentlichen Wirtschaft natürliche Defizite. Leistungen der öffentlichen Hand, die kostendeckend nicht zu erbringen sind. Schwimmbäder zum Beispiel, Theater, Friedhöfe, Buslinien. Der Wurzacher Weihnachtsmarkt. Und eben auch Stadthallen.

Das Bad Wurzacher Kurhaus wird von der Kurhaus-Genossenschaft bewirtschaftet. Stadtverwaltung und Stadtgesellschaft betrachten das Projekt wohlwollend. Die Pacht in Höhe von 3000 € im Monat ist für ein Anwesen dieser Dimension maßvoll, keine Frage. Den Verzicht auf eine vollkostenorientierte Pacht kann man als versteckte Subvention werten.

Die Stadt als Eigentümerin des Kurhauses trägt auch die Baulast. Das versteht sich von selbst.

Wolfgang Hübner hat es vorgerechnet. Für die Deckung der Saalkosten bräuchte es eine Saalbelegung, die zu erreichen illusorisch ist.

Gewiss, Hübner hat bei seiner Divisionskalkulation den Erlös aus Verzehr außer acht gelassen. Aber seine Rechnung macht deutlich: Der Saal-Abmangel ist durch Belegungsmaximierung kaum auf Null zu bringen.

Dass der Kursaal „funktioniert“, ist im Interesse der Gemeinde, ist im Interesse von uns allen.

Den Saal aus dem Stadtsäckel zu bezuschussen wäre unseres Erachtens sachgerecht.

Andere Gemeinden machen das.

Ein Zuschuss sollte eine spürbare Hilfe sein. Das gesamte Defizit zu übernehmen wäre aber ein Rückfall in alte Zeiten. Nein, Giorgio Maucher und sein Team sind gehalten, den Kursaal attraktiv zu bespielen und damit das Defizit zu minimieren. Sie müssen sich anstrengen und sie werden sich anstrengen – auch wenn ihnen die Stadt unter die Arme greift: Gerade dann. Denn Steuerzahlers Geld verpflichtet.
Gerhard Reischmann

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