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Bilder der Freundschaft

Wangen und Wil schlagen ein neues Kapitel ihrer Freundschaft auf

OB Lang und Stadtpräsident Hans Mäder unterschreiben die Urkunden zur Begründung der Städtepartnerschaft. Zeugen sind Gemeinderäte und Vertreter der Trachtenvereine aus beiden Städten. Die entsprechende Amtshandlung war bereits am 4. Juli in Wil vorgenommen worden, auf den Tag genau 600 Jahre nach der Geburt von Ulrich Rösch in Wangen.
veröffentlicht am: 12.07.2026
Autor: Susanne Müller, Stadt
Lesedauer: ca. 7 Minuten

Wangen – Zu einem besonderen Anlass hatten sich am Samstag, 11. Juli, Bürgerinnen und Bürger aus Wil in der Schweiz und Wangen auf dem Marktplatz vor dem Rathaus versammelt: Stadtpräsident Hans Mäder (Wil)  und Oberbürgermeister Michael Lang setzten zum zweiten Mal ihre Unterschriften unter die Urkunden, die die Partnerschaft beider Städte offiziell besiegeln (vor einer Wochen war selbiges in Wil geschehen). Zeugen waren Mitglieder der jeweiligen Stadtpolitik und der Trachtenvereine. Umrahmt war der offizielle Festakt vom Sommerabendkonzert der Stadtkapelle, das sie gemeinsam mit der Stadtharmonie Wil spielte. Den Auftakt bildete der Auftritt des Jugendblasorchesters. Nachstehend Bilder vom Wil-Tag in Wangen sowie ein ausführlicher Bericht.

Am Marktstand hat das Team um Ruedi Schär (Zweiter von links) 18 Kilo Wiler Käse verkauft.

Stadtprädient Hans Mäder und OB Michael Lang spritzen zum offiziellen Neustart des Wiler Brunnens.

OB Michael Lang und Fabienne Bettschen überreichen Ruedi Schär, langjähriger Wangen-Freund, eine Fotomontage, die bestens ankommt.

Stadtpräsident Hans Mäder übergab eine Namenstafel für den „Schweizer Platz“.

Vierblättriges Kleeblatt: Stadtpräsident Hans Mäder hält die neue Tafel mit den Namen und Wappen aller Wangener Partnerstädte hoch; die Tafel steht jetzt an allen Stadteingängen.

Ruedi Schär (rechts) und Stadtpräsident Hans Mäder übergeben eine Kopie der ältesten Farbdarstellung von Wil aus dem 17. Jahrhundert an OB Lang.

Die Dirigenten und der Komponist: Andreas Signer leitet die Stadtharmonie Wil (rechts), Tobias Zinser (Mitte) die Stadtkapelle Wangen und Oliver Waespi schrieb die Hymne zur Partnerschaft „Temporum Pace“.

Die beiden Stadtoberhäupter zeigen die unterschriebenen Urkunden.

Der Wiler Parlamentspräsident Dominik Egli (links) und Stadtpräsident Hans Mäder tragen sich ins Goldene Buch der Stadt Wangen ein.

Die Stadtharmonie Wil spielt vor einem vollen Marktplatz.

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Die Stadtkapelle Wangen unter der Leitung von Tobias Zinser spielte ihr Konzert in die Sommernacht hinein.

Ein Abend voller Harmonie: Der Wil-Tag in Wangen endete mit Musik.

Vor 600 Jahren

Mit Blick auf den 4. Juli 2026 in Wil, als die Partnerschaft erstmals besiegelt wurde, bezog sich Oberbürgermeister Michael Lang auf den gemeinsamen Vorfahren Fürstabt Ulrich Rösch. In Wangen am 4. Juli 1426 geboren, baute dieser in Wil das Macht-, Wirtschafts- und Gesellschaftszentrum mit dem Hof zu Wil. Zu seinem 600. Geburtstag wurde der Hof nach jahrelanger Sanierung wieder eröffnet – ein bestens geeigneter Anlass für die Partnerschaftsfeier. „Die beiden Städte haben also 600 Jahre auf dieses Fest gewartet“, sagte OB Lang scherzend zum Auftakt einer kurzweiligen Feier. Mit dabei waren auch die jeweiligen Vorgänger der heutigen Stadtoberhäupter, Alt-OB Dr. Jörg Leist und Bruno Gähwiler aus Wil.

OB Lang und Stadtpräsident Hans Mäder gingen auf frühere Begegnungen ein, beispielsweise zur Landesgartenschau. Hans Mäder war schon häufig in Wangen gewesen. Und zeigte sich begeistert vom Wangener Wetter 2026, denn vor zwei Jahren habe er bei zehn Aufenthalten nur einmal die Sonne gesehen. Mit Blick auf die Laufstafette sagte Lang: „Wenn man auf der Strecke nach Wil läuft, weiß man, welch‘ schöne Landschaft und gemeinsame Kultur uns verbindet.“

„Unser Weg ist die Begegnung“

Mit der Unterschrift unter die Urkunden ende und beginne gleichzeitig ein Weg, sagte Hans Mäder. Der Weg des Kennenlernens habe nun einen Höhepunkt und ersten Abschluss gefunden. Man stehe am Kipppunkt zwischen Vergangenem und Künftigem. Kriege ließen sich nicht durch Waffen, sondern durch Verständnis der Menschen untereinander verhindern, sagte er und bekam viel Applaus. „Unser Weg ist die Begegnung zwischen den Menschen“, sagte er. Es sei eine Ehre und Verpflichtung zugleich, den Bodensee zu einer Brücke zwischen den Völkern zu machen und an einer gemeinsamen Zukunft zu bauen. Gemeinsame Aktivitäten jeder Art, die diesem Zweck dienten, seien willkommen.

Ruedi Schär war der Motor

Hans Mäder und der jahrelange Werber für die engen Beziehungen zwischen beiden Städten, Ruedi Schär, übergaben als Gastgeschenk die Kopie der ältesten farbigen Stadtansicht von Wil. Sie stammt aus dem 17. Jahrhundert. „Auf ihr ist alles zu sehen, was Ulrich Rösch gebaut hat: den Hof zu Wil, den Weiher direkt unterhalb und die Kirche St. Nikolaus“, erläuterte Ruedi Schär. OB Lang dankte herzlich dafür und versprach, dass es einen würdigen Platz bei den anderen Bildern aus den Partnerstädten im Rathaus bekommen soll.

Lang lud zur Pflege der Partnerschaften ein

OB Lang lud alle Bürgerinnen und Bürger ein, sich nun auch an der Pflege der neuen Partnerschaft zu beteiligen. Mit Prato und La Garenne-Colombes verbinde Wangen schon über viele Jahre lebendige Partnerschaften, sagte OB Lang. Es folgten die Unterschriften der beiden Stadtoberhäupter auf die von Fabienne Bettschen entworfenen Urkunden. Ins Goldene Buch der Stadt trugen sich Parlamentspräsident Dominik Egli und Stadtpräsident Hans Mäder ein.

Der Festakt endete mit den Nationalhymnen

Zum feierlichen musikalischen Rahmen gehörte in Wangen wie zuvor in Wil der gemeinsame Auftritt der Stadtkapelle Wangen mit Dirigent Tobias Zinser und der Stadtharmonie Will unter der Leitung von Andreas Signer. Die rund 120 Musikerinnen und Musiker spielten das eigens vom Schweizer Komponisten Oliver Waespi geschriebene Stück „Temporum Pace“. Waespi griff dabei auf Noten von Notker Balbulus aus dem 9. Jahrhundert zurück, die zu jenen gehörten, die Ulrich Rösch sicherte und die heute noch im Archiv des Klosters St. Gallen zu finden sind, wie er im Gespräch mit OB Lang verriet. Der offizielle Festakt endete mit den Nationalhymnen beider Länder.

Im Anschluss spielte zunächst die Stadtharmonie Wil ein vielfältiges Programm, bevor die Stadtkapelle ihr traditionelles Sommernachtskonzert gab. Auch dort gab es einen gewissen Schweizer Schwerpunkt durch die von Dirigent Tobias Zinser ausgewählten Stücke eidgenössischer Komponisten. Zwei Zugaben fordert das Publikum ein.

Der Tag mit Wil

Der gesamte Tag hatte schon im Zeichen Wils gestanden. Morgens war Ruedi Schär mit Freunden sowie unterstützt von Fabienne Bettschen und Joachim Allmendinger an einem Marktstand vor dem Bürgeramt und verkauften Wiler Produkte: Wein, Käse und den berühmten Mandelfisch. Allein 18 Kilogramm Käse ging weg. Dazu gab es viele Infos zur Stadt Wil. Denn – wie sollte doch Hans Mäder am Abend schmunzelnd sagen – Schweizer würden gerne „in Fränkli“ denken und Wil hoffe auf viele Besucher des Hofs zu Wil.

Nachmittags ging es für die angereisten Wilerinnen und Wiler auf einen Stadtrundgang, der beim Wiler Brunnen beim St. Galler Klostergarten steht und jetzt auch wieder läuft. Aktuell sprudelt das Wasser provisorisch, spätestens nächstes Jahr soll dauerhaft Frischwasser fließen, so dass man dann dort wie an allen Wangener Brunnen das Wasser trinken kann – auch wenn es aus rechtlichen Gründen nicht als Trinkwasser deklariert ist. Beide Stadtoberhäupter nahmen den Brunnen wieder in Betrieb und spritzen dazu das Wasser aus dem Trog.

„Schweizer Platz“ hat eine Namenstafel

Die Pause wurde stilecht am „Schweizer Platz“ mit einem Imbiss eingelegt. Dort übergab Hans Mäder eine Tafel mit Aufschrift, so dass nun jedermann weiß, dass dies wirklich der Schweizer Platz ist. Unter den Vertretern der Stadtpolitik fanden sich direkt Monteure. Auch die Wangener hatten ein Geschenk dabei und zwar für Ruedi Schär. Er war so oft in Wangen, so dass Fabienne Bettschen sein Gesicht in ein Flugzeug-Foto montiert hatte mit der Aufschrift „Schär Force 1“, angelehnt an den Namen der Maschine des Präsidenten der USA „Airforce one“.

Nummer 26

Fragt man das Internet, wieviele Städteverbindungen es zwischen der Schweiz und Deutschland gibt, so zeigt Wikipedia 25 Partnerschaften bisher – Wil und Wangen kommen jetzt als Nummer 26 dazu.
Text und Fotos: Susanne Müller, Stadt Wangen

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Susanne Müller, Stadt
veröffentlicht am
12.07.2026
Lesedauer: ca. 7 Minuten
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