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Zur Vergabe des Friedrichshafener Krankenhauses an eine private Investorengruppe aus der Schweiz
Einen Fehler zu machen ist erlaubt; den gleichen Fehler zweimal zu machen ist ein Zeichen von Engstirnigkeit und Arroganz. Diese Gedanken müssen einem kommen, wenn man von der Entscheidung Friedrichhafens liest, sich mit Hilfe von Ameos, einem privaten Klinikbetreiber aus der Schweiz, aus seiner Insolvenz zu retten.
Mit dem recht aufgeblasenen Namen Medizin Campus Bodensee war man damals in den Wettbewerb mit der OSK und ihrem zentralen Elisabethenkrankenhaus gegangen. Mit dem Kauf des notleidenden Krankenhauses „14 Nothelfer“ in Weingarten wollte man Patienten aus dem Schussental „absaugen“ – so nannte man das – und erweckte mit dem hochtrabenden Namen und möglicherweise einem besonderen Sponsor im Hintergrund den Eindruck, etwas ganz Besonderes in der hiesigen Gesundheitslandschaft zu sein. Dass Weingarten ein kostspieliger Flop wurde, müsste nicht besonders erwähnt werden.
Jeder, der weiß, wie es mit der Finanzierung des Gesundheitswesens – insbesondere den Krankenhäusern steht – und in dieser Situation das Heil bei einem privaten Investor sucht, obwohl ein seriöser Interessent, der das Vertrauen der Menschen in der Region hat, vorhanden ist, erscheint mir seltsam.
Private müssen und wollen Geld verdienen und Dividenden zahlen. Aber ein Krankenhaus Ist kein Betrieb wie jeder andere. Ein Krankenhaus ist eine wichtige Einrichtung der öffentlichen Daseinsvorsorge und nicht dafür gedacht, für Privatpersonen Dividenden zu erwirtschaften.
Der „Hafen“, der sich so gern als ein Tor zur Welt versteht, hat leider keinen Leuchtturm, sondern wird vom Kirchturm regiert.
Schade. Wieder einmal wurde eine Chance vertan zu zeigen, wie man vor Ort Zukunft gestaltet.
Hartmut Bonnemeyer, Bad Waldsee
Anm. d. DBSZ-Red.: Leserbriefe sind Meinungsäußerungen. Die Redaktion der Bildschirmzeitung akzeptiert ein breites Spektrum an Meinungen. Nicht veröffentlich werden extremistische, persönlichkeitsverletzende oder offensichtlich wahrheitswidrige Äußerungen.
Bevorzugt veröffentlichen wir Leserbriefe zu lokalen und regionalen Themen. Aber auch Meinungsäußerungen zu allgemeinen Themen, die die hiesige Leserschaft bewegen, werden gerne entgegengenommen.
Unter „Lesen Sie hierzu auch“ finden Sie einen Gastkommebtar sowie die Stelllungnahme der OSK und der Grünen-Farktionen in den betreffenden Kreistagen (Ravensburg, Bodenseekreis)






























