Biberacher Bachtrompeten hatten erfolgreiche Premiere in St. Verena
Bad Wurzach – Die Biberacher Bachtrompeten, das sind Hans Mohr, Timo Bossler, und Michael Bischof, die an diesem Sonntagabend (10.5.) erstmals in Bad Wurzach ein Konzert gestalteten, an der Kirchenorgel von St. Verena von Elisabeth Behrens begleitet, hatten neben Stücken vom namensgebenden Komponisten und weiteren Klassikern wie Georg Friedrich Händel und Felix Mendelssohn auch Stücke aus Pop und Filmmusik im Programm.
Nach dem Einstieg mit dem Concerto in D-Dur für drei Trompeten und Orgel von Johann Sebastian Bach durfte Elisabeth Behrens beim berühmten „Air“ aus der Orchestersuite D-Dur ebenfalls von Bach ihre Fingerfertigkeit als Solistin unter Beweis stellen. Die Bach-Festspiele beendeten die vier Musiker mit dem brandenburgischen Konzert Nr. 3 gemeinsam.
Elisabeth Behrens
Elisabeth Behrens studierte an der PH in Weingarten sowie am Landeskonservatorium Vorarlberg. Ihre musikalische Ausbildung an der Orgel erhielt sie von Kirchenmusikdirektor Heinrich Hamm und dessen Nachfolger Stephan Debeur. Sie arbeitet hauptberuflich als Primarschullehrerin und war längere Zeit als Organistin und Chorleiterin in Aulendorf tätig.
Timo Bossler
Lokalmatador Timo Bossler (er stammt aus Arnach) studierte an den Musikhochschulen Weimar und München sowie am Landeskonservatorium Tirol in Innsbruck und schloss diese Studien mit den Diplomen als Musiklehrer, Orchestermusiker und dem Meisterklassenabschluss. Zeitweise war er Mitglied der Münchner Philharmoniker. Er arbeitet als hauptamtlicher Lehrer an der Jugendmusikschule Ravensburg und ist ein gefragter Orchestermusiker.
Hans Mohr
Hans Mohr studierte am Leopold Mozart Konservatorium in Augsburg und machte seinen Abschluss als Diplom-Musiklehrer und staatlicher Orchestermusiker an der Musikhochschule München. Inzwischen ist er Leiter der Musikschule Blaubeuren-Laichingen-Schelklingen und arbeitet dort auch als Lehrer für Trompete und Ensemblespiel. Auch er ist oft bei vielen Ensemble- und Orchesterkonzerten als Trompeter aktiv.
Michael Bischof
Michael Bischof sammelte nach Studien am Richard Strauss Konservatorium München, an der Musikhochschule Stuttgart und der Musikhochschule Mannheim Orchestererfahrung bei den Münchener Symphonikern, der Reutlinger Philharmonie und dem Philharmonischen Orchester Ulm, von dem er noch heute gerne als Aushilfe angefragt wird. Aktuell ist er Lehrer für Trompete, Fachbereichsleiter Bläser und Schlagzeug, sowie stellvertretender Schulleiter der städtischen Musikschule Bruno Frey Biberach. Auch er pflegt eine rege Konzerttätigkeit mit Kirchenkonzerten wie diesem sowie als Mitglied des Blechbläserquintett „Novas Brass“.
Nach Händels „Beim Schall der Trompeten“ für Flügelhorn und zwei Trompeten aus dem „Messias“ begaben sich die drei Bläser von der Orgelempore nach unten in den Chorraum, wo bisher drei einsame Notenständer ihr Dasein fristeten, während die Organistin das Präludium in G-Dur von Felix Mendelssohn spielte. „Denn er hat seinen Engel befohlen“ stammt ebenfalls von Mendelssohn, mit dem die drei – nun fürs Publikum sichtbaren – Trompeter gemeinsam mit Behrens das Konzert fortsetzten.
Michael Bischof, der die Ansagen zu den einzelnen Stücken machte, konnte – denn time is money – nicht versprechen, dass die Trompeter das Mozart-Medley in den vom Arrangeur vorgesehenen Zeit von 4 Minuten und 10 Sekunden schaffen würden.
Andreas Benz hatte in das atemberaubende Medley „250 Sekunden Mozart“ sehr viele der größten „Hits“ des österreichischen Musikgenies gepackt. Auf eine Art und Weise , die manchem Konzertbesucher ein Lächeln auf die Lippen zauberte. Alle vier Musiker waren danach bei einem vor allem bei Hochzeiten sehr beliebten Pop-Klassiker wieder im Einsatz: Der Popsong „The Rose“ aus dem Jahre 1979 wurde der größte Hit von Sängerin und Schauspielerin Bette Midler.
Ein irres Tempo mit vielen Taktwechseln hatten die drei Trompeter bei „Ambivalent Emotions“ zu bewältigen. Doch auch diese von der Musikpädagogin Kristin Thielemanns vor ihnen aufgebaute Hürde meisterten sie unfallfrei.
Mit dem gemeinsam mit der Organistin gespielten „Can you feel the love tonight“ aus dem Soundtrack von „König der Löwen“, von Elton John geschrieben und zu einem Welthit gemacht, verabschiedeten sich die Bläser wieder gen Orgelempore, während Elisabeth Behrens das Publikum mit einer „Prelude im Classic-Style“ unterhielt. Was durchaus der passende Brückenschlag für das nächste gemeinsam gespielte Stück der „Sonata in D-Dur“ des Barockkomponisten Henry Purcell war.
Mit dem rasanten Bugler´s Holiday des amerikanischen Komponisten Leroy Anderson zum Abschluss erntete das Quartett stehende Ovationen, so dass es sich natürlich erst nach einer Zugabe in den wohlverdienten Feierabend verabschieden durfte. Und die hatte es in sich:
Das wohl bekannteste Werk des französischen Barock-Komponisten Marc-Antoine Charpentier ist das Te deum D-Dur (H-146). Das Ende des 17. Jahrhunderts entstandene Werk erlangte auch deswegen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts europaweit so große Bekanntheit, weil die ersten acht Takte des Präludiums als Erkennungsmelodie der Eurovision verwendet wurden. Mit dieser Hymne als Zugabe rundeten die vier Musiker ihren ersten, äußerst gelungenen Auftritt in der St. Verena Kirche in Bad Wurzach ab.
Bericht und Bilder: Uli Gresser
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