Pater Wolfgang Sütterlin wird am 2. Mai in sein Amt als Gottesberg-Superior eingeführt
Bad Wurzach – Im Rahmen der Sonntagabendmesse auf dem Gottesberg war am 1. März bekanntgegeben worden, dass Superior Konrad Werder sein Leitungsamt mit Erreichen seines 75. Lebensjahres abgeben wird. Nachfolger von Pater Konrad, der seit 2018 Superior ist, wird Pater Wolfgang Sütterlin.
Der zukünftige Superior Wolfgang Sütterlin wurde 1958 in Ulm geboren. Er studierte nach dem Abitur Deutsch und Französisch und fand nach dem zweiten Staatsexamen, da damals nicht viele Lehramtsstudenten eine Stelle als Lehrer bekamen, eine Anstellung beim Kolping-Bildungswerk. Dort gab er Integrationskurse für Spätaussiedler aus den ehemaligen Sowjet-Republiken, insbesondere aus Kasachstan. Nachdem der Glaube in seinen ersten 30 Lebensjahren für ihn, der evangelisch getauft war, noch keine große Rolle gespielt hatte, fiel in diese Zeit seine Hinwendung zum katholischen Glauben.
Die Aussiedler sprachen ein altertümliches Schwäbisch
Interessant an seiner Zeit beim Kolping-Bildungswerk war, dass er sich mit den Leuten auf Schwäbisch unterhalten konnte. In den 1990er-Jahren waren ganze Dörfer und ganze Familien nach Deutschland umgesiedelt, deren schwäbische Sprache allerdings auf dem Stand von vor zwei Jahrhunderten, als sich ihre Familien in Rußland angesiedelt hatten, war. Sütterlin spricht im Interview sehr respektvoll von diesen Menschen: „Sie waren Überlebenskünstler und sehr gläubige Leute, die ihre eigenen Hauskirchen hatten.“ Später war er dann beim Kolpingswerk fachfremd mit der Betreuung von Berufsschülern mit schwierigem sozialem Hintergrund betraut. Auch wenn er eigentlich eine andere Lebensplanung hatte – heiraten und Kinder haben – trat er nach einem großen inneren Kampf im Jahre 2005 als Kandidat in den Orden der Salvatorianer ein und lebte als solcher auch schon einige Zeit auf dem Gottesberg. Es folgten zwei Studiensemester in München und sein Noviziat in den USA. Dieses Jahr sei sehr bereichernd für ihn gewesen, erzählt er mit leuchtenden Augen.
Nach der Fortsetzung des Studiums und seiner Priesterweihe durch Weihbischof Wolfgang Bischof in München im Jahre 2013 kam er 2014 nach Lochau-Hörbranz in Vorarlberg, wo er bis zur Schließung der Salvatorianer-Niederlassung im Jahre 2021 teilweise auch als Superior wirkte. Anschließend kam er 2022 auf den Gottesberg, wo einst seine priesterliche Laufbahn ihren Anfang genommen hatte.
Er ist mit seinem Lebensweg heute sehr glücklich. Als Seelsorger führt er täglich Gespräche mit Menschen, die ihn zum Teil regelmäßig aufsuchen. Und nun wurde er – nach der Befragung seiner Mitbrüder – vom Provinzialat zum Superior ernannt. Und damit kommt eine Menge neuer Aufgaben auf ihn zu, zumal er auch noch die Verantwortung für die Salvatorianer-Senioren im Rentamt im Wurzacher Schloss mit übernimmt. Seinem Vorgänger zugewandt, der im Rentamt wohnen wird, sagt Pater Wolfgang: „Wir werden viel zusammenarbeiten.“ Und zum Zusammenleben mit seinen Mitbrüdern, sowohl auf dem Gottesberg als auch unten im Rentamt: „Es ist ein sehr angenehmes Miteinander.“
Dann wird der Ulmer emotional: Als er nach Lochau in Wurzach wieder Schwäbisch gehört habe, wusste er: „Ich bin wieder daheim.“ Schön findet er auch, dass die Salvatorianer in die Seelsorgeeinheit eingebunden sind. Aufgefallen ist ihm in Wurzach der nach wie vor gute sonntägliche Kirchenbesuch.
Pater Konrad wird weiterhin als Priester in der Seelsorgeeinheit wirken
„Für die Kirche in Bad Wurzach ist hier noch ,heile Welt‘ “, kommentiert Pater Konrad diese Bemerkung mit einem zustimmenden Lächeln. Natürlich ist für ihn das Heilig-Blut-Fest der alljährliche Höhepunkt des Jahres gewesen. „Es war immer sehr berührend.“ So beispielsweise, wenn die Feuerwehr Ende Juni mit der Drehleiter anrückte, um das rote Kreuz auf der Turmspitze zu installieren. „Da wusste ich, es ist nicht mehr lange bis zum großen Tag.“ Oder die Vorbereitungen am Vorabend des Festes mit dem Team der Ehrenamtlichen, die Gespräche mit den Bischöfen oder Äbten: „Der große Tag hat eine gewisse Leichtigkeit an sich, er war und ist immer noch ein Event mit großer Faszination.“ Nun verspüre er, der nach dem Amtswechsel in die Gemeinschaft im Schloss umziehen wird: „Es hat etwas von Abschied.“ Gleichzeitig aber freue er sich, dass er etwas Verantwortung abgeben kann und mehr Raum für sich selbst hat. Pater Konrad wird weiterhin auf dem Gottesberg und in der Seelsorgeeinheit Bad Wurzach als Priester wirken.
Das Schlusswort gebührt natürlich dem neuen Superior Pater Wolfgang Sütterlin: „Ich fühle mich hier sehr wohl bei den Leuten.“ Er wird am Samstag, 2. Mai offiziell in sein neues Amt eingeführt.
Uli Gresser








