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Kißlegg – Ortsheimatpfleger Bernd Mauch befasst sich im April-Blatt seines historischen Kißlegg-Kalenders mit dem Ort Bärenweiler. Er schreibt:
Gewidmet ist das April-Blatt dem Ort Bärenweiler, der eigentlich nur aus dem Fürstlichen Spital und dem Bahnwärterhaus besteht. Urkundlich erstmals um das Jahr 1200 erwähnt als „Bernwilla“ im Besitz des Klosters St. Gallen, gewann es erst im Jahr 1619 an Bedeutung, als Maria von Hohenems, geborene Paumgarten, mit ihrer Schwester Leonora an dieser Stelle ein Spital stiftete. Es sollte ein Altersheim werden. Die Fachwerkgebäude um das Gotteshaus herum bildeten die Spitalgebäude mit Satteldach. Bis Ende August 2019 gehörte das Anwesen dem Adel und stelltr das Fürstlich Waldburg-Zeil’sche Alten- und Pflegeheim dar. Ein besonderes Kleinod bildet die Barockkirche, die 1620 erbaut wurde und auf 228 Quadratmetern 120 Personen Platz bietet.
Nach längerem Leerstand erwarb Christan Skrodzki, ein Immobilienentwickler und Visionär aus Leutkirch, den Standort Bärenweiler und ist seitdem aktiv an Umbau und Neugestaltung, um Bärenweiler ein „neues Leben“ einzuhauchen. Seniorenwohngemeinschaften und ein Café sind in einem bereits renovierten Gebäude entstanden, ein großer Stadel bietet eine tolle Kulisse für Veranstaltungen wie Hochzeiten, Konzerte, Musikabende und vieles mehr. Büro- und Gewerbeflächen sind entstanden, die in verschiedenem Umfang angemietet werden können. Es finden bereits viele Events wie Flohmärkte, Weihnachtsmärkte, Seminare und Workshops und Messen statt. Die im alten Zustand belassenen Räumlichkeiten im Hauptgebäude und die neu gestalteten modernen Bereiche bieten für jedes Event die ideale Kulisse. Zug um Zug werden die weiteren alten Gebäude modernisiert und einer neuen Bestimmung zugeführt. Vieles ist hier noch geplant.

Bärenweiler um 1940.

Um 1970.

Innenansicht der Kirche: der Chor. Um 1910.

Seitenaltar. Um 1910.

Um 1910.

Zwei „Spitaler“. 1966.
Beschreibung des April-Blattes

Die beiden Fotos oben zeigen die Außenansicht (links um 1940, rechts um 1970); die mittleren Fotos zeigen alte Innenansichten der Kirche (von links: Chor, Seitenaltar, Altar – alle um 1910); auf dem linken Foto unten sind zwei Bewohner des Altenheims Bärenweiler zu sehen (Foto von 1966); das Foto rechts unten zeigt im Hintergrund das Spital Bärenweiler, im Vordergrund eine Öschprozession vor dem Schlingsee, voran eine Reitergruppe, gefolgt von einem Geistlichen mit Ministranten und einer überaus großen Anzahl Gläubiger.
Öschprozessionen (auch als Flurumgang und Bittgang bekannt) sind traditionelle katholische Prozessionen, bei der Gläubige betend durch Felder ziehen, um Gottes Segen für eine gute Ernte, die Natur und das tägliche Brot zu erbitten. Sie dienen auch als öffentliches Bittgebet zum Schutz vor Unwettern und Notsituationen. Diese Prozessionen fanden vorwiegend an Christi Himmelfahrt und in den Tagen vor dem Hochfest statt. Das Foto entstand 1934. Es gibt sie auch heute noch, aber in wesentlich kleinerem Umfang und es werden auch keine großen Strecken mehr zurückgelegt.
Text: Bernd Mauch / Fotos: Archiv Mauch


































