Eine Erfolgsgeschichte, die vor 70 Jahren mit fünf Moorwannen begann


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Bad Waldsee – Mit fünf Moorwannen hat vor 70 Jahren die Erfolgsgeschichte der Städtischen Rehakliniken und des Gesundheits- und Rehawesens in Bad Waldsee ihren Anfang genommen. Zwar datiert die erste urkundliche Erwähnung eines Mayenbades bzw. einer „heilenden Quelle“ im Stadtquartier Entenmoos auf das Jahr 1561. Richtig Fahrt aufgenommen hat die Bäderentwicklung aber erst 1956, nachdem der oberschwäbischen Kleinstadt der werbewirksame Titel „Bad“ verliehen wurde.
Drittgrößter Arbeitgeber in Bad Waldsee
Das Bäderwesen wurde zum Wirtschaftsmotor und heute sind die kommunalen Kliniken drittgrößter Arbeitgeber in Bad Waldsee mit mehr als 400 Beschäftigten, wie aus einer Pressemitteilung dazu hervorgeht.
Was wäre Bad Waldsee ohne seine Rehapatienten? Jedenfalls nicht die prosperierende, weltoffene Kommune, als die sie heute geschätzt wird. Als sich die Kliniken während Corona leerten und in der Altstadt plötzlich keine Rehapatienten mehr unterwegs waren, die ganzjährig Einzelhandel, Gastronomie und Tourismuseinrichtungen beleben, war deutlich zu erleben, welch großen Anteil diese Klientel an der kommunalen Wirtschaftskraft hat. Davon abgesehen garantieren die Kliniken mit orthopädischer und gynäkologischer Ausrichtung sichere Arbeitsplätze in Medizin, Pflege, Therapie, Hauswirtschaft und Technik. 55 Prozent davon werden in Teilzeit angeboten, die vor allem beim weiblichen Personal begehrt sind.
Belegungsquote über 95 Prozent
Einzig die Rehakrise in den Jahren 1996/97 stellte Bad Waldsee vor Herausforderungen. Dennoch konnten die Rehakliniken diese Phase gut bewältigen, was nicht zuletzt auf das neu errichtete Rehazentrum Therme zurückzuführen war. Die Belegungsquote in den „Kurbetrieben“, wie die Einheimischen die Kliniken nennen, liegt auch deshalb seit vielen Jahren bei über 95 Prozent. 1995 hatte die Zahl der Übernachtungen mit 484000 einen Höchststand erreicht. Seit dem Bau ihrer drei Kliniken ab 1961 im neuen „Kurgebiet Urbachtal“ investierte die Stadt einige Millionen D-Mark und Euro in den Erhalt, in die Modernisierung und Weiterentwicklung von Elisabethen-, Mayen- und Maximilianbad. Nur so, davon waren die jeweilige Rathausspitze samt Gemeinderäten überzeugt, könne sich Bad Waldsee seine gute Position im Wettbewerb mit anderen Heilbädern sichern.
Heißeste Quelle Oberschwabens
Ein Höhepunkt auf diesem erfolgreichen Weg war zweifelsohne die Eröffnung der Waldsee-Therme 1994, nachdem man 1991 bei der zweiten Bohrung in 2000 Metern Tiefe auf das begehrte 62 bis 95 Grad heiße Thermalwasser gestoßen war. Fortan konnte das Heilbad mit der „heißeste Quelle Oberschwabens“ glänzen. Auch die Ergänzung der Waldsee-Therme um eine Saunalandschaft war 2017 eine zukunftsweisende Entscheidung, um mehr Rehapatienten und Gäste zu gewinnen. Nach grundlegender Modernisierung stehen diese Saunen in naturnahem Gelände am Urbach seit Januar wieder zur Verfügung und die Rehaeinrichtungen zeigen sich im Jubiläumsjahr von ihrer schönsten Seite.
In diesem 70. Jahr nach Verleihung des Bad-Titels möchte sich die Stadt aber nicht auf ihren Reha-Lorbeeren ausruhen und blickt nach vorn: So wird aktuell ein neuer „Masterplan“ entwickelt für die Städtischen Rehakliniken, der den weitgehend stabilen Wirtschaftszweig „Reha, Prävention und Gesundheit“ für den Standort Bad Waldsee erfolgreich in die Zukunft führen soll. Da die Kommunalpolitik dabei schon in der Vergangenheit stets ein gutes Händchen bewiesen hat, dürfte es diesbezüglich keine Zweifel am neuerlichen Erfolg geben.































