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Landesgartenschau-Planungen nehmen Gestalt an

Senioren erhalten ersten Einblick

Foto: Erwin Linder
Tina Mühleck von Planstatt Senner und OB Matthias Henne bei der Fragerunde.
veröffentlicht am: 26.07.2026
Autor: Erwin Linder
Lesedauer: ca. 4 Minuten

Bad Waldsee – Bad Waldsee möchte sich um die Ausrichtung einer Landesgartenschau bewerben. Der mögliche Zeitraum läge zwischen 2034 und 2042. Welche Chancen sich daraus für die Stadt ergeben könnten, darüber informierte Oberbürgermeister Matthias Henne am vergangenen Dienstag (21.7.) im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Henne hört hin“ die Generation 65 plus. Rund 20 bis 30 Bürgerinnen und Bürger waren der Einladung in den Sitzungssaal des historischen Rathauses gefolgt.

Zu Beginn seiner Ausführungen machte Henne deutlich, dass sich Ende 2026 oder Anfang 2027 ein Bewerbungsfenster des Landes öffnen werde. Eine Landesgartenschau bedeute weit mehr als das Pflanzen „schöner Blümlein“, sagte der Oberbürgermeister. Sie könne zu einem gewaltigen Motor der Stadtentwicklung werden und gleichzeitig den Zugang zu erheblichen Landesfördermitteln eröffnen. Dadurch könnten Projekte angegangen werden, die Bad Waldsee ohnehin beschäftigen – etwa die Zukunft der Bleiche oder der sanierungsbedürftigen Stadthalle. In Wangen seien mehr als 340 Millionen Euro investiert worden, davon 280 Milllionen von privaten Investoren.

Auf Grundlage eines Gemeinderatsbeschlusses wurde deshalb bereits das renommierte Planungsbüro „Planstatt Senner“ mit ersten konzeptionellen Überlegungen beauftragt. Das Büro hat bereits mehrere erfolgreiche Landesgartenschau-Bewerbungen begleitet.

Nach der Einführung übernahm Landschaftsarchitektin Tina Mühleck das Wort. Sie zeigte anhand zahlreicher Beispiele auf, welchen nachhaltigen Entwicklungsschub andere Städte durch eine Landesgartenschau erfahren hätten. Bad Waldsee bringe dafür außergewöhnlich gute Voraussetzungen mit: eine historische Altstadt, das Schloss und gleich zwei Seen – eine Kombination, die nur wenige Städte vorweisen könnten.

Überlegungen von Planstatt Senner

In den aktuellen Überlegungen gliedert Planstatt Senner das Stadtgebiet in fünf Entwicklungsbereiche. Die historische Altstadt bildet den ersten Bereich. Hinzu kommen das Areal vom Freibad über die Krankenhauswiese bis zur Biberacher Straße als künftiger „Healing Park“ am Stadtsee, der Schlossbereich mit Schlosspark und Schlosssee als verwunschener Landschaftspark, der Bereich vom Alten Friedhof entlang der Steinacher Straße bis zum Aussichtsturm als Hangpark sowie schließlich das Bahnhofsareal mit BAG-Greentower und einer „Neuen Stadt“.

Die vorgestellten Visionen gingen dabei weit über neue Grünanlagen hinaus. Gedacht wird unter anderem an neue Wohnbebauung im Bereich des ehemaligen Krankenhauses und am Bahngelände, an eine Brücke über den Schlosssee, die Begrünung des BAG-Turms sowie an eine Wiederbelebung des Aussichtsturms. Auch der Wunsch des Bad Waldseer Unternehmerforums nach einer Markthalle zur Stärkung der Innenstadt fand Eingang in die Überlegungen. Selbst eine Verlegung der Stadthalle in Richtung Wurzacher Straße beziehungsweise Krankenhauswiese wurde angesprochen. „Wenn solche Neubauten entstehen, dann müssen das auch herausragende architektonische Werke sein“, betonte Tina Mühleck.

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Manchem Zuhörer verschlug angesichts der Vielzahl und Kühnheit der Ideen fast die Sprache. Doch Oberbürgermeister Henne bremste allzu große Erwartungen. „Das sind alles Ideen“, erinnerte er. Als Beispiel verwies er auf Wangen, wo die Planungen für die Landesgartenschau mehr als 200 Mal überarbeitet worden seien.

Gartenschau der kurzen Wege

„Henne hört hin“ ist ein Dialog-Format. Fragen sind ausdrücklich erwünscht. Ein Senior nutzte die Gelegenheit zu einer Generalabrechnung mit der Verkehrsführung am Frauenberg, der Krähenplage und weiteren Problemen des Alltags. Henne verwies darauf, dass bestehende Straßenführungen nicht verändert werden könnten. Auf Anfrage erfuhren die Senioren, dass das Kurgebiet und das Spital bewusst in die Planungen nicht einbezogen wären, für die gebe es eigene Planungen. Der OB verwies beim Kurgebiet auf einen Zehn-Punkte-Plan, der demnächst im Gemeinderat beraten werde.

Noch offen sind viele praktische Fragen. So existieren bislang weder detaillierte Konzepte für die Parkierung der zahlreichen Besucher noch für mögliche Shuttle-Verkehre in die Innenstadt. Die nun vorgestellten Pläne markieren erst den Beginn eines langen Planungsprozesses. Auf jeden Fall soll es „eine Gartenschau der kurzen Wege“ geben, betonte Tina Mühleck. Und was an Schaubildern zu sehen war, wird alles ziemlich grün. Gute Aussichten für immer heißere Zeiten.

„Henne hört hin“ wird fortgesetzt

Weitere Infoveranstaltungen im Format „Henne hört hin“ sind geplant. Als nächstes ist die junge Generation an der Reihe. Schließlich sind es vor allem die Jüngeren, die eines Tages mit dem Ergebnis leben werden.
Erwin Linder

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Erwin Linder
veröffentlicht am
26.07.2026
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