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    Appell

    Lasst die Hände weg von den Pfarreien!

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    veröffentlicht am: 26.11.2025
    Lesedauer: ca. 3 Minuten

    Die Kirche in Deutschland – evangelisch wie katholisch – ist in der Krise: Rückgang bei den Mitgliederzahlen, Rückgang beim Kirchensteueraufkommen. Und das Dramatischste: der Mangel an geistlichen Berufungen. Wie reagieren auf diese Krise, die eine existenzielle ist?

    Nein, die Abschaffung von aus dem Mittelalter stammenden Pfarreien und die Bildung von Großseelsorgeeinheiten führt nicht aus der Krise.

    Im Gegenteil.

    Das Rottenburger Modell der Fusion stößt die letzten Getreuen vor den Kopf, schafft Unruhe in der Diözese und verbraucht Kraft.

    Was haben Aitrach, Aulendorf, Beuren, Bolsternang, Christazhofen, Diepoldshofen, Dietmanns, Eggmannsried, Eintürnenberg, Hinznang, Michelwinnaden, Mooshausen, Reichenhofen, Unterzeil, Waltershofen, Wolfegg, Ziegelbach und viele weitere oberschwäbische Pfarrgemeinden gemeinsam? All diese Kirchorte sind anno 1275 erstmals erwähnt. Seit 750 Jahren bestehen diese Pfarrgemeinden.

    Es sind heimelige Identitätsräume. Vererbte Zugehörigkeiten.

    Juristisch gesehen, handelt es sich um Körperschaften öffentlichen Rechts. Mit einem eigenen Leitungsorgan, dem Kirchengemeinderat.

    Mehr als 1000 Kirchengemeinderatsgremien gibt es in der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Geht man von durchschnittlich zehn Mitgliedern aus, sind das 10.000 Kümmerer. Leute, die sich einbringen, die Impulse setzen. Kirchenvolk pur. Das Salz der Diözese.

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    Die weit gediehenen Pläne der Diözesanleitung zur Auflösung von Pfarreien und Bildung von Großeinheiten sind noch nicht an das Ohr des gemeinen Mannes gelangt. Sie werden in Kabinetten und Gremien fernab des Kirchenvolkes diskutiert und stehen kurz vor der Beschlussfassung.

    Union oder Fusion – unter dieser Fragestellung wird die Angelegenheit, die 1,8 Millionen Katholiken in der Diözese betrifft, am kommenden Wochenende (28./29. 11.) behandelt. Was man aus dem Diözesanrat so hört, wird sich die Waagschale gen Fusion neigen. Das wird Frust und Enttäuschung erzeugen und für Aufregung in der Diözese sorgen. Und mit der Auflösung vieler Pfarreien viele Kümmerer mit Sitz und Stimme düpieren.

    Selbstverständlich muss man auf die Mängel antworten, etwa mit dem Abstoßen von kirchlichen Nebengebäuden und von Aufgaben, die des Staates sind.

    Aber eine wundersame Personalvermehrung kriegt man mit der Fusion nicht hin.

    Die personelle Mängelverwaltung über administrativ-organisatorische Maßnahmen in den Seelsorgeeinheiten – den alten Pfarreien übergelagert – hat doch bisher gut funktioniert. Und da sind über die Einbindung von Laien und Laientheologen noch Ressourcen zu heben. Das wäre im Prinzip der Entwicklungspfad „Union“.

    Ein Knackpunkt ist sicherlich die Finanzhoheit der althergebrachten Pfarrgemeinden. Auch diese sollte man nicht mir nichts dir nichts über Bord werfen. Gewiss lassen sich auch im Rahmen des Unionsmodelles Optimierungen auch für das Finanzwesen finden.

    Statt gelahrte Papiere zu produzieren und zeitraubende Beratungen über Organisatorisches zu absolvieren, braucht es einen geistlichen Aufbruch. Alle Kraft der Glaubensweitergabe! Was wissen unsere Kinder über Aufbau und Ablauf der Heiligen Messe? Über die Schätze des Kirchenjahres? Was wissen sie von Jesus Christus?

    Das Glaubenswissen in Kindergärten und Schulen – natürlich auch in den Elternhäusern – weiterzugeben, ist erste Christenpflicht. Hierhin muss man die schwindenden Kräfte der Diözese lenken.
    Gerhard Reischmann

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    veröffentlicht am
    26.11.2025
    Lesedauer: ca. 3 Minuten
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