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    Leserbrief

    Die Windatlas-Zahlen werden in Argenbühl bei weitem nicht erreicht

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    veröffentlicht am: 17.02.2026
    Autor: Berthold Büchele
    Lesedauer: ca. 3 Minuten

    Zum Artikel „Zu wenig Wind, zu wenig Strom“ in der Schwäbischen Zeitung vom 9. Februar

    Im Artikel wird bedauert, dass 2025 „am Land nur ein laues Lüftchen weht“ und dass trotz des starken Ausbaus der Windkraft weniger Strom erzeugt wurde. Leider wurde von der rot-grünen Regierung eine wenig durchdachte Energiewende forciert und bundesweit 1,8 % der Fläche für Windkraft gefordert, was die Regionalverbände willig befolgen mussten. Leider wurde dabei übersehen, dass auch und besonders im Allgäu der Wind nur als „laues Lüftchen“ weht im Unterschied zur Nordsee, die „zum grünen Kraftwerk“ gemacht werden soll. Merz wollte vor der Wahl die Energiepolitik kritisch unter die Lupe nehmen, betreibt sie nun aber munter fort.

    Der Verein „Pro Natur Argenbühl“ hat nun ein Jahr lang durch tägliche Messungen des Windes auf der Grundlage des Deutschen Wetterdienstes nachgewiesen, dass der Wind im Bereich Ratzenried/Ost im Jahresdurchschnitt nur 3,1 Meter/Sekunde weht, ein „laues Lüftchen“ gegenüber dem Wert, den das Land Baden-Württemberg in seinem Windatlas als Untergrenze für die Rentabilität angibt (5,4). Selbst dieser Wert ist „hochgebogen“, denn im direkt benachbarten Bayern und Vorarlberg gelten bedeutend geringere Windwerte. Trotz dieser mangelhaften Grundlagen beruft sich der Regionalverband steif auf den Windatlas Baden-Württemberg und behauptet, im Gebiet bei Ratzenried wehe der Wind mit 5,9.

    Somit schlägt der Regionalverband die objektiv errechneten und nachweisbaren Wind-Werte in den Wind, nach dem Motto „Augen zu und durch“ oder „Was nicht sein darf, kann nicht sein“.

    Im Übrigen will er die Windmessung dem Betreiber überlassen. Der wird den Wert dann nach Gutdünken hinbiegen und passend machen. Bei zu wenig Wind und beim Abschalten der Anlagen wird er ja für seine finanziellen Verluste vom Bund (das heißt: vom Steuerzahler) mit Milliarden entschädigt. Er wird übrigens auch entschädigt, wenn man die Anlagen wegen zu viel Strom abschaltet.

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    Einen Tag später wird dann im SZ-Artikel vom 10. Februar (S. 8) berichtet, dass die Ministerin Reiche fordert, man müsse solche Abregelungen vermeiden. Man könne Geld sparen bei  Wind- und Solarstrom, wenn er nicht gebraucht wird. In einem nächsten Schritt müsse die Einspeisevergütung für nicht gelieferten Strom gestrichen werden.

    Die Wind- und PV-Industrie reagierte darauf alarmiert. Sie sieht ihre Felle davonschwimmen. Verbände warnen, dass viele Projekte unter den neuen Bedingungen wirtschaftlich nicht mehr darstellbar wären.

    So wird deutlich, dass es bei der Wind-Politik vor allem ums Geld für einige wenige „Windbarone“ auf Kosten der Allgemeinheit geht. Der Irrweg der Windräder im Allgäu wird also nicht nur in Bezug auf das Landschaftsbild, auf die Schäden an der Natur und an der Gesundheit, sondern auch auf die Rentabilität in Kauf genommen.
    Berthold Büchele, Ratzenried

    Anm. d. DBSZ-Red.: Leserbriefe sind Meinungsäußerungen. Die Redaktion der Bildschirmzeitung akzeptiert ein breites Spektrum an Meinungen. Nicht veröffentlich werden extremistische, persönlichkeitsverletzende oder offensichtlich wahrheitswidrige Äußerungen.

    Bevorzugt veröffentlichen wir Leserbriefe zu lokalen und regionalen Themen. Aber auch Meinungsäußerungen zu allgemeinen Themen, die die hiesige Leserschaft bewegen, werden gerne entgegengenommen.

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    Berthold Büchele
    veröffentlicht am
    17.02.2026
    Lesedauer: ca. 3 Minuten
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