Wangener Karate-Urgestein Peter Hurter mit der Landesehrennadel ausgezeichnet


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Wangen – Peter Hurter ist in Wangen und weit darüber hinaus der Inbegriff des Karate: Jetzt wurde er für sein großartiges, ehrenamtliches Wirken mit der Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet.
Oberbürgermeister Michael Lang überraschte den Karate-Trainer, Schiedsrichter, Vereinsgründer und Botschafter des Karate weit über Wangen hinaus bei der Hauptversammlung des Taku Ku Kan Vereins mit der Auszeichnung. OB Lang hob das vielfältige, leidenschaftliche und seit über 50 Jahren anhaltende Engagement für den Karatesport von Peter Hurter hervor. Hurter stehe nicht nur für den Sport, sondern ganz besonders auch für die Philosophie von Karate. Seine Devise: „Je länger ich Karate betreibe, desto mehr erschließt sich die Kunst und Philosophie für mich.“
Übersetzt bedeutet „Karate-Do“ so viel wie „der Weg der leeren Hand“. Im wörtlichen Sinne heißt das: Der Karateka (Karatekämpfer) ist waffenlos, seine Hand ist leer. Dahinter steht aber auch ein ethischer Anspruch: Der Karateka soll sein Inneres von negativen Gedanken und Gefühlen befreien, um bei allem, was ihm begegnet, angemessen handeln zu können.
150 Mitglieder hat der von ihm gegründete Verein Karate Dojo Taku Ku Kan heute. Er bietet Kindern, Jugendlichen und Familien sowie auch älteren Mitbürgern ein qualitativ hochwertiges Sportangebot zu sehr niedrigen Mitgliedsbeiträgen. Möglich ist dies, weil alle Trainer grundsätzlich ehrenamtlich arbeiten. Vereinsziel ist es nicht nur, den Menschen die Karatekunst näherzubringen, sondern den Mitgliedern auch den geistigen Hintergrund dieser facettenreichen Kampfkunst zu vermitteln.
Ein Schwerpunkt der Vereinsarbeit liegt im Kinder- und Jugendbereich. Den Kindern und Jugendlichen werden die Werte und die Philosophie des japanischen Karate nähergebracht und sie werden auf ihrem Weg zu einer gefestigten Persönlichkeit begleitet.
Der heute 71-jährige Peter Hurter fand sich im Mai 1973 mit anderen im Wangener Jugendzentrum „Tonne“ zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammen, um dort mit Karate zu beginnen. So übte die Gruppe anfangs im Sommer draußen auf Wiesen, sonst möglichst in Klassenzimmern, deren Tische und Stühle kurzerhand für die jeweilige Trainingseinheit zur Seite geräumt wurden.
Ende der siebziger Jahre wurde aus der Arbeitsgemeinschaft der eingetragene Verein „Butoku Kai“, und Peter Hurter – in der Karateszene als „Bebbo“ bekannt – lenkte nicht nur als Vorstand dessen Geschicke, sondern verfolgte konsequent seinen eigenen Karateweg. Lohn der harten Trainingsmühen war im Jahr 1983 die bestandene Prüfung zum 1. Dan (Meistergrad) vor dem Bundestrainer.
Etwa 18 Jahre lang kämpfte Peter Hurter in der Landesliga Baden-Württemberg und auf vielen Turnieren. Seit 1993 ist er im Deutschen Japan Karate Bund (DJKB) in verschiedenen Funktionen aktiv, wie zum Beispiel als Bundeskampfrichter. Als seine Hauptaufgabe sah er es jedoch die ganze Zeit über an, sein Karate weiter zu verbessern und sein Wissen an andere weiterzugeben. Auch dabei war er seit über Wangen hinaus unterwegs. Mehr als 15 Karatekas wurden von ihm zum Dan-Grad geführt. Auch die Wettkämpfer erlangten im Jugendbereich viele Meistertitel und weitere gute Platzierungen. Als Meister (Sensei) ist traditionelles Karate für „Bebbo“ längst zum Lebensinhalt geworden. Im Jahr 2005 gründete er deshalb mit einigen wenigen Mitstreitern den neuen Karateverein Taku Ku Kan.
Auch als Mitorganisator von vier Großveranstaltungen, dem „Kata-Spezial“ mit jeweils rund 1000 Teilnehmenden, hat Peter Hurter mit dazu beigetragen, dass Wangen im traditionellen Karate Sport bundesweit einen Namen hat.



































