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100 Patientinnen und Patienten in 24 Stunden:

Rekordtag für die Zentrale Notaufnahme des Westallgäu-Klinikums

Foto: OSK
Das Team der Zentralen Notaufnahme (ZNA) in Wangen versorgte am 22. Juli so viele Menschen wie nie zuvor. Stellvertretende für die Teamleistung an jenem „Großkampftag“ zeigt unser Bild Dr. Timo Gentner, Leitender Arzt der ZNA, und Klemens Rist, Pflegerische Leitung der ZNA.
veröffentlicht am: 04.08.2026
Autor: Christian Metz, OSK
Lesedauer: ca. 4 Minuten

Wangen – 100 Patientinnen und Patienten innerhalb von nur 24 Stunden: Der Mittwoch, 22. Juli, war der bislang arbeitsreichste Tag in der Geschichte der Zentralen Notaufnahme (ZNA) des Westallgäu-Klinikums in Wangen. 

Dabei war dieser Tag eigentlich ein normaler Werktag für die ZNA – ohne Großveranstaltungen oder außergewöhnliche Wetterereignisse. An solch einem Tag behandelt das Team im Durchschnitt normalerweis.00e 67 Menschen. Normal war auch der Tagesablauf mit der gewohnten Steigerung des Patientenandrangs zwischen 11.00 und 22 Uhr. Und normal war auch die Verteilung: Rund vier Fünftel der Patientinnen und Patienten kamen selbstständig in die Notaufnahme, etwa jeder fünfte wurde mit dem Rettungsdienst eingeliefert. 

Nicht mal medizinisch gab es besondere Auffälligkeiten. „Wir haben wie jeden Tag das gesamte Spektrum der Notfallmedizin behandelt: vom Herzinfarkt über die Lungenentzündung und die Sepsis bis hin zur Vergiftung, vom Schwerverletzten bis zur leichteren Blessur“, sagt Dr. Timo Gentner, Leitender Arzt der ZNA, der an diesem Tag selbst Dienst hatte. „Außergewöhnlich war allein, dass wir zum ersten Mal 100 Patientinnen und Patienten hatten.“

Der Rekordtag ist allerdings kein Zufall, sondern Ausdruck einer Entwicklung, die sich seit Jahren abzeichnet. Die Zahl der Notfallpatientinnen und -patienten am Westallgäu-Klinikum stieg von 14.056 im Jahr 2021 auf 22.248 im Jahr 2025 – ein Plus von rund 58 Prozent. Nach den Schließungen der Krankenhäuser in Bad Waldsee und Lindenberg übernahm das Westallgäu-Klinikum zusätzliche Versorgungsaufgaben. Mit der endgültigen Schließung der Notaufnahme des Krankenhauses Tettnang Ende Mai 2026 setzt sich diese Entwicklung fort. Seit dem 1. Juni versorgt die ZNA in Wangen im Schnitt 77 Patienten pro Tag und damit zehn mehr als im Jahresmittel. Setzt sich dieser Trend fort, rechnet die Oberschwabenklinik für das laufende Jahr 2026 mit rund 25.000 Notfallpatientinnen und -patienten in Wangen.

Am 22. Juli gaben sich die Rettungswagen vor dem Westallgäu-Klinikum die Klinke in die Hand. „Da wurde es phasenweise eng auf dem Hof“, berichtet Dr. Gentner. Aber trotz der außergewöhnlich hohen Zahl konnte die Notaufnahme alle Patientinnen und Patienten jederzeit umfassend medizinisch versorgen. Und noch besser: „Mit einer durchschnittlichen Verweildauer von 1 Stunde und 50 Minuten pro Patient haben wir an diesem Tag sogar unseren üblichen Durchschnitt von 2 Stunden und 20 Minuten unterschritten“, freut sich der Oberarzt.

Insgesamt waren an diesem Tag zehn Ärztinnen und Ärzte und zehn Pflegekräfte in der ZNA im Einsatz. „100 Patientinnen und Patienten an einem Tag zu versorgen – das gelingt nur mit einem hervorragenden Team“, betont Gentner. „Wenn alle Hand in Hand arbeiten, wächst jeder an einem solchen Tag noch einmal über sich hinaus. Genau das haben wir erlebt. Besonders wichtig war auch die Unterstützung aus den anderen Abteilungen unseres Hauses.“

Auch Klemens Rist, Pflegerische Leitung der Zentralen Notaufnahme, sieht in der gewachsenen Teamstruktur den Schlüssel für den erfolgreichen Rekordtag. „Wir sind ein starkes Team in der Pflege mit sehr wenig Fluktuation. Gerade an einem solchen Tag zahlt sich diese Erfahrung aus.“

Der Rekordtag sei anschließend das beherrschende Gesprächsthema gewesen, berichtet Ludwig Reichelt, Leitung Pflege- & Prozessmanagement am Westallgäu-Klinikum. „Wir sind alle stolz darauf, wie ruhig und professionell unsere Mitarbeitenden diese außergewöhnliche Situation gemeistert haben. Jeder hat mit angepackt. Nicht nur in der Notaufnahme, sondern auch die Kolleginnen und Kollegen in der Radiologie, am Empfang und vielen anderen Bereichen des Krankenhauses haben einen großartigen Job gemacht.“

Dass die Marke von 100 Patientinnen und Patienten irgendwann erreicht werden würde, habe sich bereits seit Monaten abgezeichnet, so Reichelt. „Wir haben diese Entwicklung kommen sehen. Der Rekordtag hat noch einmal deutlich gezeigt, welche Bedeutung das Westallgäu-Klinikum für die Notfallversorgung in der ganzen Region hat. Das hören wir auch immer wieder von den Rettungsdiensten.“ 

Klemens Rist ist eine Botschaft dabei besonders wichtig: „Wir weisen niemanden ab. Wer unsere Hilfe braucht, wird bei uns versorgt.“

Die Oberschwabenklinik hat mit mehr Personal für die ZNA im Westallgäu-Klinikum in den Nachmittagsstunden auf die steigenden Patientenzahlen reagiert. Zudem werden die Räumlichkeiten umfassend modernisiert. Und das Team der ZNA entwickelt seine Abläufe und Prozesse kontinuierlich weiter und schafft so die Voraussetzungen, um die Notfallversorgung der Region auch künftig auf hohem Niveau sicherzustellen.

„Der Rekordtag unterstreicht eindrucksvoll die Leistungsfähigkeit des Westallgäu-Klinikums“, sagt Prof. Dr. Oliver Rentzsch, Ärztlicher Direktor der Oberschwabenklinik. „Die Zahl der Notfallpatientinnen und -patienten steigt seit Jahren kontinuierlich. Umso wichtiger sind hervorragend qualifizierte Mitarbeitende, moderne Strukturen und eine enge Zusammenarbeit aller Fachbereiche.“

Auch Swen Wendt, Pflegedirektor der Oberschwabenklinik, würdigt die Leistung der Mitarbeitenden: „Dass unsere Teams in Wangen diese außergewöhnliche Situation mit hoher Professionalität, großem Engagement und einer beeindruckenden gegenseitigen Unterstützung gemeistert haben, macht mich stolz. Pflege, Ärztinnen und Ärzte, Rettungsdienst sowie viele weitere Berufsgruppen haben einmal mehr gezeigt, wie wichtig Teamarbeit für eine leistungsfähige Notfallversorgung ist.“

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Christian Metz, OSK
veröffentlicht am
04.08.2026
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