„Nachtland“ – eine bitterböse Komödie über ein schwieriges Erbe


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Wangen – Auf dem Dachboden des verstorbenen Vaters taucht ein mit den Initialen Adolf Hitlers versehenes Bild auf. Ist das Aquarell wirklich echt? Verkaufen oder zerstören? Zwei Geschwister und ihre jeweiligen Partner geraten in einen heftigen Konflikt und müssen sich mit verdrängter Vergangenheit, Antisemitismus und Moral auseinandersetzen. Die Württembergische Landesbühne Esslingen zeigt Marius von Mayenburgs Stück „Nachtland“ am Samstag, 17. Oktober, um 20.00 Uhr in der Stadthalle.
Der Text überzeugt mit bissigen und sehr alltagsnahen Dialogen. Die Diskussionen sind so lebendig und echt, wie sie an jedem Küchentisch geführt werden können. Was passiert mit Werten, wenn es plötzlich um viel Geld geht? Wer erzählt wem wie viel von der Wahrheit? Es geht auch um ganz persönlichen Verrat. Das macht das Stück besonders spannend und aktuell zu einer Zeit, wo Antisemitismus und Rassismus wieder salonfähig gemacht werden. „Nachtland“ ist eine bitterböse Komödie über das schwere Erbe der deutschen Vergangenheit, Erbschaftsstreitigkeiten und ein rein profitorientiertes Verständnis von Kunst.
Nach dem Tod ihres Vaters räumen die Geschwister Nicola und Philipp den Dachboden des Elternhauses aus und stoßen zwischen allerhand Gerümpel, Erinnerungsstücken und Sperrmüll auf ein Gemälde. Altbacken, mit verklärter Landschaft und schiefer Kirche, tun sie es zuerst als hässlichen Kitsch ab, bis ihnen die Signatur ins Auge fällt: A. Hitler. Haben sie es hier etwa mit einem echten Werk von Adolf Hitler zu tun? Wie viel der alte Schinken wohl wert ist? Und darf man das überhaupt verkaufen? Als klar wird, dass sie über 100.000 Euro erzielen könnten, lösen sich die anfänglichen moralischen Zweifel in Luft auf und eine blümerante Geschichte um Oma Gretes Nazi-Vergangenheit ist schnell konstruiert. Wäre da nicht Philipps jüdische Ehefrau Judith – ein heftiger Streit zwischen den Geschwistern und ihren Partnern entsteht, der immer mehr in antisemitische Vorurteile abrutscht.
Regie führt Tobias Rott, Bühne und Kostüme verantwortet Kerstin Jacobssen. Es spielen Lily Frank, Eva Dorlaß, Kristin Göpfert, Niklas Schmidt-Kosik und Moritz Brendel. Die Inszenierung dauert etwa 100 Minuten und hat keine Pause.
Karten
Karten gibt es im Gästeamt Wangen (07522 74 211 oder tourist@wangen.de) oder bei www.reservix.de sowie an der Kasse vor Ort ab 19 Uhr. Schülerinnen und Schüler erhalten ab
15 Minuten vor Beginn (gegen Nachweis) Restkarten für 4 EUR. Schulklassen melden sich bitte vorher beim Kulturamt Wangen, kulturamt@wangen.de, 07522 74241.































