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    Städteorchester Württembergisches Allgäu

    Mozarts Fagottkonzert – ein Heimspiel für die Solistin

    Foto: Hans Reichert
    Die umjubelte Fagottistin Nina Schönberger bei ihrem Auftritt in Wangen.
    veröffentlicht am: 04.05.2026
    Autor: Hans Reichert
    Lesedauer: ca. 3 Minuten

    Wangen / Leutkirch / Isny – Für die Frühjahreskonzertreihe des Städteorchesters Württembergisches Allgäu war es gelungen, Nina Schönberger als Fagott-Solistin zu gewinnen. Das Konzert in Leutkirch fand am 24. April, in Isny am 25. April, in Wangen am 26. April statt. Unser Reporter hat das Konzert in Wangen besucht.

    Das Städteorchester Württembergisches Allgäu unter dem Dirigat von Marcus Hartmann.

    Den glanzvollen solistischen Schlusspunkt setzte Wolfgang Amadeus Mozarts Konzert für Fagott und Orchester (KV 191) mit der Solistin Nina Schönberger. Die aus der Region stammende Musikerin, die ihre Ausbildung an der Jugendmusikschule Württembergisches Allgäu begann und über Stationen in Feldkirch und Mannheim ihre heutige Meisterschaft erreichte, bot eine beeindruckende Darbietung. Als Solofagottistin des Theaters Vorpommern und Lehrbeauftragte an der Hochschule für Musik und Theater Rostock bewies sie eine Virtuosität, die das Fagott in all seinen sanglichen und brillant-farbigen Facetten erstrahlen ließ. Das Zusammenspiel von Schönbergers präzisem Spiel und dem engagierten Klangkörper machte diesen Abend zu einem authentischen Erlebnis in einem Saal, der Architektur und Akustik perfekt in Einklang brachte.

    Verdienter Applaus für Nina Schönberger. Auch Marcus Hartmann, Dirigent des Städteorchesters Württembergisches Allgäu, spendet der Künstlerin Beifall.

    Der Konzertabend im Konzertsaal der Waldorfschule Wangen am 26. April bot mehr als eine bloße Werkschau: Er war ein Zeugnis gelebter Musikkultur. Dass hier Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit Laienmusikern und Lehrkräften „Seit an Seit“ musizieren, verleiht dem Städteorchester ein Alleinstellungsmerkmal, das pädagogische Verantwortung mit kulturellem Anspruch eindrucksvoll verbindet. Unter der umsichtigen Leitung von Marcus Hartmann – der als versierter Violinist und Dirigent (unter anderem langjährig verbunden mit der Sinfonietta Lustenau) das Ensemble prägt – gelang eine Darbietung, die trotz ihrer Besetzungsspezifik eine bemerkenswerte Geschlossenheit erreichte.

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    Ein Raum für den Klang

    Einen wesentlichen Anteil an der besonderen Stimmung hatte dabei der Konzertsaal selbst: Die für die Waldorf-Architektur typische Formensprache, die bewusst auf rechte Winkel verzichtet und stattdessen mit organischen Bögen arbeitet, schafft einen Resonanzraum, der die Musik auf eine fast körperliche Weise erfahrbar macht. Diese architektonische Weichheit und die Abwesenheit harter Kanten begünstigten eine warme Akustik, in der sich die verschiedenen Instrumentengruppen natürlich miteinander verbinden konnten. In dieser intimen Umgebung, die den Zuhörer förmlich umschließt, verlor die Musik ihre Distanz und wurde zu einem unmittelbaren, gemeinschaftlichen Erlebnis.

    Von Haydn bis zu Schuberts Mozart-Hommage

    Vor dieser Kulisse bildete Joseph Haydns Ouvertüre in D-Dur (Hob. Ia:4) einen Auftakt voller Energie, wie auch Franz Schuberts 5. Sinfonie in B-Dur den Fokus auf kammermusikalische Klarheit lenkte. In reduzierter Besetzung verzichtete Schubert hier auf die übliche langsame Einleitung und wählte stattdessen eine kurze, fast wie ein Vorhang dienende Akkordfolge der Holzbläser – eine Geste, mit der er seine tiefe Verehrung für Wolfgang Amadeus Mozart artikuliert. Besonders im Menuetto wurde diese Reverenz für den Wiener Klassiker im Dialog der Instrumente fast greifbar.
    Text und Fotos: Hans Reichert

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    Hans Reichert
    veröffentlicht am
    04.05.2026
    Lesedauer: ca. 3 Minuten
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