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Bad Wurzach / Betzenweiler – Das Netzwerk Naturschutz vernetzt ehren- und hauptamtlich Engagierte aus Naturschutzverbänden, Verwaltung und Kommunen sowie Bürgerinnen und Bürger mit dem Ziel, die biologische Vielfalt zu stärken und zu erhalten. Die diesjährigen Regionaltreffen des Netzwerks Naturschutz führen zu Moorlandschaften im Regierungsbezirk Tübingen, darunter am 26. Juni ins Wurzacher Ried. Interessierte können vor Ort erfahren, wie Wiedervernässung und Renaturierung dazu beitragen, Lebensräume zu erhalten, das Klima zu schützen und Wasser in der Landschaft zurückzuhalten.
Viele Moorgebiete im Regierungsbezirk wurden in der Vergangenheit entwässert und für den Torfabbau genutzt. Heute werden ehemalige Moorflächen schrittweise wiederhergestellt oder entsprechende Maßnahmen vorbereitet.
Im Mittelpunkt der diesjährigen Regionaltreffen stehen das Betzenweiler Ried im Landkreis Biberach, das Wurzacher Ried im Landkreis Ravensburg sowie die ehemalige Moorlandschaft entlang der Schmiecha auf der Schwäbischen Alb im Zollernalbkreis.
„Die Regionaltreffen bieten die Möglichkeit, aktuelle Moorprojekte kennenzulernen. Sie zeigen, welche Voraussetzungen für Wiedervernässungen geschaffen werden müssen und wie sich Moorflächen nach ihrer Renaturierung entwickeln können“, sagt Sonja Bluhm, Koordinatorin des Netzwerks Naturschutz am Regierungspräsidium Tübingen
Wiedervernässung im Betzenweiler Ried
Den Auftakt macht am 19. Juni das Regionaltreffen Donau-Iller im Betzenweiler Ried. Dort wird das geplante Wiedervernässungsprojekt des Regierungspräsidiums Tübingen in Kooperation mit der Gemeinde Betzenweiler vorgestellt. Auf rund 60 Hektar sollen ökologische Aufwertung, Wasserrückhalt und kommunale Vorsorge miteinander verbunden werden.
Die Exkursion informiert über die fachlichen, planerischen und genehmigungsrechtlichen Anforderungen eines solchen Vorhabens. Gleichzeitig wird die Bedeutung des Gebiets für Wasservögel, Biber, Wiesenbrüter, Fische und Steinkrebse vorgestellt.
Erfolgreiche Moorrenaturierung im Wurzacher Ried
Das Regionaltreffen Bodensee-Oberschwaben führt in das Wurzacher Ried, das größte noch intakte Hochmoor Mitteleuropas. Während Teile des Wurzacher Rieds bis heute weitgehend unberührt geblieben sind, wurde in anderen Bereichen über Jahrhunderte Torf abgebaut. Seit dem Ende des Torfabbaus Anfang der 1990er-Jahre wird das Ried schrittweise wiedervernässt und renaturiert.
Die Exkursion führt über den Bohlenpfad, vorbei an ehemaligen Abbauflächen und durch heutige renaturierte Moorflächen. Die Teilnehmenden erfahren mehr über die Entstehung, Ökologie und Artenvielfalt des Moores sowie über die Herausforderungen des Moorschutzes im Klimawandel.
Moorentwicklung entlang der Schmiecha
Im Regionaltreffen Neckar-Alb am 10. Juli stehen die Moorlandschaften entlang der Schmiecha auf der Schwäbischen Alb im Fokus. Die Exkursion führt zunächst in das Naturschutzgebiet Eselmühle, einen der wenigen erhaltenen Reste des ehemals vermoorten Talzugs der Schmiecha/Schmeie. Dort werden aktuelle Planungen zur Wiedervernässung vorgestellt. Anschließend geht es in das Naturschutzgebiet Geifitze am Ursprung der Schmiecha. Das einst bedeutendste und höchstgelegene Moor der Schwäbischen Alb wurde durch Torfabbau nahezu vollständig zerstört. Heute prägen artenreiche Flachland-Mähwiesen mit Übergang zu Nasswiesen und vom Biber gestaltete Lebensräume das Gebiet. Zahlreichen Vogelarten nutzen das Naturschutzgebiet als Rastplatz.
Austausch, Zusammenarbeit und neue Perspektiven
Ergänzend informieren alle Veranstaltungen über aktuelle Entwicklungen im Moorklimaschutz auf Bundes- und Landesebene. Zudem stellt sich die Fachstelle Moor und natürlicher Klimaschutz mit ihrem Unterstützungsangebot vor.
„Naturschutz lebt vom Engagement vieler Menschen und vom Austausch unterschiedlicher Perspektiven. Mit dem Netzwerk Naturschutz schaffen wir seit über 20 Jahren eine Plattform, auf der Ehrenamt, Verbände, Kommunen und Verwaltung miteinander ins Gespräch kommen und voneinander lernen können. Die Regionaltreffen sind dafür ein wichtiger Baustein“, sagt Sonja Bluhm, Netzwerkkoordinatorin im Regierungspräsidium Tübingen.
Vom Regierungspräsidium Tübingen koordiniert
Das Netzwerk Naturschutz wird vom Regierungspräsidium Tübingen koordiniert. Es vernetzt ehren- und hauptamtlich Engagierte aus Naturschutzverbänden, Verwaltung und Kommunen sowie aus angrenzenden Bereichen wie Wasser-, Land- und Forstwirtschaft. Darüber hinaus bringen sich engagierte Bürgerinnen und Bürger aktiv in das Netzwerk ein. Der thematische Schwerpunkt wechselt jährlich. Gemeinsames Ziel ist die Erhaltung und die Stärkung der biologischen Vielfalt.
Anmeldung
Eine Anmeldung zu den Regionaltreffen ist erforderlich. Die Anmeldehinweise sind online unter Netzwerk Naturschutz Tübingen Naturschutz | Regierungspräsidium Tübingen zu finden (siehe roter Link-Balken in der rechten Spalte).


































