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    Ein-Gang-Radrennen in Wielazhofen

    Ausschließlich aus eigener Kraft

    Foto: Annika Brauchle
    Die Sieger beim Ein-Gang-Rennen in Wielazhofen.:
    veröffentlicht am: 21.09.2026
    Autor: Julian Aicher
    Lesedauer: ca. 2 Minuten

    Wielazhofen – Freitagabend, 11. September. Die Sonne scheint noch, aber die Uhr zeigt schon gegen 18.00 Uhr.  Eine kleine Wiese am Ortsrand von Wielazhofen. 52 Leute haben sich angemeldet zu einem Radrennen. Und zwar zu einem ganz besonderen. Denn vorwärts geht’s dabei ausschließlich mit eigener Körperkraft. Also nix Gangschaltung, nix Elektroantrieb. Startgebühr: 5 Euro.

    Der Pokal, um den es geht, ist noch ein gutes Stück älter als die Räder: Er stammt aus dem Jahre 1924.

    Auch diese Fahrradklingel hat schon etliche Jahrzehnte auf dem Buckel.

    Doch doch. Mit einem Elektrofahrrad darf durchaus gestartet werden. Aber „ohne Akku“.  So schlicht wie klar die Regeln, über die die beiden Rennleiter Matthias Brauchle und Lukas Fink da aufmerksam wachen. Heißt: Wer einen Drahtesel mit Gangschaltung mitbringt, bekommt den Schalter mit Klebeband stark versperrt.

    Ansonsten sind der Phantasie kaum Grenzen gesetzt. Mancher der Drahtesel wirkt so, als ob er gerade aus einem Museum entlehnt worden sei. Etwa mit Graphitlampen. Tatsächlich seien einige der Drahtesel fast so alt wie der Jahrgang des ersten derartigen Radrennens in Wielazhofen. Das fand nämlich 1926 statt, berichtet Rennleiter Brauchle. Während heute aber der örtliche Schützenverein das Ganze ausrichtet, lud damals der „Gemütlichkeitsverein“ Wielazhofen zu der Sause. Er nannte sich 1930 in „Schützenverein“ um.

    Ziel des Ganzen: „Spaß zu haben“. Mal mit muskelbewegenden Radrennen, mal mit Sackhüpfen. Freude finden etliche von denen, die teilnehmen, an mehr als am Radrennen selbst. Denn ihre Kleidung wirkt so, als ob sie die Hosen, Jacken und Mützen schon 1926 erworben hätten. Zwar gibt Rennleiter Lukas Fink den Start jeweils mit einem Pistolenknall frei. Aber ganz so bierernst scheinen die Veranstalter die 2,2 Kilometer lange Tour nicht zu nehmen. Denn auf der Acht-Minuten-Route lockt ein Gehöft als Ruhestelle. Dort drehen die einen ein paar Runden mehr, während die anderen dem Gerstensaft zusprechen.

    „Hopp, hopp, hopp“. Schräg bergan werden die Muskelradlerinnen und -radler dann doch von Umherstehenden am Zielpunkt angefeuert. Gewonnen haben:

    1 Marco Reisacher und Andreas Kaufmann (Tandem)
    2 Manne und Jona Heinz (Tandem)
    3 Sebastian Prinz
    4 Andreas Kaufmann
    5 Jan Völlinger

    Nach der Siegerehrung pflegen die Sportbegeisterten des Schützenvereins noch eine Tradition, der sich wohl 1926 schon der Gemütlichkeitsverein verpflichtet sah: feiern. Wann wird der Wielazhofer Radparcous zur olympischen Disziplin?
    Text und die meisten Fotos: Julian Aicher

    Viele Fotos in der Galerie

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    Julian Aicher
    veröffentlicht am
    21.09.2026
    Lesedauer: ca. 2 Minuten
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