2:4 gegen Bietigheim – das Aus für die Towerstars Ravensburg


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Ravensburg – Die Ravensburg Towerstars haben erneut einen harten Kampf geliefert, letztlich hat es jedoch nicht gereicht. Das Team von Coach Bo Subr unterlag am Dienstagabend (31.3.) im siebten und entscheidenden Spiel der Viertelfinalserie den Bietigheim Steelers mit 2:4.
Die CHG Arena war mit 3.418 Zuschauern bereits am Mittag restlos ausverkauft – alles war also angerichtet für die ultimative Entscheidung um den Einzug ins DEL2-Halbfinale. Trainer Bo Subr hatte an diesem Abend an der Aufstellung gefeilt: Mark Rassell tauschte mit Alex Ahlroth die Positionen, Anselm Gerg rückte für Nikita Kessler in die vierte Reihe.Die ersten Wechsel waren auf beiden Seiten noch etwas zaghaft, die Gäste aus dem Ellental hatten dann allerdings klare optische Vorteile. Die Towerstars hatten Probleme mit der kompakten Defensive der Gäste und verhakten sich vielfach bereits in der neutralen Zone. Auf der Gegenseite wirkten die Steelers geradlinig und mit viel Zug zum Tor. Das hatte in der 8. Minute erstmals Folgen: Tim Schüle zog von der blauen Linie ab, Towerstars-Keeper Ilya Sharipov sah die Scheibe zu spät und der Puck schlug flach zum 0:1 im rechten Eck ein. Bei den Gastgebern lief es ab der zweiten Hälfte des Startabschnitts etwas besser, allerdings fehlte in vielen Szenen die letzte Konsequenz im Abschluss sowie das viel zitierte Scheibenglück. Beispielsweise knallte ein Schuss von Mark Rassell vom Innenpfosten an die Latte. Auch Kapitän Robbie Czarnik hatte den Ausgleich vor Augen, als er von Alex Ahlroth im Slot freigespielt wurde.Der zweite Abschnitt hätte für die Oberschwaben kaum ungünstiger beginnen können: Nur 35 Sekunden waren gespielt, als Tim Schüle erneut von der blauen Linie abzog. Wieder war die Sicht verdeckt und Bietigheim lag mit 0:2 in Front. Der Rückstand und nicht zuletzt die erschreckende Effizienz der Gäste taten den Towerstars auch danach nicht gut. Sie hatten weiterhin Probleme im Angriffsspiel, erst eine doppelte Überzahl in der 30. Minute sollte zum viel zitierten Dosenöffner werden.
Odeen Tufto wurde für die Direktabnahme in Position gebracht und verwandelte zum 1:2-Anschlusstreffer. Dieser Treffer sollte dem Spiel eine neue Richtung geben. Zwar hatte Bietigheim weiterhin Torchancen durch das bekannt gefährliche Umschaltspiel, die Towerstars sorgten mit viel Druck nun aber für hochkarätige Möglichkeiten. Diese blieben jedoch ohne Ertrag – Steelers-Torhüter Olafr Schmidt hatte einen glänzenden Tag erwischt. Zur Schlüsselszene wurde dann eine Strafzeit in der Schlussminute des zweiten Abschnitts: Alec Ahlroth musste wegen Beinstellens auf die Strafbank und die ins Schlussdrittel übertragene Überzahl nutzten die Gäste prompt aus. Arne Uplegger traf per Distanzschuss zum 1:3 – auch das mussten die Oberschwaben erst einmal verdauen.Wie erwartet zog sich Bietigheim im Schlussdrittel weiter zurück und lauerte auf Konter. Diese wurden zwar stets gefährlich, doch die Towerstars übernahmen wieder mehr Spielanteile. Die Bemühungen wurden schließlich belohnt: Matej Mrazek wirbelte zunächst hinter dem Tor, positionierte sich dann am linken Bullykreis und verwertete den Pass von Philipp Mass präzise in den rechten Torwinkel zum 2:3. Fortan spielten sich dramatische Szenen vor dem Bietigheimer Tor ab. Mehrfach hatten die Fans den Torschrei auf den Lippen, doch entweder wackelte nur das Außennetz oder Olafr Schmidt brachte irgendwie einen Ausrüstungsgegenstand zwischen Puck und Torlinie.Acht Minuten vor Schluss folgte dann der letztlich entscheidende Nackenschlag: In der neutralen Zone blieb Nick Latta nach einem Check verletzt liegen. Die Unparteiischen entschieden jedoch weder auf Strafzeit noch auf Spielunterbrechung und den anschließenden 2-gegen-1-Konter nutzten die Gäste eiskalt aus. Cole Fonstad, der für die Towerstars bereits die gesamte Serie über zum Albtraum avanciert war, schob frei am rechten Pfosten zum 2:4 ein.
In der Schlussphase versuchte Towerstars-Trainer Bo Subr noch einmal alles, nahm bereits dreieinhalb Minuten vor dem Ende den Torhüter vom Eis. Doch all dies konnte den bitteren Gang in die Sommerpause nicht mehr verhindern. Bietigheim brachte den Sieg über die Zeit, entschied die hoch spannende Serie mit 4:3 für sich und zog ins Halbfinale gegen die Kassel Huskies ein.„Gratulation an Bietigheim. Die Steelers haben den entscheidenden Tick härter und cleverer um den Sieg gekämpft. Auch die Leistungsträger und Schlüsselspieler machten letztlich den Unterschied“, sagte ein enttäuschter Towerstars-Trainer Bo Subr. Er dankte jedoch seinen Spielern, die sich nach einer schwierigen Saison in die Position gebracht hatten, am Einzug ins Halbfinale zu kratzen. Auch Verteidiger Simon Sezemsky merkte direkt nach dem Spiel an: „Wir können und müssen mit erhobenem Haupt vom Eis gehen.“ Das sahen auch die Zuschauer und Fans so, die das Team noch einmal mit aufmunterndem Beifall zum letztmaligen Gang in die Kabine verabschiedeten.


































