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    Klartext aus dem Verkehrsministerium

    Reaktivierung der Bahnstrecke Leutkirch – Isny aufs Abstellgleis geschoben

    Foto: Stadtarchiv Leutkirch
    Der Leutkircher Bahnhof auf einer historischen Postkarte. Rechts sieht man die Richtung Isny führenden Gleise. Der Zug im Vordergrund ist von Memmingen her gekommen. Die Postkarte stammt aus dem Bestand des Leutkircher Stadtarchivs. Sie wird auf „nach 1912“ datiert, da die 1912 eröffnete Schule unterhalb der Wilhelmshöhe auf dem Bild schon vorhanden ist.
    veröffentlicht am: 08.10.2026
    Autor: Gerhard Reischmann
    Lesedauer: ca. 3 Minuten

    Leutkirch / Isny (rei) – Der Traum von einer Reaktivierung der Bahnstrecke Leutkirch – Isny ist fürs erste ausgeträumt. In einer Prioritätenliste von Verkehrsministerin Nicole Razavi wird „Leutkirch – Isny“ unter Tranche 2 („Weiterer Bedarf“) zusammengefasst. Für Vorhaben der Tranche 2 könne „derzeit keine landesseitige Unterstützung“ angeboten werden. „Das muss keine Absage für immer sein“, so Razavi weiter. Dennoch erhält die von manchen hiesigen Eisenbahnliebhabern und Verkehrsplanern ernsthaft angestrebte Reaktivierung der Bahnstrecke Leutkirch – Isny mit dieser Eingruppierung einen schweren Dämpfer.

    In der heute (8.10.) verbreiteten Pressemitteilung des Landesverkehrsministeriums werden die Prioritäten angesichts der staatlichen Finanznot klar benannt. Baden-Württembergs Verkehrsministerin Nicole Razavi (CDU) wird wie folgt zitiert: „Die Finanzierungssituation des Schienenpersonennahverkehrs (SPNV) hat sich gravierend verschlechtert. Die Regionalisierungsmittel des Bundes sind nicht mehr auskömmlich. Zusätzlich wird der SPNV durch Trassenpreiserhöhungen (,Schienenmaut‘) in Folge eines EuGH-Urteils massiv belastet.  In der Summe fehlt uns dadurch künftig, sofern sich die Situation nicht verbessert, jährlich ein dreistelliger Millionenbetrag. Daher ist in Baden-Württemberg aktuell, wie in allen anderen Bundesländern, selbst der Bestand des Zugangebots gefährdet.  In dieser drastisch veränderten Situation muss das Land auch bei Reaktivierungen klar und vernünftig priorisieren. Mit dem vorgelegten Konzept begeben uns auf einen realistischen Pfad.“

    Die verschiedenen Reaktivierungsvorhaben im Land wurden in zwei Tranchen eingeteilt. Tranche 1 („Prioritäre Projekte“) umfasst die Projekte, die „ab sofort“ weiter vorangetrieben werden. Sie besteht laut Mitteilung zum einen aus den bereits in Bau befindlichen Projekten und solchen, bei denen bereits eine formale Zusage des Landes zur späteren Übernahme der Betriebskosten erfolgt ist. Ferner finden sich in dieser Gruppe Projekte mit einem „verfestigten Umsetzungsstatus“, das heißt: Die Planung wurde aufgrund früherer Zusagen des Landes bereits begonnen bzw. Mittel für die Planung wurden von den kommunalen Partnern bereits ausgegeben. 

    Alle weiteren Projekte sind in einer Tranche 2 („Weiterer Bedarf“) zusammengefasst und werden „zunächst“ zurückgestellt. Für sie könne „derzeit keine landesseitige Unterstützung“ angeboten werden. „Das muss keine Absage für immer sein“, so Razavi. „Nach fünf Jahren werden diese Projekte einer erneuten Bewertung unterzogen. Sollten sich zwischenzeitlich neue Initiativen für Reaktivierungsvorhaben ergeben, können diese dann ebenfalls bewertet werden – immer natürlich auch vor dem Hintergrund unserer finanziellen Möglichkeiten.“

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    Ein schwerer Dämpfer für die hiesigen Initiatoren

    Der Pressemitteilung ist eine Liste der in Baden-Württemberg zur Reaktivierung anstehenden Bahnstrecken beigegeben. Dort wird „Leutkirch – Isny“ unter Tranche 2 gelistet. Mit dieser Eingruppierung erhält die von manchen hiesigen Eisenbahnliebhabern und Verkehrsplanern angestrebte Reaktivierung der Bahnstrecke Leutkirch – Isny einen schweren Dämpfer.

    1874 eröffnet

    Die Bahnlinie Leutkirch– Isny war 1874 eröffnet worden. Der Personenverkehr wurde 1969 eingestellt, der Güterverkehr nach Isny fand 1976 sein Ende. Bis Urlau hatte es noch bis 2001 militärischen Güterverkehr (Transporte von und zur MUNA) gegeben. Eine Reaktivierung würde erhebliche Baumaßnahmen und erneuten Grndstückserwerb erforderlich machen, da die alte Strecke weitgehend abgebaut ist.
    Gerhard Reischmann

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    Gerhard Reischmann
    veröffentlicht am
    08.10.2026
    Lesedauer: ca. 3 Minuten
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