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Heggelbach – Mit Blasmusik, Stolz und spürbarer Vorfreude hat die Dorfgemeinschaft Heggelbach am Donnerstag (24.9.) das Richtfest für den neuen Multifunktionsraum gefeiert. Auf dem Dorfplatz direkt neben Kirche, Alter Schule und Friedhof entsteht der künftige Mittelpunkt des dörflichen Lebens.

Heggelbachs schöne Mitte.
Zum Auftakt gab die Musikkapelle unter Leitung von Dirigentin Franziska Diethelm ein Standkonzert und stimmte mit den Traditionsstücken „Wir Musikanten“ und „Mein Heimatland“ auf die Feierstunde ein. Besonders für die Musikantinnen und Musikanten markiert der Neubau einen Befreiungsschlag: Im bisherigen Schulsaal stießen die bis zu 55 Aktiven längst an räumliche Grenzen.
Doch nicht nur die Musikkapelle darf sich freuen – auch die anderen Vereine und alle Generationen im Ort erhalten mit dem Gebäude eine neue Heimat für Zusammenkunft und Engagement.

Der Vorsitzende vom Dorftreff Alte Schule Heggelbach, Wolfgang Ehrmann, begrüßte sichtlich erfreut zahlreiche Gäste, darunter Leutkirchs Oberbürgermeister Hans-Jörg Henle, Ortsvorsteher Sven Stöckle, Robert Müller vom Stadtbauamt, Statiker Eugen Schmid, Planer Reinhold Mendler und vom Gemeinderat Waldemar Westermayer, Alfons Notz und Monika Heinz. Ein besonderer Willkommensgruß galt den ausführenden Handwerkern des Baugeschäfts Mangler, Elektrotechnik Traut sowie den Zimmerleuten der Holzbaufirma Schele aus Ratzenried.

Alfons Notz und Waldemar Westermayer
Sehr viel ehrenamtlich geleistete Arbeit
Oberbürgermeister Hans-Jörg Henle blickte in seiner Ansprache auf den Ursprung zurück: Vor zwei Jahren hatte der damalige Ortsvorsteher Alois Peter im Gemeinderat den Grundsatzbeschluss erwirkt. Das ehrgeizige Vorhaben fußt auf zwei tragenden Säulen: Rund 2000 ehrenamtlich eingeplante Arbeitsstunden von freiwilligen Helfern aus dem Ort sowie maßgebliche Zuschüsse aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) und der Stadt Leutkirch.
Ein Projekt, das Menschen zusammenbringt
Das Fördergeld des Landes sei hier genau richtig angelegt, betonte das Stadtoberhaupt: als ein echtes Demokratieprojekt, das Menschen zusammenbringe und Austausch ermögliche – Werte, die gerade in unserer Zeit von unschätzbarem Wert seien. Henle lobte ausdrücklich die Vergabe an Handwerksbetriebe aus der Region, dankte der Nachbarschaft für ihr Wohlwollen und wünschte für den nun anstehenden Innenausbau weiterhin einen unfallfreien, zügigen Verlauf.
Traditioneller „Hebauf“ und zerschelltes Glas

Der feierliche Höhepunkt folgte mit dem traditionellen „Hebauf“: Nachdem die Zimmerleute das festlich geschmückte Bäumchen in die Höhe gezogen hatten, trat Felix Leupolz von der Zimmerei Schele an, um hoch oben den Richtspruch vorzutragen:
„Ein Haus für Vereine soll es werden, für Jung und Alt und alle auf Erden. Hier wird geschafft, gesungen, gelacht, und sicher auch das eine oder andere Bier aufgemacht. […] Gott schütze dieses Haus und alle, die darin gehen ein- und aus!“
Nach altem Brauch leerte der Handwerker die Gläser der Reihe nach auf das Wohl der Großen Kreisstadt Leutkirch, der Heggelbacher Vereine, des Architekten sowie aller beteiligten Gewerke. Das letzte Glas weihte er mit Stolz dem eigenen Zimmererhandwerk und dem Baustoff Holz, ehe es mit Schwung am Boden zerschellte – getreu der Handwerkerregel, dass Scherben Glück bringen.
Handwerk lobt vorbildliche Teamarbeit

Zimmerermeister Thomas Schele hob abschließend die außergewöhnlich harmonische und konstruktive Zusammenarbeit aller Partner hervor: Das Zusammenspiel zwischen der Stadt Leutkirch, den beiden Hauptorganisatoren Wolfgang Ehrmann und Reinhold Mendler, den örtlichen Vereinen und den beteiligten Handwerkern habe auf der Baustelle nahtlos und Hand in Hand funktioniert.

Wohlverdient: der Richtfestschmaus.
Daten und Fakten zum Bauwerk
Der barrierearme Neubau schließt über einen massiven Verbindungsbau mit Flachdach, in dem die modernen Sanitärräume untergebracht sind, direkt an die Alte Schule an.
- Nutzung: Multifunktionsraum für Vereinsleben, Proben und Bürgerbegegnung
- Gebäudemaße: 17,99 m Länge × 10,30 m Breite (rund 186 m² Grundfläche)
- Wände: Ökologische Holzrahmenbauweise mit Holzfaserdämmung; die Nordwand wurde zur Abfangung und Stabilisierung des Hanggeländes aus massivem Stahlbeton gefertigt
- Dachkonstruktion: Freitragende, im Innenraum sichtbare Binderkonstruktion mit Zugband aus Brettschichtholz und Koppelpfetten; Dämmung vollständig aus Holzfaser
- Außenhülle: Nachhaltige, senkrechte Holzfassade
Text und Fotos: Hans Reichert






































