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Leutkirch – Heute um 11.00 Uhr wurde das „Löwenzahnbähnle“ gestartet. Nach den erfolgreichen Testfahrten mit einer gemieteten Bahn im vergangenen Jahr hat die Große Kreisstadt nun ein eigenes Bähnle angeschafft. Oberbürgermeister Hans-Jörg Henle würdigte das Projekt als wichtige Maßnahme zur Stärkung des Leutkirch-Tourismus und der Innenstadtentwicklung. Das „Löwenzahnbähnle“ biete Familien, Urlaubsgästen sowie Einheimischen eine besondere Möglichkeit, Leutkirch auf erlebnisreiche Weise zu entdecken. Die Anschaffung durch die Stadt wurde durch das Förderprogramm LEADER unterstützt. Hier der Bericht unseres Reporters Julian Aicher:

Freuten sich über das neue „Löwenzahnbähnle“: Julia Panzram (Tourist-Info der Stadt, zuständig auch für Bäder), Thomas Stupka (Wirtschaftsförderung und Öffentlichkeitsarbeit der Stadt), OB Hans-Jörg Henle, Alexandra Gronmayer und Silvia Ulrich (beide LEADER) und Tobias Pflug (Stadtmarketing und Innenstadtentwicklung). Foto: Stadt Leutkirch
Freitagvormittag, 26. Juni, 11.00 Uhr. Die Kirchenglocken läuten, bevor Oberbürgermeister Hans-Jörg Henle am Werdich-Haus gegenüber dem Hotel „Post“ mit der Einweihungsfeier des „Löwenzahnbähnles“ unter sengender Sonne beginnt. Seine drei Waggons auf Reifenrädern sollen ab 30. Juni täglich viermal von CenterParcs in die Leutkircher Kernstadt rollen. Für 2 Euro pro Person und zu 1 Euro je Kind. Familien zahlen 5 Euro. So können Gäste aus der Urlauer Feriensiedlung in Leutkirch innerorts einkehren, besetzen aber keine Parkplätze dort. Umgekehrt bietet das Löwenzahnbähnle auch den Einheimischen eine entspannte Gelegenheit, den Ferienpark zu besuchen.

In Italien hergestellt, bildet das insgesamt 18 Meter lange Vehikel das zweite Verkehrsmittel dieser Art überhaupt in Deutschland. Angetrieben mit Sonnenstrom aus Leutkirch, zieht es leise seine Runden. Fröhlich winkten Buben und Mädchen vor der Werkrealschule am Adenauerplatz den Bähnli-Mitfahrenden am Freitagvormittag zu.
Das „Löwenzahnbähnle“ bringt ab kommenden Dienstag (30.6.) Urlauberinnen und Urlauber von CenterParcs mit verschiedenen Halts in Urlau (etwa an der „Genussmanufaktur“) in die Leutkircher Kernstadt. Und zurück. Dank günstigem Fahrpreis bleibt diesen dann genug Geld, die Leutkircher Gastronomie und Geschäfte zu genießen. Parkplätze werden so in Leutkirch nicht besetzt.
Kostenpunkt: 520.000 Euro. Davon zahlt die Europäische Union (EU) über ihr LEADER-Projekt 40 %. Das „Löwenzahnbähne“ stelle im Allgäu „ein besonderes Alleinstellungsmerkmal“ dar, freute sich LEADER-Mitentscheiderin Silvia Ulrich. „Wir waren von Anfang an von diesem Projekt begeistert“, lobt die Beuerenerin. Die Große Kreisstadt Leutkirch decke ihren Anteil an den Gesamtkosten aus der „Gästabgabe CP“ – also nicht aus dem eigentlichen städtischen Haushaltstopf. Dies sei durch die Zusammenarbeit mit CenterParcs so möglich, erklärt Oberbürgermeister OB Henle. Er lobt ausdrücklich die gute Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat in dieser Sache.
Pneumatische Rampe
Auf ein kundenfreundliches Detail macht Oberbürgermeister Henle aufmerksam. Dank einer „pneumatischen Rampe“ an einem der Waggons ist es auch Behinderten möglich mitzufahren. Das „Löwenzahnbähnle“ sei auch genehmigungsbezogen ein bemerkenswerter Sonderfall, erläutert der städtische Pressesprecher Thomas Stupka am Freitag. So habe man sich immer wieder mit dem TÜV ausgetauscht. Für das Landratsamt Ravensburg war es die erste Genehmigung dieser Art überhaupt. Insgesamt wirkten 30 verschiedene Behörden, Firmen und Vereinigungen mit, zählt der OB auf.

Nachdem das Stadtoberhaupt allen, die sich für das neue touristische Glanzlicht starkgemacht hatten, gedankt hatte, erbat Pfarrer Andreas Braun Gottes Segen (Bild).
Nach freudigem Applaus stiegen die meisten Anwesenden zu einer kleinen Probefahrt in die Waggons.
Julian Aicher
































