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Leutkirch – Einmal im Jahr präsentiert der Leutkircher Alpenverein (DAV) bei der Bergschau sein Tourenangebot. Im Mittelpunkt des Abends steht jeweils der Rückblick auf eine besondere Unternehmung. Der fiel am 15. Oktober besonders spektakulär aus: Tourenleiter Niclas Sonntag berichtete hautnah und mit faszinierenden Bildern von der Besteigung der Ama Dablam, dem über 6800 m hohen „Matterhorn des Himalaya“.

Die Ama Dablam, das „Matterhorn des Himalaya“! Sie war das Ziel von Niclas Sonntag bei einer Expedition im November 2024.
Ohne Träger geht es nicht
Vier Wochen waren für die Expedition im November 2024 veranschlagt, allein drei davon für den Anmarsch aus der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu und die Akklimatisation. Zur Vorbereitung in der Heimat joggte Niclas Sonntag unter anderem auf den Hochgrat. Zweimal hintereinander in je einer Stunde. Eine zweite Herausforderung: das Zusammenstellen der Ausrüstung. Vor Ort kamen am Ende 40 Kilo zusammen, was ohne einheimische Träger nicht zu bewältigen gewesen wäre. Was für unglaubliche Leistungen sie vollbringen, führte ihm der Transport einer kompletten Tiefkühltruhe im Hochland vor Augen.
Sorgfältige Akklimatisation
Zur sorgfältigen Akklimatisation ideal seien rund 500 Höhenmeter pro Tag – die Schlafstelle betreffend. Beim stetigen Auf und Ab durch das Khumbu Tal und den ersten Blicken auf die Eisriesen im Everest-Gebiet wurde Niclas Sonntag klar, wie viele Vegetationszonen sich in Nepal auf kleinstem Raum ballen. Mit einem ersten, relativ einfachen 5000er-Gipfel begann der ernste Teil der Unternehmung. Es folgte der von vielen Expeditionen bestiegene Lobuche mit bereits über 6000 Metern. Schließlich wurde das gut 4600 m hoch gelegene Basislager erreicht. Beim Blick auf den Gipfel, der als einen der formschönsten der Welt zählt, stellte er sich die Frage: „Wie soll ich da nur hinaufkommen?“
35 Stunden am Stück wach
Die Ama Dablam gilt als technisch herausfordernd. Doch es klappte. Sogar sehr flott. Nur beim Speed Rekord der später im Karakorum so tragisch verunglückten Laura Dahlmeier ging es in dieser Zeit noch schneller. Nach dem überwältigenden Gipfelmoment folgte noch der mental und körperlich extrem anstrengende Abstieg. Insgesamt war Niclas Sonntag am Ende über 35 Stunden wach gewesen.
Ehrenamtliche Helfer gesucht
Die rund neunzig Interessierten im Bocksaal spendierten schließlich lebhaft Beifall. Vorstandsmitglied Klaus Zugmaier blieb es vorbehalten, erste Ausblicke auf im Jahr 2027 geplante Touren zu geben. Das komplette Programm soll in gedruckter Form sowie online kurz vor Weihnachten zur Verfügung stehen. Wobei er die Gelegenheit nicht ausließ, für weitere Ehrenamtliche zu werben. So sucht die Sektion Leutkirch nach wie vor Unterstützung für den Unterhalt der Hütten und Wege in den Lechtaler Alpen sowie die Betreuung der Internetseite. Auch weitere Jugend- und Tourenleiter und vor allem ein Naturschutzreferent wären hoch willkommen.
Auch Laura Dahlmeier war auf der Ama Dablam
Auch Laura Dahlmeier, die im Himalaya so tragisch ums Leben gekommene Olympiasiegerin Ama Dablam, hatte die Ama Dablam bestiegen. Über ihre Expedidition berichtete das ZDF-Sportstudio – das Video findet sich unter www.youtube.com/watch?v=Rz6Cz2oLS4M.
Bilder von Niclas Sonntags Ama Dablam-Expedition

Das muss alles mit – die Packliste will gut geplant sein.

Nach einigen Tagen Anmarsch eröffnet sich der erste Blick auf das Objekt der Begierde.

Da will Niclas rauf: die mehr als 6800 Meter hohe Ama Dablam.

Auch schon über 6000 m hoch: Der Gipfelgrat des Lobuche.

Im Basislager stellt sich die Frage: „Wie soll ich da nur hinaufkommen?“

Impression aus dem auf fast 6000 m gelegenen Hochlager.

Der überwältigende Moment am Gipfel.

Eine Tour ist erst geschafft, wenn man wieder heil unten ist. Nach vielen Stunden auf den Beinen ist auch beim Abstieg im Steileis höchste Konzentration erforderlich.
Text: Ulli Stark / Fotos: © Niclas Sonntag





































