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Leutkirch – „Immobilien privat verkaufen.“ So der Titel einer Ansprache von Immobilienfachmann Frank Baur aus Weingarten am Montagabend, 5. Oktober. Bauer sprach erstmals im Bocksaal. Er ging dabei immer wieder der Frage nach: „Wie verkaufe ich bestmöglich?“
Die meisten Plätze waren besetzt an Tischen im Bocksaal. An Handzeichen gut erkennbar: Das Publikum bestand hauptsächlich aus Leuten, die entweder Häuser oder Wohnungen erwerben oder veräußern wollen. Da wartete Frank Baur mit vielerlei Tipps auf. Baur verfügt über Erfahrung. Seit 1994 arbeitet der in Riedhausen (Kreis Ravensburg) wohnende Fachmann als Makler in Weingarten. In seiner Firma „Baur Immobilien“ arbeiten inzwischen rund 60 Personen. Darunter nicht nur Makler. Selbst eine eigene kleine Druckerei unterhält das Unternehmen.
Beachtlich gesteigert. Dabei wartete Baur mit bemerkenswerten Hinweisen auf. So hätten sich die Preise für durchschnittliche Einfamilienhäuser zwischen Iller und Bodensee während der letzten zehn Jahre vor 2022 etwa verdoppelt. Umso wichtiger seien deshalb Antworten auf die Frage wichtig: „Wie verkaufe ich bestmöglich?“
Dabei könne der erste Eindruck, für den es bekanntlich keine zweite Chance geben soll, stark mitentscheidend sein. Etwa der Geruch im Haus. Der solle bei Besichtigungen „neutral“ in die Nasen der Neugierigen steigen. Oder appetitlich. Frank Baur: „Backen sie Brot oder Kuchen.“ Bei Besuchen von Kaufinteressierten gelte dann auch: „Türen auf!“ So wirke das Gebäude innen größer. In den USA werde heute manchmal sogar der Rasen vor dem angebotenen Haus frisch grün gefärbt.
Wer Wohnungen zum Kauf anbiete, solle darauf achten, dass sie mit dem, was sonst am örtlich regionalen Markt angeboten wird, vergleichbar wirken. Damit schränkte Immobilienfachmann Baur sein Wissen derweil nicht auf Appartements ein. Auch ehemalige Bauernhöfe – auch schon wohnlich umgebaute – könnten Käuferinnen oder Käufer finden. Zu einem der dabei feilgebotenen Gebäude erinnert er sich: „Das Schlafzimmer war der Saustall.“ Da hatte Baur die Lacher auf seiner Seite.
Dabei gehe es hier meist um eine todernste Sache. Grundsätzlich riet Baur seiner Zuhörerschaft: „Sie können nichts verkaufen, was Sie nicht offiziell besitzen.“ Und das bedeute: Eingetragen bei den Behörden – meist den Bauämtern. Die ehemalige Dachbühne; später ausgebaut mit ein paar Zimmern für die Kinder: Immobilienrechtlich gelte dieses Dachgeschoss nach wie vor nur als Dachbühne – solange amtlich nichts anderes vermerkt sei. So könne es passieren, dass ein Käufer nach seinem Erwerb die Kinderzimmer im Dachgeschoss wieder als reine Dachbühne bezeichne – und den Verkäufer auf Wertminderung verklage. Der müsse dann womöglich mehrere Zehntausend Euro Schadensersatz an den Käufer zahlen.
Wie sicher ist das alles? Oder: Für wen gilt die Gebäudeversicherung? Für die oder für den, die als Eigentümer im amtlichen Grundbuch stehen. Wenn also Frau Maier ihr Gebäude an Familie Müller verkauft habe, muss Frau Müller die Versicherung aufrechterhalten, bis das Eigentum im Grundbuch umgeschrieben ist – was gut und gern drei bis neun Monate dauern kann.
Mit diesem Hinweis – und mit noch vielen mehr – erregte Immobilienmann Frank Baur am Montagabend im Bocksaal die sichtbare Aufmerksamkeit des Publikums. Manche vereinbarten anschließend gleich persönliche Beratungstermine. Wer Frank Baur noch nicht gehört hat, dies aber gerne tun würde, kann ihn als Vortragsredner am Dienstag, 13. Oktober, im E-con Arena Park Memmingen und am Donnerstag, 15. Oktober, in der Inselhalle Lindau erleben. Jeweils um 17.30 Uhr (Saalöffnung: 17.00 Uhr).
Julian Aicher






























