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Gemeinderat gibt „Leistungsverzeichnis“ frei

14,5 Millionen für die Marktstraße

Foto: Julian Aicher
Einstimmig wurde im Gemeinderat beschlossen, die Vergabe von Leistungen zum Umbau der Marktstraße im Umfang von 14,5 Millionen einzuleiten. Baubeginn ist im Frühjahr 2027.
veröffentlicht am: 22.09.2026
Autor: Julian Aicher
Lesedauer: ca. 4 Minuten

Leutkirch – Am heutigen Dienstag, 22. September, ist es so weit: Die Stadtverwaltung schreibt das „Leistungsverzeichnis“ (LV) für die Sanierung der Marktstraße öffentlich aus. Einschließlich Fernwärmeversorgung dort. Dies hat der Gemeinderat am gestrigen Montagabend einstimmig freigegeben. Es handelt sich dabei um insgesamt rund 14,5 Millionen Euro. Damit geht die Stadt Leutkirch einen großen Schritt in Richtung Sanierung der Marktstraße voran. Im Frühjahr 2027 sollen die Bauarbeiten beginnen.

Der Gemeinderatsbeschluss im Wortlaut

1) Der Gemeinderat billigt die aktuelle Kostenberechnung für die Baumaßnahme „Infrastruktur und Neugestaltung der Marktstraße“ in Höhe von voraussichtlich rund 14.500.000 €.

2)  Auf Grundlage der vorliegenden Planung und des ausgearbeiteten Haupt- Leistungsverzeichnisses wird die Verwaltung beauftragt, das gesamte Vergabeverfahren für die Baumaßnahme „Infrastruktur und Neugestaltung der Marktstraße“ einzuleiten.

3)  Der Gemeinderat beauftragt die Verwaltung, alle nötigen Anschlussarmaturen für die möglichen Fernwärmehausanschlüsse wie beschrieben im LV zu berücksichtigen und baulich auszuführen.

Darauf einigt sich der Gemeinderat – auf Vorschlag der Verwaltung – „so dass wir im Frühling nächsten Jahres mit den Baustellen beginnen können.“ Vor der Abstimmung sagt Markus Lutz vom Tiefbauamt am Montagabend: „Wir wollen morgen das Leistungsverzeichnis veröffentlichen.“ Zuvor hatte Oberbürgermeister Hans-Jörg Henle davon berichtet, dass das Land die ganze Sache mit 1,4 Millionen Euro bezuschusse – statt mit 250.000 Euro, wie ursprünglich erwartet. Henle: „Wir haben ein großes Entgegenkommen vom RP erfahren.“ Also vom Regierungspräsidium. Dort habe sich unter anderem Finanzbürgermeister Dr. Daniel Gallasch für die Zuwendung stark gemacht.

Markus Lutz vom Tiefbauamt erläutert am Montagabend (21.9.) dem Gemeinderat einen „Abzweig“. Dieser führe von der dann fertigen Fernwärmeleitung jeweils zu jenen Häusern, deren Eigentümerinnen oder Eigentümer sich noch nicht dazu entschlossen hätten, sich an die Fernwärmeleitung gleich 2027 anzuschließen. Kosten pro Abzweig: 2000 Euro brutto – abzüglich der Zuschüsse von außerhalb Leutkirchs.

Mit den Baustellen entlang der Marktstraße sollen dann auch Lagerflächen entstehen. Etwa in Urlau, an der Sägestraße, bei der Kläranlage und im Furtenbachgarten. Zudem schaffe die Stadtverwaltung „hinter dem Bockturm“, auf dem Rathaus-Parkplatz und in der Katholischen Kirchgasse Freiflächen für die Außen-Gastronomie.

„Ein System für die nächsten 80 Jahre“

Stadtrat Alfons Notz (Grünes Bürgerforum) lobte zunächst Susanne Bischofberger und Markus Lutz vom Bauamt. Dann bemängelte Notz aber, dass von der Fernwärmeleitung „Abzweige“ für noch Unentschlossene geschaffen werden sollen. Vor allem aber möchte Notz mehr Bäume auf dem Gänsbühl – auch für kühlenden Schatten in Hitzesommern. Isny habe gezeigt, dass ein Marktplatz mit zu wenig Grün wenig einladend wirke. Oberbürgermeister Henle antwortet darauf, dass der Gänsbühl viel kleiner sei als der Marktplatz Isny. Das „Leistungsverzeichnis“ (LV) könne in der Nacht vom Montagabend auf den heutigen Dienstag nicht mehr geändert werden. Allerdings wolle die Stadtverwaltung danach sich bei den Planungsleuten dafür einsetzen, für mehr Bäume am Gänsbühl Platz zu schaffen.

Als Stadtrat Daniel Krug (Unabhängige) ebenfalls die „Abzweige“ von der Fenwärmeleitung bemängelte, hielt Tiefbauamtsmann Markus Lutz dagegen. Es gehe dabei allerhöchstens um 45 solcher „Abzweige“. Und daran solle das Ganze doch nicht scheitern. Lutz: „Wir bauen da ein System für die nächsten 80 Jahre.“

„Anerkennung von unserer Seite“ erklärt schließlich auch CDU-Fraktionsvorsitzender Waldemar Westermayer. Doch auch ihm liegt am Herzen, in heißen Zeiten für kühle Luft in der Stadtmitte zu sorgen. Da könne doch „ein bißle Feuchtigkeit“ aus dem geplanten Bachlauf durch den Gänsbühl helfen. Susanne Bischofberger vom Bauamt stellt dazu fest: „Da ist keine Vernebelung vorgesehen.“ 

Und so hoben alle Gemeinderatsmitglieder ihre Hand, als über den Verwaltungsvorschlag abgestimmt wurde. Ab heute, Dienstag, 22. September, schreibt die Stadtverwaltung das Leistungsverzeichnis für die mit rund 14,5 Millionen veranschlagte Sanierung der Marktstraße öffentlich aus.
Julian Aicher

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Julian Aicher
veröffentlicht am
22.09.2026
Lesedauer: ca. 4 Minuten
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