

Kontakt
Redaktion
Anzeigen
Kißlegg – Zur aktuellen Wasserknappheit wegen fehlender Niederschläge und hoher Temperaturen schreibt die Bürgerinitiative dezentrale Wasserversorgung (BDW), ein in Kißlegg ansässiger Verein, der seit langem die Interessen der Eigenwasserversorger vertritt, Folgendes:
Im sehr trockenen Jahr 2018, wo wir von April bis in den Herbst keine nennenswerten Niederschläge hatten, war eine Schneeschmelze vorangegangen, die zur Grundwasserneubildung beigetragen hat. In den vergangenen zwei Jahren hat es bei uns in der Region allerdings keinen wirklichen Winter gegeben, was grundsätzlich keine gute Ausgangssituation darstellt.
Gerade in Bezug auf den Klimawandel ist es sinnvoll, Wasser in der Fläche bzw. aus verschiedenen Quellen zu gewinnen. Die BDW Oberschwaben bündelt derzeit über 500 Eigenwasserversorger als Dachverband. Es handelt sich um Quellen, Schacht- und Bohrbrunnen zur Wassergewinnung. Bis dato sind in den letzten Tagen fünf Brunnen (in der Regel Schachtbrunnen, die nicht so tief sind) bekannt geworden, die trocken gefallen sind, was im Moment 1 % der Mitglieder betrifft. Selbstverständlich sind die letzten Wochen und Monate sehr sorgenvoll für alle Eigenwasserversorger. Viele schauen täglich in den Brunnen, prüfen den Wasserstand und machen sich Sorgen, dass der Bedarf nicht mehr gedeckt werden oder die Quelle / der Brunnen sogar ganz versiegen könnte. Diese Sorgen kennen Menschen, die an kommunale Versorger angeschlossen sind, wahrscheinlich nicht. Kommt kein Wasser, ruft man beim Versorger oder der Kommune an.
Unsere Mitglieder organisieren Ihre Wasserversorgung in Eigenverantwortung, ein Anschluss an einen öffentlichen Wasserversorger ist hier oft wirtschaftlich schwierig. Wenn es dabei zu Problemen kommt, kommt der Hilferuf zu uns, den BDW Oberschwaben e. V. Wir halten für unsere Mitglieder beispielsweise vor: Ersatzpumpen, Notstromaggregat, Edelstahlwassertank und IBC-Container. Koordiniert werden die Einsätze ebenfalls von der BDW, die ehrenamtlich organisiert ist. Wenn Wasser zum Auffüllen vom Tank bei einer Notfallversorgung benötigt wird, hilft der Nachbar oder wie aktuell die Gemeinde Kißlegg.

IBC-Container mit Hauswasserwerk. Foto: BDW
Ein Brunnen hat eine Lebenszeit über Generationen hinweg. Es ist aber möglich, dass die Förderleistung im Laufe der Zeit abnimmt, was eine technische Instandsetzung erforderlich macht. Fällt er trocken, kann es sein, dass er nicht mehr „anspringt“ und das Wasser einen anderen Weg geht. Entschließt man sich einen neuen Brunnen zu bohren, besteht die Möglichkeit, auf einen Wünschelrutengänger zuzugehen, mit der großen Hoffnung, Wasser in einer guten Qualität und vor allem einer ausreichenden Schüttung, in nicht zu großer Tiefe an einer Stelle auf seinem Grundstück zu finden. Die Kosten sind fünfstellig und werden vom Betreiber geschultert, im Übrigen auch, wenn vergebens gebohrt wird. Es ist auch möglich, dass ein Brunnen mehrere Haushalte und Gehöfte versorgt und man sich in Wassergemeinschaften organisiert.
Der Klimawandel ist auch bei uns im Allgäu angekommen und die Wetterlagen werden immer extremer.
Manfred Oswald, Vorsitzender BDW Oberschwaben

































