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    Bürgerinitiative dezentrale Wasserversorgung Oberschwaben

    „Wir sind mit unseren Lösungen ein Vorbild“

    Foto: Julian Aicher
    Rappelvoll zeigte sich die Oskar-Farny-Halle Waltershofen bei der Jahreshauptversammlung der Bürgerinitiative dezentrale Wasserversorgung Oberschwaben (BDW)
    veröffentlicht am: 21.04.2026
    Autor: Julian Aicher
    Lesedauer: ca. 4 Minuten

    Waltershofen – Montagabend, 13. April, ab 19.00 Uhr. In der Oskar-Farny-Halle in Waltershofen versammeln sich über 150 Mitglieder der „Bürgerinitiative dezentrale Wasserversorgung Oberschwaben“ (BdW) zur Jahreshauptversammlung. „Lassen Sie sich nicht aus der Mitte bringen“, rät ihnen Fach-Referentin Sonja Dose dabei.

    „Wir haben derzeit 503 Mitglieder aus 55 Städten und Gemeinden. Der größte Anteil kommt historisch bedingt aus Kißlegg mit 276 Mitgliedern, gefolgt von Wolfegg mit 36, Amtzell mit 28, Wangen 26, Leutkirch 22 und Isny 15 Mitgliedern. Besonders begrüßen möchte ich die Mitglieder mit langer Anfahrt aus den Landkreisen Sigmaringen, Biberach und dem Bodenseekreis“, erkläre BdW-Vorsitzender Manfred Oswald (Bild). Dann führte er zur Begrüßung noch aus: „Jeweils ein Mitglied kommt aus Zschernitz (Landkreis Nordsachsen), Düren, Österreich, Münster, Ostfildern.“

    Den vielen Inhaberinnen und Inhabern eigener Brunnen und Abwasseranlagen rief BdW-Vorsitzender Manfred Oswald zu: „Wir sind mit unseren dezentralen Lösungen Vorbild.“ Diese Mitglieder der Bürgerinitiative dezentrale Wasserversorgung Oberschwaben (BdW) ersparten durch ihr eigenverantwortliches Handeln den Gemeinden Millionen von Euros. So müsse das nahe Argenbühl für den Rohrleitungsbau seiner zenralen Wasserversorgung aktuell 4,5 Millionen Euro ausgeben. Das Land fördere derartige Baumaßnahmen – insbesondere größere Hochbehälter. Stichwort: Klimawandel. Manfred Oswald: „Man fragt sich: Warum bekommen wir als Eigenwasserversorger keinen Zuschuss?“

    276 eigene Brunnen

    Dicker Sparstrumpf. Auch dank 276 eigenen Brunnen. Millionen von Euros habe auch das Rathaus Kißlegg durch die vielen Brunnen und Kleinkläranlagen der hauptsächlich ländlichen Bevölkerung nicht für zentrale Anschlüsse an diese Siedlungen ausgeben müssen, betonten sowohl der stellvertretende BdW-Vorsitzende Dr. Friedrich Rockhoff (Bild) als auch Manfred Oswald. Rockhoff nannte den Kißlegger Kämmerer Kant als seinen Zeugen dafür. Milde lächelnd berichtet Oswald, er habe deshalb Bürgermeister Dieter Krattenmacher vorgeschlagen, den dann sanierten „Löwen“ der BdW als Vereinsheim zu überlassen.

    „Man macht das in Eigenverantwortung“

    „Das Schöne an der Sache ist: Man macht das in Eigenverantwortung“, betonte Dr. Friedrich Rockhoff in der Oskar-Farny-Halle. In einem „gewaltigen Kampf“ habe sich die BdW seit 1990 durchgesetzt. So werde sie heute selbst von Behörden als Hilfe auch in Notfälle anerkannt, berichtete Manfred Oswald. Rockhoff lobte das inzwischen „gute Einvernehmen“ mit dem Landratsamt Ravensburg. Ermöglich auch durch vergleichsweise viele „Quereinsteiger mit Lebenserfahrung“.

    Großer Applaus im Saal – und einstimmige Entlastung des Vorstands (Bild). So die Feststellung von Waltershofens Ortsvorsteher Werner Bachmann (nachstehendes Bild)

    Laut klatschende Zustimmung auch für Kassenwartin Gisela Riess (Bild). Sie dient auf diesem Posten der BdW seit zehn Jahren. Kassenprüfer Serge Naumann und Markus Weiland bestätigten den ordnungsgemäßen Zustand des Säckels. Als neuer Kassenprüfer rückt künftig Reinhold Reichle nach.

    „Das ist Ihr Wasser“, rief die Ostallgäuer Diplomingenieurin Sonja Dose (Bild) den BdW-Mitgliedern zu. Daher lieferten Inhaberinnen und Inhaber der hauseigenen Brunnen die beste Gewähr für einen guten Zustand der Anlagen. Dose: „Das Gesundheitsamt steht hinten an.“ Daher riet die Ingenieurin: „Lassen Sie sich nicht aus Ihrer Mitte bringen.“ Dann betonte Dose einige wichtige Grundsätze. Etwa: „Das Ding muss dicht sein.“ Oder: „Stagnation darf nicht sein – Wasser muss fließen.“ Ingenieurin Sonja Dose riet zu einer Excel-Tabelle. Mit ihr könnten diejenigen, die die Brunnen betreiben, Veränderungen im Trinkwasser langfristig beobachten. Außerdem sei eine Art „Brunnenbuch“ für Notfälle sehr sinnvoll.

    Putzen statt desinfizieren

    Auf BdW-Chefs Manfred Oswalds Frage, ob es sinnvoll sei, die eigenen Brunnen gelegentlich zu desinfizieren, kam ein klares Nein von Fachfrau Dose. Das sei nämlich „nur in dem Moment geboten, wo’s dringend erforderlich ist“, „sonst nie!“ Desinfektion im Brunnen wirke sich ähnlich aus wie Antibiothika-Tabletten. Dagegen sei Brunnenputzen durchaus sinnvoll – am besten jährlich. Auf Manfred Oswalds weitere Frage, ob seitens der Fachleute „während der Probeentnahme Fehler passieren“, antwortete Dose mit ja. Vor allem beim Transport der Wasserproben könne es zu Beeinträchtigungen kommen; zum Beispiel wegen zu hoher Temperaturen auf dem Post-Versandweg. „Frau Dose – wir haben uns heute nicht das letzte Mal gesehen“, sagte BdW-Häuptling Manfred Oswald zum Abschluss. Bei heftigem Applaus.

    Die Versammlung wurde begleitet von einer Fachausstellung.
    Text und Fotos: Julian Aicher

    Weitere Bilder in der Galerie (unter anderem von der Fachausstellung)

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    Julian Aicher
    veröffentlicht am
    21.04.2026
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