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Kißlegg – Beobachten, lauschen, fühlen – das Erleben des Waldes mit allen Sinnen stand im Mittelpunkt der vier Angebote von „Naturvielfalt Westallgäu“ für das Kißlegger Ferienprogramm. Spielerisch erkundeten Kinder zwischen 4 und 12 Jahren dabei die heimische Tier- und Pflanzenwelt nahe dem Burgermoos.
Dem Eichhörnchen auf der Spur
Ein präpariertes Eichhörnchen hatte Umweltgeowissenschaftlerin und Naturlotsin Hannah Ullrich für die Jüngsten mitgebracht. Aus gutem Grund: Der flinke Nager erhielt prompt eine klare Mehrheit bei ihrer Eingangsfrage nach dem Lieblingstier. Um ihm auf die Spur zu kommen, hieß es zunächst ausgefranste Fichtenzapfen suchen, die hungrige Eichhörnchen hinterlassen haben. Auch bei der zweiten Aufgabe waren alle eifrig dabei: Bucheckern oder unversehrte Zapfen, die den Tieren als Wintervorräte dienen, verstecken und später wieder finden. Ein weiterer Höhepunkt: Mit ihrer neunjährigen Tochter Rebecca als erfahrener Gehilfin präsentierte Hannah Ullrich Felle von Dachs und Fuchs, die vorsichtig gestreichelt werden durften.
Mit verbundenen Augen auf dem Fühlpfad
Mehr ums Hören und Spüren ging es beim „Waldbaden“, das sie mit Silvia Huber für Grundschüler ausgerichtet hatte. Mit verbundenen Augen ließen sich Vogelstimmen deutlicher wahrnehmen. Beim Umarmen eines Baumes kamen der Tast- und Geruchssinn zum Einsatz. Für eine noch intensivere Wahrnehmung hatten Christina Fick und Andrea Sonntag beim Familienspaziergang einen Fühlpfad eingerichtet. Ebenfalls mit verbundenen Augen tasteten sich die Kinder an einer Schnur entlang, an der Naturmaterialien befestigt waren: Knochen, Schneckenhaus, Feder … auch feine Düfte wie Baumharz wurden erkannt. Fasziniert zeigten sie sich vom Natternhemd einer Kreuzotter, das bei der Häutung abgestreift worden war. Auch ein bisschen Kräuterkunde durfte nicht fehlen: So lernten Eltern und Kinder, wie sich mit Katzenminze ein Erfrischungsgetränk für die sommerliche Hitze herstellen lässt.
Der Schwerpunkt des NABU-Projekts „Naturvielfalt Westallgäu“ liegt auf der Renaturierung und Vernetzung von Mooren und anderen Feuchtgebieten. Der Sitz ist in Bärenweiler; es wird über das Bundesprogramms Biologische Vielfalt gefördert. In diesem Rahmen ausgebildete Naturlotsen bringen Einheimischen und Gästen die Schönheit und die Schutzwürdigkeit der Landschaft nahe. Seit 2023 besteht das Engagement beim Kißlegger Sommerferienprogramm.

„Wie leben die Eichhörnchen?“ – Die Kinder machten eifrig mit.

Mit verbundenen Augen wird beim Waldbaden auch das Gehör geschärft: Silvia Huber betätigt ein Klangspiel. © Hannah Ullrich

Entspannt auf dem moosigen Boden ruhen: Waldbaden nahe dem Burgermoos. © Hannah Ullrich

In Ruhe einen Baum umarmen – das gehört auch zum Waldbaden. © Hannah Ullrich

Hannah Ullrich und Tochter Rebecca präsentierten Felle von Fuchs und Dachs.

Faszinierend und mit Glück rund ums Burgermoos zu finden: Von einer Kreuzotter abgestreifte Haut. © Andrea Sonntag
Text: Ulli Stark / Fotos (3): Ulli Stark































