AlphornCHOR Allgäu und Männer-Chor Alttann in Schloß Zeil


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Schloß Zeil – Alphörner erfreuen sich einer zunehmenden Faszination. Kein Wunder also, dass sich zum Konzert mit dem AlphornCHOR Allgäu am Abend des letzten Julisonntags über 300 Besucher einfanden. Im Innenhof des Schlosses Zeil mit von der Partie: der Männer-Chor Alttann unter Leitung von Peter Schad.

Mehr als 300 Besucher im Innenhof von Schloss Zeil sorgten für eine tolle Kulisse
Große Bandbreite
Und was macht die Faszination aus? Die eingängigen, oft archaisch wirkenden Naturtöne, die im Freien ja über Kilometer gut zu hören sind? Die fast feierliche Ruhe, die von den etwa 3,50 m langen Instrumenten wie auch den Musikanten in ihren Trachten ausgeht? Jedenfalls zeigten die im Schloss Zeil beteiligten 13 Frauen und acht Männer, dass mit Alphörnern auch eine große Bandbreite abzudecken ist: von einfachen Volksweisen über den „Trollblumen“-Walzer bis zum Swing. Auf Leutkirch besonders zugeschnitten: ein Stück über die Eschach. Sanfter Beginn, langsames Anschwellen, das die vielen Zuläufe im Kreuzthal und zuletzt kräftig den Fluss symbolisiert, der auch für gefährliches Hochwasser sorgen kann.
Vom Signalton zur Konzertmusik
Chorleiter und Dirigent Sigfried Leitermann erläuterte zwischendurch den Ursprung der Alphörner, die der einfachen Verständigung zwischen einsamen Bergalpen und den Hirten diente. Wie mit Jagdhörnern hätte man bestimmte Signale gesendet, wie „Kuh verletzt“, oder – mit einem Augenzwinkern – „es gibt Braten mit Spätzle“. Inzwischen hat es sich zum Musikinstrument weiterentwickelt. Da es weder Tasten noch Ventile aufweist ist, lässt es sich nur mit präzis angewandter Atemtechnik, Lippenspannung und Zungenarbeit tonsicher zum Klingen bringen.

Mit von der Partie: der Männer-Chor Alttann unter der Leitung von Peter Schad.
Die gut zwanzig Mitglieder des Ensembles ließen sich von diesen Mühen vor vier Jahren nicht abschrecken: In der Genussmanufaktur Urlau hatte Sigfried Leitermann damals die Alphornakademie gegründet, die regen Zulauf erfuhr. 2023 entstand daraus das erste Konzert im Schloss unter der Schirmherrschaft von Mathilde Fürstin von Waldburg zu Zeil und Trauchburg. Die dortigen Auftritte erfolgen jeweils mit einem Gastensemble, um den Bläsern eine Atempause zu gönnen, aber auch um für Abwechslung zu sorgen. Für die sorgte der Alttanner Männer-Chor unter der Leitung von Peter Schad mit verschiedensten Volksweisen, teils aus Südeuropa, aber auch dem melancholischen Hit „Griechischer Wein“ von Udo Jürgens.
Auf Bergmessen im Einsatz
Zu den jährlichen, festen Terminen gehört auch das „Weisenblasen“ im Glasmacherdorf Schmidsfelden. Dazu kommt auf Anfrage eine Reihe von Engagements, insbesondere bei Bergmessen wie in der Gallus-Kapelle, auf dem Hündle oder am Hochgrat. Der nächste Auftritt ist am 28. August im Gänsbühl in Leutkirch vorgesehen.
Text und Fotos: Ulli Stark
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