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Leserbrief

Sozial gewinnbringend

veröffentlicht am: 24.08.2026
Autor: Dr. Guntram Fischer
Lesedauer: ca. 2 Minuten

Zum Kommentar „Ein Nasenwasser“ (DBSZ am 7. August)

In einem Punkt hat Herr Reischmann absolut recht: „Wenn Windkraft, dann unter echter Beteiligung der direkt betroffenen breiten Bevölkerung (…)“.

Die Energiewende muss die Möglichkeit bieten, dass sich in erster Linie die lokale Bevölkerung daran finanziell beteiligen kann. Das betrifft nicht nur die Wind-, sondern auch die Solarenergie.

Derartige Beteiligungsmöglichkeiten können sowohl über Bürgerenergiegenossenschaften, kommunale Beteiligungen oder beispielsweise nachrangige Darlehen für Einzelpersonen realisiert werden.

In anderen Punkten seines Leserbriefes braucht es noch eine inhaltliche Ergänzung: Die Kommunen profitieren nicht nur von dem „Nasenwasser“ der freiwilligen Abgabe nach § 6 EEG (0,2 ct/kWh), sondern über die Laufzeit der Anlagen auch von 90 % des Steuermessbetrages an Gewerbesteuereinnahmen. Und alleine mit den 85.000 € pro Jahr Nasenwasser / freiwillige Abgabe könnten zwei Stellen für Erzieherinnen über 20 Jahre finanziert werden! Mit den Gewerbesteuereinnahmen für die Kommune und den 0,2 ct pro kWh kommen nicht unerhebliche finanzielle Mittel zur Stärkung der kommunalen Daseinsvorsorge zusammen.

Aus Sicht der Unternehmen vor Ort kann die Versorgung mit Grünstrom über ppa-Verträge zum wesentlichen Standortfaktor werden.

Neben diesen Auswirkungen für Unternehmen können auch Neuansiedlungen von Unternehmen erleichtert und sogenannte Spill-Over-Effekte wie zusätzliche Pachteinnahmen (kommunale Flächen, Landwirtschaft), Ansiedlung spezialisierter technischer Dienstleister mit hoher Produktivität und Impulse für die Gebäudesanierung und mehr Aufträge für das technische Handwerk generiert werden.

Auf die im Leserbrief genannten Mythen zur Windkraft gehe ich an dieser Stelle nicht ein, da diese inzwischen widerlegt sind und durch eine dauernde Wiederholung nicht wahrer werden.

Wir sollten die Energiewende nicht nur sozialverträglich sondern sozial gewinnbringend umsetzen.
Dr. med. Guntram Fischer (MBA), Maierhöfen

Anm. d. DBSZ-Red.: Leserbriefe sind Meinungsäußerungen. Die Redaktion der Bildschirmzeitung akzeptiert ein breites Spektrum an Meinungen. Nicht veröffentlich werden extremistische, persönlichkeitsverletzende oder offensichtlich wahrheitswidrige Äußerungen.

Bevorzugt veröffentlichen wir Leserbriefe zu lokalen und regionalen Themen. Aber auch Meinungsäußerungen zu allgemeinen Themen, die die hiesige Leserschaft bewegen, werden gerne entgegengenommen.

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Dr. Guntram Fischer
veröffentlicht am
24.08.2026
Lesedauer: ca. 2 Minuten
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