„Für das gemeinsame Wirken wertvoll“


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Isny (mp) – Vor fast genau 50 Jahren hat der Isnyer Gemeinderat erstmals im neuen großen Sitzungssaal des Rathauses getagt. Der in Neutrauchburg lebende damalige Bürgermeister Hubert Benk – an der Stadtspitze von 1968 bis 1985 – erinnert sich im Interview an den kommunalpolitisch bedeutsamen 21. April 1976.
Herr Benk, wie sind Ihre Erinnerungen an die erste Gemeinderatssitzung im neuen großen Sitzungssaal des Rathauses am 21. April 1976?
Benk: Das war die Rückkehr des Gemeinderats, der ja das Hauptorgan der Gemeinde ist, ins Rathaus zur Verwaltung. Es war eine Erleichterung, nunmehr unter einem Dach zu sein. Das war für das gemeinsame Wirken wertvoll. Wir hatten damit nicht nur einen passenden Saal für unsere Sitzungen, sondern auch einen Bürgersaal für Veranstaltungen. Das war ein großer Mehrwert.
Der erste Tagesordnungspunkt war Ihre Verpflichtung für eine zweite Amtszeit als Bürgermeister. Wie denken Sie an diesen wichtigen Moment Ihrer politischen Laufbahn zurück?
Benk: Es war eigentlich ein ganz normaler Vorgang. Es war mein Wunsch, auch mit Blick auf die zurückliegende Wahl, die sehr umkämpft war, kein großes Drama draus zu machen, sondern die Verpflichtung sachlich ablaufen zu lassen. Um die Sachlichkeit ging es mir auch in meiner Rede zu meiner beginnenden zweiten Amtszeit. Das war mir sehr wichtig.
Wo fanden die Sitzungen zuvor statt?
Benk: Der Gemeinderat hat in meinen ersten Amtsjahren im historischen Sitzungssaal getagt. In diesem durften sich aber, weil der Bauzustand des Rathausgebäudes sich erheblich verschlechtert hatte, höchstens 20 Personen aufhalten. Durch die Gemeindereform stieg die Zahl der Räte auf mehr als 30 an. Wir sind deshalb in den Musiksaal des Gymnasiums ausgewichen. Das konnte aber nur eine Übergangslösung sein.
Welche Vorteile brachte der neue Sitzungssaal außer seiner Größe?
Benk: In dem Saal gab es eine Mikrofonanlage, zudem eine fest installierte Leinwand. Jeder Stadtrat hatte außerdem sein eigenes Fach und konnte dort persönliche Sachen lassen. Der eine oder andere hatte so auch die Gemeindeordnung griffbereit. Das war sehr praktisch. Und dann durfte dort geraucht werden, was im Gymnasium undenkbar war. Wir mussten ja Vorbilder sein. Im Musiksaal ist immer wieder jemand vor die Tür, teilweise waren es gleich mehrere. Wir haben einige intensive Raucher gehabt.
Der Bau des neuen Sitzungssaals war eingebettet in die große Sanierung des Rathauses, die fast fünf Millionen Mark kostete. Warum war diese Investition notwendig?
Benk: Das Rathaus war in einem desolaten Zustand. Vor allem die Statik hat uns Probleme gemacht. Teilweise mussten die Decken schon mehrere Jahre mit Holzstämmen abgestützt werden. Deshalb brauchte es eine große Lösung. Mit dem Ergebnis dürfen wir bis heute sehr zufrieden sein.
Die Fragen stellte Michael Panzram, Pressereferent der Stadt Isny
































