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Isny – Dienstagabend, 29. September. Ab 17.30 Uhr versammeln sich im Kurhaus Isny gut 50 Leute. Auf Einladung der „Naturvielfalt Westallgäu“ befassen sie sich bis etwa 21.00 Uhr mit der Frage, wie das „Bodenmöser“-Moorgebiet besser geschützt werden kann.
„Das ist ein ganz spezielles Gebiet“, weiß der Vegetationsökologie Mathias Drösler. Der Professor ist von der „University of Applied Sciences“ aus Weihenstephan nach Isny gereist, um dort an diesem Abend beim „Palodium Bodenmöser“ das „Beteiligungsformat“ vorzustellen und zu begleiten. Schließlich gebe es zur Frage, wie mit dem Moorgebiet umzugehen sei „einfach verschiedene Vorstellungen“.
Diese zeigen sich spätestens, als die Freisinger Landschaftsarchitektin und Professorin Sonja Hörster sechs Leute vors Publikum bittet. Sie alle haben aus eigener Erfahrung eine Meinung zum „Bodenmöser“. Etwa Rüdiger Jooß vom Regierungspräsidium Tübingen. Oder Isnys Bürgermeister Rainer Magenreuter. Dann den Landwirt Franz Schönberger vom Bauernverband. Schließlich die Agraringenieurin Anja Schumann vom Schwäbischen Donaumoos, Uli Weiland von der „Allgäuer Moorallianz und Landschaftspflege“ und „Gebietsmanager“ Armin Woll.
Bürgermeister Rainer Magenreuter findet den angestrebten Moorschutz als „ein tolles Projekt“. Als Rathauschef einer ehemals freien Reichstadt „mit ausgeprägter Diskussions- und Streitkultur“ erkenne er im „Bodenmöser“ „auf einer Fläche verschiedene Nutzungen“. Etwa den Umgang mit dem Biber, „ohne dass sich die Stadt da beteiligen muss“. Magenreuter hofft, dass er dann in zehn Jahren „ganz entspannt“ über die „Bodenmöser“-Böden gehen könne.
Ob das dann Franz Schönberger auch erlebt? Der Bauernverbands-Vertreter möchte am Dienstagabend im Kurhaus Isny gerne wissen: „Wie kann da Wirtschaftlichkeit stattfinden?“ Dazu fordert Schönberger: „Wir brauchen zusätzliche Nutzungen.“
Solche hält Anja Schumann vom „Schwäbischen Donaumoos“ für machbar. „Wir haben 100 Hektar landwirtschaftliche Fläche geschaffen.“ Von so neu geernteten Pflanzen aus dem „wiedervernässten“ „Donaumoos“ stammen demnach Wärmedämmplatten. Deren Verkauf könne Bauernfamilien „ein neues Standbein“ bieten. Schumann: „Der entscheidende Faktor ist Dauerhaftigkeit und Vertrauen.“ Das habe sie im Donaumoos in während Jahrzehnten gelernt.
Dieses Vertrauen äußern mehrere Landwirte am Abend gegenüber Armin Woll. Wie? Das erklärt Woll mit der Feststellung: „Der wichtigste Punkt ist bei mir, dass ich Ansprechpartner habe.“ Also Bauernfamilien, die mitmachen. Mit dem „Wiedervernässen“ des Moorgebiets lasse sich da und dort sogar „die Biberproblematik entschärfen.“
Wie, das schildert Jörg Edelmann von „Edelmann Garten- und Landschaftsbau“ aus Maierhöfen in einer Veranstaltungspause dem Bildschirmzeitungs-Reporter. Darüber freut sich erkennbar Antje Bütow von der „Luftsportgruppe Isny-Westallgäu“. Diese brauche an ihrem angestammten Start- und Landeplatz im Bereich „Bodenmöser“ einen Grund, der nicht so nass sei, dass die Flugzeuge dort einsinken. Wenn das gewährt sei, könne so ein Fluggerät auch schon mal 1139 km entfernt von dort zurücklegen – „ohne Motor“.
Landschaftsbauer Edelmann hält es derweil für sinnvoll, Flächen mit dort angestautem Wasser zum Moorschutz wieder zu schaffen, indem man „dieses kleine Wasserkraftwerk wieder in Betrieb nehmen“ könne. Dem entspricht Professor Dröslers Frage danach „wie viele Wehre wir haben“. Der Wissenschaftler zeigt sich für den „Bodenmöser“ zuversichtlich, „wenn wir’s gemeinsam schaffen, nässer zu werden“. Wie, wann und wo genau diese „Verräumlichung“ im Bereich „Bodenmöser“ stattfinden könne, darüber soll am 20. Januar informiert werden, sagt Professorin Sonja Hörster gegen Ende der Kurhaus-Veranstaltung am 29. September.
Julian Aicher
Unter dem roten Link-Balken in der rechten Spalte haben wir den Zugang zur Webseite von „Naturvielfalt Westallgäu“ hinteröeht (https://naturvielfalt-westallgaeu.de/palodium-bodenmoeser/)
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