
Schon seit langem ist der schüchterne Bear (Michael Johnston) in seine Arbeitskollegin Nikki (Inde Navarrette) verliebt, doch ihm fehlt der Mut es ihr zu sagen. Stattdessen kauft er aus einem Impuls heraus in einem Esoterik-Laden ein sogenanntes One Wish Willow, ein kleines Stück Holz, das einem genau einen Wunsch erfüllen soll, wenn man es auseinander bricht. Obwohl Bear nicht wirklich daran glaubt, zerbricht er das Holz und wünscht sich, dass Nikki nichts auf der Welt mehr liebt als ihn. Es dauert nicht lange und Nikki steht vor seiner Tür.
Doch was zunächst wie eine romantische Liebesbeziehung beginnt, nimmt zunehmend groteskere Züge an. Nikki verhält sich zunehmend seltsam, reagiert eifersüchtig und besitzergreifend, bis hin zur totalen Obsession.
Es gibt sie noch, die kleinen Filme die überraschend zu einem ganz großen Hit werden. In Zeiten großer Marken wie Star Wars und Superhelden-Franchises sind sie seltener geworden, doch Obsession beweist, dass das Publikum noch immer Lust auf gute Geschichten und kreative Ideen hat. Mit einem geradezu lachhaft geringem Budget von 750.000 US Dollar schuf der junge Youtuber Curry Barker einen Film, der die Konkurrenz an den Kinokassen Staub schlucken ließ. Und das kommt auch nicht von ungefähr: Barker braucht keine teuren Effekte um seine Geschichte zu erzählen. Es ist eine Geschichte, in die sich so gut wie jeder Zuschauer hinein versetzen kann und die einen von der ersten Minute an gefangen nimmt. Das liegt an der wahnsinnig dichten Atmosphäre, der nachvollziehbaren Charakterentwicklung, einem Erzähltempo das kaum längen zulässt und vor allem auch an der schauspielerischen Leistung von Michael Johnston und Inde Navarrette. Vor allem Letztere liefert eine wirklich unglaubliche Performance ab, vor allem in den Momenten, in denen die echte Nikki hinter der Fassade hervor bricht. Obsession weiß zu schockieren und zu berühren, bleibt dabei aber nicht immer todernst, auch eine Prise schwarzer Humor hat seinen Platz in diesem hervorragenden Horrorfilm, der in Hollywood eine Tür für junge, kreative Filmemacher öffnen könnte. Gerne mehr davon!
Erscheinungsdatum: 24. September 2026
Laufzeit: 109 Min. / FSK: 16
Autor: Alexander Koschny
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