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Große Hilfe leistet der Computer, wenn man weiß wie.

Wer keine Kinder oder Enkel hat, die beim Umgang mit Handy und Tablet helfen oder wer deren Ungeduld fürchtet, weiß oft nicht, wie er zurechtkommt, wenn er online eine Fahrkarte kaufen muss. Am besten macht man sich selbst schlau in kleinen Gruppen vor Ort, in denen Digitalmentoren und -mentorinnen Hilfe zur Selbsthilfe bieten. Die Diakonie Biberach hat ein hilfreiches Netzwerk aufgebaut. 

„Das ‚Netzwerk Digitalisierung und Medienkompetenz mobil‘ ist Mitglied im Netzwerk Ehrenamt des Landkreises und Teil der Basisversorgung“, erklärt Rahel Büttner vom Fachdienst Hilfen im Alter der Diakonischen Bezirksstelle Biberach. „Rund 35 Digitalmentoren und Mentorinnen bieten an über acht Standorten im Landkreis kostenfreie Unterstützung und punktuelle Veranstaltungen zur Nutzung von Smartphone und Tablet für Menschen ab 60 Jahren an. Die regelmäßigen Digitaltreffs finden sowohl im ländlichen Raum (Edelbeuren/Erolzheim, Ingoldingen, Mittelbiberach, Burgrieden, Maselheim, Ertingen) als auch in den Städten Biberach, Laupheim und Ochsenhausen statt und ermöglichen älteren Menschen einen niedrigschwelligen Zugang zur digitalen Teilhabe. Die Treffs sind unterschiedlich, was Größe, Netzwerkpartner und -partnerinnen betrifft. Auch die Anmeldemodi sind unterschiedlich, manche sind offen, manche sind nur nach Anmeldung und teilweise längerer Wartezeit zugänglich. Es gibt auch Ehrenamtliche, die eine 1:1 Betreuung bieten, also Hausbesuche machen und vor Ort unterstützen, zum Beispiel, um W-Lan einzurichten. Erst kürzlich hat ein Ehrenamtlicher aus BC einer sehbehinderten Frau zu Hause geholfen, ihr Handy und ihr Tablet auf Sprachfunktion umzustellen.“ 

Zwei dieser ehrenamtlichen Digitalmentorinnen sind Heike Richter und Andrea Hutzenlaub aus Ingoldingen. Sie erklären jeden Monat einmal an einem Dienstagnachmittag für rund zwei Stunden, wie man sein Smartphone oder Tablet bedient. Sieben Frauen haben sich zum ersten Treffen angemeldet. Es handelt sich nicht um einen festen Kurs sondern um ein fortlaufendes Projekt, das auf die Wünsche und Bedürfnisse der Teilnehmerinnen eingeht. Beim zweiten Treffen sitze ich mit am hufeisenförmigen Tisch im Rathaus von Winterstettenstadt. Heike, alle duzen sich ganz zwanglos, illustriert ihre Erklärungen mittels Beamer an der Leinwand. Beim letzten Mal wurde bereits erklärt, dass es zwei verschiedene Systeme gibt, Android und iOS (Apple). Auf einem Fragebogen wurde angekreuzt, was man schon mal gehört hat, was man lernen möchte und was man bereits kann. Nur bei einer Fragte kreuzten alle „kann ich“ an: Das Gerät einschalten. Bleibt also viel zu üben. Was am häufigsten angekreuzt wurde: Sim-Karte, vor fremdem Zugriff schützen, Bildschirmhelligkeit, Mobile Daten, Ortung, Einstellungen, Anrufe, Kurznachrichten, Wecker, Fotografieren und Apps herunterladen. Und eine App wurde mit Hilfe von Heike und Andrea auch von allen heruntergeladen: die App „Starthilfe – digital dabei.“ Diese kostenlose Lern-App richtet sich an alle, die vorher noch kein Smartphone und Tablet in der Hand gehalten haben, Menschen, die sich bei der Bedienung der Geräte nicht ganz sicher fühlen und noch ein bisschen üben und es Schritt für Schritt kennenlernen wollen. Infos über die sehr nützliche App der Landesanstalt für Kommunikation (LFK) unter:  www.lfk.de 

Ein erfahrener Digitalmentor ist Thomas Zell aus Mittelbiberach. BLIX sprach mit ihm am Telefon. „Man kann hier gut helfen“, bewertet er seine ehrenamtliche Arbeit. „Ich habe als selbstständiger IT-ler das Know-How, was manchmal auch hinderlich sein kann. Aber ich bin ja kein typischer Nerd“, lacht er. Neben den Digitalmentoren-Terminen in Mittelbiberach betreibe ich auch die IT Systeme des  Netzwerks Digitalisierung und Medienkompetenz“.  Aus Gründen der Datensicherheit und Unabhängigkeit von klassischen amerikanischen Anbietern nutzt der Profi ausschließlich Opensource Lösungen.

Das niederschwellige Angebot der Digitalmentoren (rund zwei Drittel sind Männer) in kleinen Gruppen vor Ort sei ideal für den Austausch, meint Zell. Sind die Gruppen groß, werden sie oft eingeteilt in absolute Anfänger und Fortgeschrittene. Manchmal sei außer den Mentoren auch noch ein externer Gast dabei, etwa der lokale Apotheker, der seine App vorstellt. 

Wer in einer Gruppe lernen oder selbst eine leiten will, wende sich an Rahel Büttner, Tel. 0151/42850205, buettner@diakonie-biberach.de
www.diakonie-biberach.de

Autorin: Andrea Reck


erschienen in Juni 2026

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