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Was lauert hinter der perfekten Fassade der Winchesters?

Millie Calloway (Sydney Sweeny) scheint ganz unten angekommen zu sein. Ohne Job und Perspektive lebt sie in ihrem Auto und verbringt die winterlichen Nächte auf finsteren Parkplätzen, bis sie sich mit gefälschten Referenzen als Haushälterin und Kindermädchen bei der wohlhabenden Familie Winchester bewirbt. Tatsächlich erhält sie den Job, doch ihre Freude währt nur kurz, denn ihre zunächst freundliche Arbeitgeberin Nina (Amanda Seyfried) entpuppt sich schon bald als unberechenbare Tyrannin. Andrew (Brandon Skelnar), der Mann des Hauses, scheint Millie zwar zur Seite zu stehen, aber kann sie ihm wirklich trauen? 

„The Housemaid“ basiert auf dem gleichnamigen Erfolgsroman der amerikanischen Krimi-Autorin Freida McFadden und diese literarische Herfkunft merkt man dem Film auch in jeder Faser seiner Erzählstruktur an, zumal McFadden hier auch zusammen mit Rebecca Sonnenshine für das Drehbuch verantwortlich zeichnet. Regie führte der Routinier Paul Feig, der mit der Fortsetzung von „Ghostbusters“ aus dem Jahr 2016 seinen bis dato wohl größten Hit hinter der Kamera landete. Der umtriebige Filmemacher, der auch häufig als Produzent und Schauspieler in Erscheinung tritt, verpasst „The Housemaid“ einen glatten, etwas oberflächlichen Look mit leichten 90er Jahre Vibes, was aber gut zum zentralen Thema passt, nämlich dem Blick hinter die Fassade der Reichen und Schönen. Die Schauspieler machen ihre Sache dabei sehr gut, auch wenn die Charaktere oft etwas überzeichnet wirken – vor allem Nina mit ihrem ständigen, überbordenden Gefühlsausbrüchen. Gut, dass mit Amanda Seyfried eine efahrende Schauspielerin die Rolle verkörpert, die es vermeidet zu sehr ins Overacting abzugleiten. Davon abgesehen unterhält der Film mit flottem Tempo und vielen Wendungen, die aktuell für das Krimi-Genre typisch sind. Dass dies trotz des überschaubaren Casts, „The Housemaid“ ist streng genommen ein Drei-Personen-Stück, gelingt, ist der Autorin hoch anzurechnen. Unterm Strich bietet der Film also gute Krimi-Unterhaltung, solange man nicht allzu hohe Ansprüche an Logik und Realismus stellt.

Erscheinungsdatum: 1. Mai 2026
Laufzeit: 127 Min. / FSK: 16

Autor: Alexander Koschny


erschienen in Juni 2026

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