
Ursula Scheuner (Corinna Harfouch), erfolgreiche Archäologin und Universitätsprofessorin, macht bei einer Ausgrabung im Moor den Fund ihres Lebens – eine gut erhaltene Moorleiche, die ihr finanziell angeschlagenes Institut retten könnte. Doch im selben Moment stirbt ihre demenzkranke Mutter Hildegard (Hildegard Schmahl) im Pflegeheim, und der berufliche Triumph gerät aus dem Gleichgewicht.
Beim Ausräumen des Elternhauses, zwischen weiß verhängten Möbeln und vollen Speisekammern, wagt sich Ursula zögernd zurück in ihr altes Kinderzimmer – und die Grenze zwischen Gegenwart und Vergangenheit verschwimmt. Kindheitserinnerungen drängen sich auf, ein Verdacht keimt: Sie selbst könnte am Tod der Mutter mitschuldig sein. Zusätzliche Unruhe stiftet ihre neue Assistentin Mel (Carla Juri), die mehr über Ursulas Vergangenheit zu wissen scheint, als sie zugibt. Jutta Brückner, seit ihren feministischen Klassikern der siebziger Jahre eine der prägnantesten Stimmen des deutschen Autorenkinos, inszeniert das Moor als beklemmendes Bild einer aufgewühlten Seele – konzentriert, bildgewaltig und ohne falsches Pathos. Ein Comeback nach zwanzig Jahren, das man sich nicht entgehen lassen sollte.
Start: 13. August
Autor: Christian Oita
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