
Ravensburg / Friedrichshafen – Das Desaster um das Krankenhaus in Friedrichshafen begann nicht mit dem Suizid einer Oberärztin am 1. Dezember 2023, aber die Verzweiflungstat offenbarte es. Am Ende stand die Insolvenz.
Und fragt man zur Erinnerung die KI nach der Vorgeschichte und zum aktuellen Bemühen, eine zukunftsfähige Lösung für das Klinikum zu finden, fällt das Fazit kurz aus. „Die Auseinandersetzung um das Klinikum Friedrichshafen dreht sich um schwere medizinische Vorwürfe, interne Führungsprobleme, strafrechtliche Ermittlungen, eine umfassende Compliance‑Untersuchung – und mündete inzwischen sogar in eine Insolvenz des gesamten Medizin Campus Bodensee (MCB).“ Schließlich: „Die Situation entwickelte sich von einem medizinisch‑ethischen Skandal zu einer strukturellen Krise des gesamten Klinikverbunds. Die Insolvenz markiert den vorläufigen Höhepunkt eines jahrelangen Konflikts.“
Dieser jahrelange Konflikt fand nun am Abend vor Christi Himmelfahrt sein formales-vorläufiges Ende, indem der Kreistag des Bodenseekreises für das Schweizer Unternehmen Ameos als zukünftigen Betreiber der Klinik am Bodensee votierte und damit dem Fusionsangebot der Oberschwabenklinik (OSK) in Ravensburg eine Abfuhr erteilte – knapp und mit den Stimmen der AfD im Häfler Kreistag. Das Ravensburger Angebot, gestützt durch den dortigen Kreistag, eines kommunalen Klinikverbundes zwischen Bodensee und Schussental scheiterte an drei Stimmen (30 : 27). Nun obliegt es dem Schweizer Unternehmen, das Krankenhaus am See ans trockene Ufer zu bringen.
Das machen die Schweizer freilich nicht umsonst. „Mit der Entscheidung übernimmt der Bodenseekreis erhebliche finanzielle Verantwortung für die Sicherstellung der Krankenhausversorgung“, heißt es in einer Stellungnahme des Landratsamtes. „Im AMEOS-Modell sind einmalige Unterstützungsleistungen des Landkreises vorgesehen, darunter eine Erwerbsunterstützung von rund 13 Millionen Euro sowie eine Unterstützung im Zusammenhang mit der Beendigung des stationären Krankenhausbetriebs in Tettnang von rund fünf Millionen Euro. Für den laufenden Klinikbetrieb sind bis 2033 Unterstützungsleistungen des Bodenseekreises von insgesamt rund 46 Millionen Euro vorgesehen. Hinzu kommen mögliche Aufwendungen für Brandschutz und Hygiene von insgesamt bis zu acht Millionen Euro bis Ende 2033. Der geplante Klinikneubau in Friedrichshafen mit rund 340 Betten soll durch AMEOS finanziert werden. Die Gesamtinvestition wird mit rund 230 Millionen Euro beziffert. Sollte bis Ende 2031 kein Förderbescheid des Landes Baden-Württemberg vorliegen, kann auf den Bodenseekreis eine zusätzliche finanzielle Verantwortung in Höhe der fehlenden Förderung zukommen. Weitere finanzielle Beiträge von insgesamt 44 Millionen Euro kommen von der Stadt Friedrichshafen.“
Der Konflikt geht also weiter. Nun in der Konkurrenz der beiden örtlich benachbarten Kliniken in Friedrichshafen und Ravensburg/Wangen.
Autor: Roland Reck
NEUESTE BLIX-BEITRÄGE
Der Konflikt geht weiter





