Robin Menig als jahrgangsbester Zimmerermeister ausgezeichnet

Ulm / Friedrichshafen – Insgesamt 518 neue junge Meisterinnen und Meister aus dem Gebiet der Handwerkskammer Ulm haben das Prüfungsjahr 2026 erfolgreich abgeschlossen. Einer der 518 ist Robin Menig. Er wurde als jahrgangsbester Zimmerermeister ausgezeichnet. Robin Menig arbeitet bei der Merk Holzbau GmbH in Menhardsweiler. Menig erhielt den Meisterbrief bei einer Feier in Friedrichshafen persönlich von Katja Maier überreicht, der Präsidentin der Handwerkskammer Ulm.

In Friedrichshafen wurden am vergangenen Samstag Meisterbriefe übergeben. Unter den etwa 500 anwesenden Jungmeistern und Jungmeisterinnen war auch Robin Menig von der Merk Holzbau GmbH in Menhardsweiler. Foto: Handwerkskammer Ulm/Bildwerk89

Bei der Meister-Feier im Graf-Zeppelin-Haus wurde Robin Menig interviewt. Foto: Handwerkskammer Ulm/Bildwerk89
Meisterbrief = Bachelor Professional
Kammerpräsidentin Katja Maier übergab im Graf-Zeppelin-Haus in Friedrichshafen die Zeugnisse an die besten Absolventen: „Der Meisterbrief macht unsere Handwerkerinnen und Handwerker zu Profis und Experten – und er ist mehr als nur ein Titel. Denn mit dem Brief in der Tasche machen sich die Meisterabsolventen unverzichtbar. Das Handwerk lebt von Menschen, die Verantwortung übernehmen und ihr Wissen weitergeben.“ Mit dem Meisterbrief in der Tasche und dem international verständlichen Titel Bachelor Professional seien die Absolventen jetzt gesuchte, hochqualifizierte Fachkräfte.
Die Nachwuchshandwerker haben ihre Meisterprüfung in den unterschiedlichsten Gewerken absolviert: Neben den zahlreichen Kfz-Technikermeistern (89) haben viele auch im Zimmerer- (72), Elektrotechniker- (58), Friseur- (42) und im Installateur- und Heizungsbauerhandwerk (33) die Meisterprüfung abgelegt.
Der Meisterbrief macht Handwerker nicht nur zu qualifizierten Fachkräften – in vielen Gewerken ist er auch die Grundlage für eine Betriebsgründung oder -übernahme. Statistisch gesehen wagt jeder dritte Meisterabsolvent innerhalb der ersten fünf Jahre nach der Prüfung den Schritt in die Selbstständigkeit. Dazu sagt Maier: „In unserem Kammerbezirk stehen in den nächsten Jahren rund 3800 Mitgliedsbetriebe zur Übergabe an. Diese Chance sollten unsere neuen Meisterinnen und Meister ergreifen. Wir brauchen sie, damit gute Betriebe in unseren Landkreisen weiterbestehen und die Menschen in der Region auch künftig gut mit Handwerksleistungen versorgt werden.“
Betriebsnachfolger gesucht – Versorgungslücke droht
Rund jeder fünfte Handwerksbetrieb zwischen Ostalb und Bodensee steht in den nächsten Jahren altersbedingt zur Betriebsübergabe an – das sind mehr als 18 Prozent aller Betriebe. In den kommenden Jahren könnte sich diese Zahl noch weiter erhöhen. Denn viele Inhaberinnen und Inhaber der geburtenstarken Jahrgänge, die nun 60 Jahre oder älter sind, gehen in naher Zukunft in den Ruhestand – und deren Betriebe brauchen dann eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger. Wird hier niemand gefunden, wirkt sich das direkt auf die regionale Versorgung der Bevölkerung aus. Wenn beispielsweise der örtliche Metzger oder Bäcker schließt oder Handwerksleistungen sich verteuern, spüren das auch die Bürgerinnen und Bürger. „Wenn Betriebsnachfolgen nicht zustande kommen, wird sich das Handwerksangebot weiter verknappen. Dadurch kann eine Versorgungslücke entstehen. Dazu sollten wir es nicht kommen lassen“, so Maier.
Verdoppelung der Meisterprämie gefordert
Um den Meistertitel noch attraktiver zu machen, fordert die Handwerkskammer seit Längerem eine Erhöhung der Meisterprämie. Diese liegt aktuell bei 1.500 Euro. Die vom Handwerk geforderte Verdoppelung der Meisterprämie auf 3.000 Euro ist zwar bereits im schwarz-grünen Koalitionsvertrag verankert, ein genauer Zeitplan für die Umsetzung des Vorhabens ist jedoch noch offen. Dazu sagt Dr. Tobias Mehlich, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Ulm: „Dieser Schritt ist jetzt überfällig und den Worten müssen jetzt auch Taten folgen. Unsere Nachbarbundesländer Bayern und Hessen haben es vorgemacht und bereits vor Jahren eine Erhöhung der Prämie umgesetzt. Hier sollte Baden-Württemberg nun zügig nachziehen, um die Ungleichheit bei den Kosten für die berufliche Bildung gegenüber der akademischen Bildung auszugleichen. Denn das ist ungerecht gegenüber dem Handwerk.“







