Bad Wurzach – Um den steigenden Anforderungen in der medizinischen Rehabilitation gerecht zu werden, planen die Waldburg-Zeil-Kliniken am Standort Bad Wurzach eine Erweiterung der Gebäudestrukturen. Der Gemeinderat der Stadt Bad Wurzach hat dem Bauvorhaben zugestimmt. Die Baugenehmigung liegt vor, der offizielle Bauzeitraum ist von Juli 2026 bis Herbst 2027 vorgesehen. Der Erweiterungsbau soll parallel zum laufenden Klinikbetrieb entstehen. Das geht aus einer Pressemitteilung der Waldburg-Zeil-Kliniken hervor. Wieviel das Gesundheitsunternehmen am Standort Bad Wurzach für den Neubau investieren wird, wurde in der Mitteilung nicht gesagt.
Gegründet 1968 als Rheuma-Klinik
Die Rehaklinik Bad Wurzach wurde 1968 als spezialisierte rheumatologische und orthopädische Rehabilitationsklinik gegründet. Seither wurde der Standort kontinuierlich weiterentwickelt. In den 2010er-Jahren kamen mit der Geriatrie (Altersmedizin) und der Neurologie zwei weitere medizinische Fachbereiche hinzu, die heute eine wichtige Rolle in der regionalen Gesundheitsversorgung spielen.
Der Bedarf an Rehabilitationsplätzen in diesen Bereichen wächst deutlich. Besonders in der neurologischen Rehabilitation übersteigt die Nachfrage die vorhandenen Kapazitäten erheblich. „Aktuell erhalten wir im Bereich der Neurologie vier- bis fünfmal so viele Anfragen, wie Betten zur Verfügung stehen“, erklärt Klinikdirektor Pepe Kaiser. Gleichzeitig sei das Angebot an entsprechenden Rehabilitationsplätzen im Einzugsgebiet Ravensburg, Friedrichshafen, Lindau, Memmingen, Biberach, Sigmaringen und Ulm vergleichsweise gering.
Auch baulich stellt die stärkere Ausrichtung auf Neurologie und Geriatrie neue Anforderungen. Das bestehende Klinikgebäude war ursprünglich für orthopädische Patienten vorgesehen, die in der Regel mobil sind – etwa nach Hüft- oder Kniegelenksersatz oder bei Rückenbeschwerden. Neurologische und geriatrische Patienten hingegen kommen häufig mit Rollstuhl oder Gehhilfen in die Rehabilitation. Dadurch steigen die Anforderungen an Zimmergrößen, Bewegungsflächen und dezentrale Therapieräume auf den Stationen.
„Ziel des Erweiterungsbaus ist es daher nicht in erster Linie, die Zahl der Zimmer deutlich zu erhöhen, sondern die Klinik strukturell auf die Anforderungen der Zukunft auszurichten“, betont Kaiser.
Der Klinikverbund der Waldburg-Zeil Kliniken sieht in dem Projekt einen wichtigen Schritt für die regionale Versorgung. Dr. Quirin Schlott, kaufmännischer Direktor und Prokurist des Verbunds, erklärt: „Wir sehen in Bad Wurzach seit Jahren einen steigenden Bedarf. Das Projekt ist ein entscheidender Schritt, um den Bedarf in der Region Allgäu und Oberschwaben mittelfristig zu decken und die Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum nachhaltig zu stärken.“ Auch bei der Umsetzung des Bauprojekts setzen die Waldburg-Zeil Kliniken bewusst auf regionale Partner. Nach Möglichkeit werden Handwerksbetriebe und Bauunternehmen aus der Region eingebunden.

So soll der Erweiterungsbau bei der Bad Wurzacher Waldburg-Zeil-Klinik aussehen. Im Herbst 2027 soll das Gebäude bezugsfertig sein. Es soll vor allem neurologischen und geriatrischen Zwecken dienen. Foto: WZ








