Bad Wurzach – Stadt, Vereine und Institutionen bieten Zugezogenen beim Neubürgerempfang Hilfe und Informationen zu ihrer neuen Heimat. Bürgermeister Florian Schiller und Martin Tapper vom Bürgermeisteramt informierten im Rahmen des Neubürgerempfanges die im vergangenen Jahr nach Bad Wurzach zugezogenen Bürger über die geographische und politische Struktur, die wichtigsten Einrichtungen, Sehenswürdigkeiten und Feste der Stadt Sowie über die zahlreichen Möglichkeiten, sich einem Verein anzuschließen.
Musikalisch eröffnet wurde der Empfang, zu dem rund 50 Neubürger der Einladung der Stadt gefolgt waren, mit „Loco-motive“ von den beiden Nachwuchsflötistinnen (Unterricht bei der Leiterin der JMS, Eva Maria Oberleiter) Camilla Tapper und Katharina Seilinger, die bereits bei Wettbewerben als Duo erfolgreich waren. Zum Abschluss des offiziellen Programms spielte die neunjährige Sophia Gut einen Walzer von Eugen Doga am Flügel. Joshua Tok setzte mit Nocturne in D-Dur von Erci Christian Fricken einen fulminanten Schlusspunkt. Beide sind Klavier-Schüler bei Larissa Bohr.
Begrüßung durch Bürgermeister Schiller
Bürgermeister Florian Schiller freute sich in seiner Begrüßung, dass so viele neue Bürger der Stadt der Einladung gefolgt waren, ehe er seinen Vortrag über die Stadt und die Großgemeinde hielt.
Informationen zur Stadt Bad Wurzach
Bad Wurzach sei eine Gemeinde mit vielen Aspekten: Die 182 Quadratkilometer der drittgrößten Flächengemeinde Baden-Württembergs bestehen zu 45 Quadratkilometern aus Wald, 103 Quadratkilometer werden landwirtschaftlich genutzt. Das Gemeindegebiet umfasst eine Fläche, die größer als das Fürstentum Lichtenstein ist. Neben dem Kernort gehören noch neun Ortschaften zur Gemarkung Bad Wurzach.
Bad Wurzach ist das älteste Moorheilbad Baden-Württembergs, in dem vor 90 Jahren erstmals Moorbäder verabreicht wurden. Es trägt seit 1950 den Titel Bad. Die Stadt besitzt mit dem Wurzacher Ried ein mit dem Europa-Diplom ausgezeichnetes Naturschutzgebiet. Das alljährlich am zweiten Freitag im Juli stattfindende Heilig-Blut-Fest ist die zweitgrößte Reiterprozession Mitteleuropas.
Vier Städtepartnerschaften
Bad Wurzach unterhält vier Städtepartnerschaften – seit 1988 mit Luxeuil-les-bains in Frankreich, seit 2000 mit Wallingford (England) und Popielow (Polen) sowie seit 2002 die geschichtsträchtigste mit St. Helier auf der Kanalinsel Jersey.
Kulturelles Highlight
Ein weiteres kulturelles Highlight ist der alle zwei Jahre vergebene Friedrich-Schiedel-Literaturpreis. Er ist einer der höchstdotierten Literaturpreise Deutschlands. Preisträger waren unter anderem schon Golo Mann, der ehemalige Bundeskanzler Helmut Schmidt und Martin Walser.
Dass Bad Wurzach als Zuzugsstadt beliebt ist, zeigt die Bevölkerungsentwicklung in den letzten 35 Jahren: Seit 1990 stieg die Einwohnerzahl von rund 12.800 auf aktuell 15.031.
Rund 4.000 Sozialversicherungspflichtige erwirtschaften in den Branchen Maschinenbau, Handwerk, Handel, Kur/Gesundheit, Landwirtschaft und Verpackungsindustrie die entsprechenden Steuereinnahmen, mit denen die Stadt ihre Infrastruktur unterhält.
Rund 400 Mitarbeiter sind bei der Stadt, in den Ortsverwaltungen, im Kurbetrieb, in Schulen und Kindergärten, der Bücherei, dem Bauhof und der Kläranlage beschäftigt.
Insgesamt gibt es für die Kinderbetreuung sechs städtische Kindergärten (inkl. zwei Kinderkrippen und einem Waldkindergarten) sowie fünf kirchliche Kindergärten und einen vom DRK betriebenen.
Bad Wurzach bietet das komplette Spektrum an Schulen: rund 2100 Schüler werden in 100 Klassen unterrichtet: In acht Grundschulen, dem SBBZ, einer Werkrealschule, einer Realschule und dem Gymnasium Salvatorkolleg. Dazu kommt noch die Volkshochschule sowie die Sprachheilschule in Arnach.
Das mit dem Europa-Diplom ausgezeichnete Ried, aus dem nach dem ersten Weltkrieg Brenntorf bis nach Stuttgart geliefert wurde – daran erinnert noch der damals daraus entstandene Stuttgarter See – ist ein Naturdenkmal und in ihm liegen auch die Wurzeln für den Titel Moorheilbad: Bereits 1936 wurde von den armen Schulschwestern im Kloster Maria Rosengarten das erste Moorbad abgegeben. Gemeinsam mit der Therme (100.000 Besucher im Jahr), der 2018 sanierten Moorbadeabteilung und dem 2020 sanierten Kurhotel bietet Bad Wurzach Erholungsuchenden echtes FeelMoor-Feeling. „Der Neubau des Hallenbades (Fertigstellung 2021) bietet für die Stadt ein im Umkreis von 30 Kilometer einmaliges Alleinstellungsmerkmal,“ betonte Schiller.
Das Naturschutzzentrum ist für die Riedpflege zuständig. Dessen Erlebnisausstellung Moor-Extrem wurde 2013 eingerichtet. Ein weiteres Highlight ist das Oberschwäbische Torfmuseum und das Torfbähnle, das während der Sommersaison alle zwei Wochen Fahrten ins ehemalige Torfabbaugebiet macht. Weitere Sehenswürdigkeiten sind neben dem Schloss mit seinem Barocktreppenhaus mit seinem Deckengemälde, das den Griechischen Götterhimmel zeigt, die Gottesbergkirche und auch das Leprosenhaus mit dem Sepp Mahler-Museum.
Weitere Informationen von Martin Tapper
Martin Tapper – bei der Stadtverwaltung u.a. für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zuständig – gab danach einen kurzen Abriss über das Vereinswesen in der Stadt und den Ortschaften. Neben zahlreichen Sportvereinen gibt es in fast jeder Gemeinde einen Blasmusikverein, dazu einen Posaunenchor der evangelischen Kirche, aber auch viele Chöre (kirchlich wie weltlich), die sich über Verstärkung freuen würden.
In jeder Gemeinde gibt es eine Feuerwehrabteilung, beim Feuerwehrhaus in der Stadt wird der Feuerwehrnachwuchs ausgebildet. Neben den verschiedenen Ortsvereinen von Hilfsdiensten wie DRK, JRK und DLRG gibt es zahlreiche weitere Vereine mit sozialer Ausrichtung: Den Krankenpflegeverein, Altenpflegeverein, eine Hospizgruppe, die Betreiber des Tafelladens, Herz und Gemüt oder Treffpunkt Asyl.
Freunde des Bauerntheaters kommen in Arnach, Hauerz und Ziegelbach auf ihre Kosten. Insgesamt sieben Narrenzünfte pflegen in der fünften Jahreszeit das Fasnetsbrauchtum. Der Partnerschaftsverein pflegt die Verbindungen zu den einzelnen Partnerstädten.
Tapper verwies auch auf die Ursprünge des Neubürgerempfanges hin. Dieser ging auf Initiative dese Bürgernetzwerkes RAT&TAT zurück und wird seit 2011 veranstaltet.
Im ökumenischen Miteinander arbeiten die vier christlichen Gemeinden zusammen: Bei Gottesdiensten, Friedensgebeten, Essen für alle und beim Kleiderladen Jacke-wie Hose arbeiten sie harmonisch zusammen. „Ich lade Sie ein, deren Angebote anzunehmen,“ schloss Martin Tapper seinen Vortrag.
Neu in diesem Jahr waren Stehtische, an denen sich die einzelnen Ortschaften präsentieren und wo sich die Neubürger intensiver über die einzelnen Ortschaften informieren konnten.
Bei Häppchen und Getränken hatten die Neubürger danach Gelegenheit, mit den rund 30 Vertretern von Vereinen und Institutionen, den Gemeinderäten und Ortsvorstehern ins Gespräch zu kommen und das Willkommensgeschenk der Stadt am Informationstisch der Vereine und Institutionen in Empfang zu nehmen.
Bericht und Bilder: Uli Gresser
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