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Bad Wurzach – Der Kiebitz gehört zu den markantesten Wiesenvögeln unserer Landschaft. Mit seiner auffälligen Federhaube, den akrobatischen Balzflügen und dem charakteristischen Ruf war er früher ein vertrauter Anblick in Feuchtlebensräumen. Mit dem Verlust solcher Flächen sind die Bestände jedoch dramatisch zurückgegangen. In Baden-Württemberg gilt der Kiebitz mit nur noch etwa 300 bis 400 Brutpaaren inzwischen als vom Aussterben bedroht. Seit Anfang der 1990er-Jahre sind die Vorkommen um rund 90 Prozent eingebrochen.
Um diesem dramatischen Rückgang entgegenzuwirken, hat das Naturschutzzentrum Wurzacher Ried bereits vor zwei Jahren ein Schutzprojekt für den Kiebitz ins Leben gerufen. Ziel des Projekts ist es, durch Maßnahmen zur Lebensraumverbesserung und zum Gelegeschutz die Anzahl der Brutpaare im Naturschutzgebiet Wurzacher Ried zu steigern.
Doch auch auf den angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen möchte das Zentrum aktiv werden. Denn um den Kiebitz vor dem Aussterben zu bewahren, sind alle Akteure gefragt, und die Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft ist dabei besonders wichtig. In Ermangelung natürlicher Bruthabitate haben sich Kiebitze heute vielerorts landwirtschaftlich genutzte Acker- und Wiesenflächen als Ersatzlebensraum erschlossen. Hier kommt es hier jedoch durch die Bodenbearbeitungen in den meisten Fällen zu einem Verlust von Gelegen oder Jungvögeln, so dass der Bruterfolg auf solchen Flächen nahezu Null ist. Werden die Nester aber rechtzeitig entdeckt, können sie mit einfachen Maßnahmen geschützt werden – etwa durch Markierungen oder Schutzkörbe um das Gelege.
Landwirte, die auf ihren Feldern rund um das Wurzacher Ried Kiebitze oder Kiebitzbruten entdecken, werden daher gebeten, sich an das Naturschutzzentrumzu wenden. Die Fachleute vor Ort unterstützen dabei, geeignete Schutzmaßnahmen umzusetzen, damit die Brut erfolgreich verlaufen kann und gleichzeitig die landwirtschaftliche Bewirtschaftung möglichst wenig beeinträchtigt wird. Jede gemeldete Brut kann helfen, den Fortbestand dieser besonderen Vogelart zu sichern. Denn nur durch gemeinsames Handeln von Naturschutz und Landwirtschaft besteht die Chance, dass der Ruf des Kiebitzes auch künftig noch in unserer Landschaft zu hören ist.
www.wurzacher-ried.de, www.moorextrem.de































