Kinder aus Arnach und Haidgau-Ziegelbach besuchten den Gemeinderat
Bad Wurzach – Im Rahmen der Gemeinderatssitzung am vergangenen Montag (12.10.) übergaben Kinder der Grundschule Haid sowie des Bildungshauses Arnach an Bürgermeister Florian Schiller ihre „Grünen Meilen“, die sie für den Klimaschutz umweltfreundlich zurückgelegt hatten. Die zehn Kinder vertraten 352 Kinder aus Arnach, Eintürnen, Haidgau, Ziegelbach und Bad Wurzach, die während einer Klimaschutzwoche „Grüne Meilen“ gesammelt hatten. Mutig sprachen die Kinder, angeleitet vom Geschäftsführenden Schulleiter André Radke und weiteren Erwachsenen, vor den Gemeinderäten.

Die drei Kinder aus Haidgau.



Die sieben Kinder aus Arnach.




Lutz Schmithausen, der Umweltbeauftragte der Stadt, erläuterte dem Gremium die Aktion. Die Kindermeilenaktion wurde bereits 2002 durch das Klima-Bündnis ins Leben gerufen, das alle Kinder in Europa jährlich über ihre Städte und Gemeinden, alle Kindergärten und Schulen einlädt, sich an den Aktionswochen zu beteiligen. Mit Spiel und Spaß wird das Klima geschont und eine symbolische Weltreise um die ganze Welt angetreten.
352 Kinder machten mit
352 Kinder der Grundschulen Arnach, Eintürnen und Haid sowie der Kindergärten Arnach, St. Nikolaus (Haidgau) und „Sonnentau“ (Bad Wurzach) haben an der Aktion teilgenommen und während einer Klimaschutzwoche fleißig „Grüne Meilen“ für ihre klimafreundlich zurückgelegten Alltagswege – sei es zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit dem Roller – gesammelt.

352 Kinder aus sechs Einrichtungen machten bei der Kindermeilen-Aktion mit. Tabelle: Stadt Bad Wurzach
Ihre gesammelten Kindermeilen übergaben die Abordnungen der Schulen und Kindergärten nun bei der Gemeinderatssitzung an den Bürgermeister. Anschließend werden die Meilen an das Klimabündnis gesendet, welches alle in Europa gesammelten Meilen zusammenzählt und den Teilnehmern der UN-Klimakonferenz 2026 übergibt.
„Das macht uns Sorgen“
In zwei Rollenspielen erläuterten die Kinder ihre Motivation, an den Aktionswochen teilzunehmen und die Meilen zu sammeln. „Wir wollten aktiv etwas für den Klimaschutz tun! Jeden Morgen sieht man vor unserer Schule so viele Autos – die sogenannten Elterntaxis. Wir wollten zeigen, dass es auch umweltfreundlich geht“, sagten die Kinder der Grundschule Haid. „Für jeden Weg zu Fuß, mit dem Roller, dem Fahrrad oder dem Bus gab es einen Sticker im Album, die am Ende ziemlich voll waren.“ Sie erläuterten auch, warum Busfahren besser als Elterntaxis ist, und warum zu Fuß gehen riesigen Spaß macht. „Man ist an der frischen Luft, bewegt sich und ist gleich fit für den Unterricht.“ Auf die Frage warum ihnen der Klimaschutz so wichtig sei, was ja eigentlich Aufgabe der Erwachsenen sei: „Wir merken den Klimawandel ja jetzt schon ganz deutlich. Im Winter gibt es bei uns kaum noch richtig Schnee zum Schlittenfahren. Und die Sommer werden oft so heiß, dass man sich kaum noch draußen bewegen kann. “ Es werde ja noch schlimmer, wenn nichts getan werde. „Durch die Erderwärmung schmelzen die Pole, der Meerespiegel steigt weiter an, das macht uns große Sorgen.“ Die Grundschule Haid hat bei dieser Aktion stolze 535 Kindermeilen (484 der Kategorie Grün, 29 Rot und 22 Blau) gesammelt.
„Beim Heizen könnte man sparen“
Die 66 Grundschulkinder des Bildungshauses Arnach machten in ihrem Statement konkrete Verbesserungsvorschläge, wie zum Beispiel mehr Bäume als CO2 Speicher und Grünflächen, die die Gemeinde schöner machen. Für den klimafreundlich zu Fuß zurückzzlegenden Schulweg brauche es gute Fuß- und Radwege. Hier lobten die Arnacher Schüler, dass demnächst zwei Fußgängerüberwege in Arnach gemacht werden. Auch gute Mülltrennung und Wiederverwendung seien wichtige Umweltfaktoren. Und natürlich: das Energiesparen. „In öffentlichen Gebäuden könnte darauf geachtet werden, dass nicht unnötig Licht brennt und Energie verschwendet wird. Bei uns im Bildungshaus ist die Heizung meistens viel zu warm eingestellt. Manchmal denken wir: Wir sind hier in der Schule und nicht in der Sauna! Vielleicht könnte man die Heizung ein bisschen herunterdrehen.“
Klimafußabdrucke mitgebracht
Die 80 Grundschüler aus Arnach, die als Erinnerung für klimafreundliches Verhalten eine herzförmige Erde als Symbol haben, hatten den Gemeinderäten einen symbolischen Klimafußabdruck mitgebracht. Die selbstgemachten Fußabdrucke sollen die Räte daran erinnern, bei ihren Entscheidungen den Klimaschutz im Auge zu behalten. Und daran, dass auch viele kleine Schritte etwas Großes bewirken können. Insgesamt hatten die Arnacher 476 grüne, 85 rote und 112 blaue Meilen gesammelt, in Summe also 673 Meilen gesammelt.
Die kleinste Grundschule, die Grundschule Eintürnen sammelte mit ihren 31 Schülern 248 grüne, 62 rote und ebenfalls 62 blaue Meilen, in Summe also stolze 372 Meilen. Die Kinder der Grundschule Eintürnen beschäftigten sich in Workshops mit Lebensmitteln, Tafelläden sowie Recycling und Upcycling. Eine gemeinsame Fahrradtour ergänzte das Programm.
Im Kindergarten „Sonnentau“ in Bad Wurzach kamen trotz regnerischen Wetters viele Kinder zu Fuß, mit dem Fahrrad, Laufrad oder Roller. Ihre autofreien Wege machten sie mit einem selbst gestalteten Sticker-Plakat sichtbar.
Auch im Kindergarten Arnach wurden fleißig Meilen gesammelt und so ein Beitrag zur Klimaschutzaktion geleistet.
Die Kinder des Kindergartens St. Nikolaus in Haidgau erforschten gemeinsam mit einer Umweltpädagogin des Landkreisprojekts „Klimakinder“ bei spannenden Experimenten die Themen Umwelt und Klimaschutz.
Insgesamt schafften die beteiligten Kindergärten und Schulen es, 1850 Meilen zugunsten des Klimas zu sammeln.
„Wenn viele kleine Leute an vielen kleinen Orten viele kleine Dinge tun …“
Zum Abschluss ihrer Präsentationen gaben die Kinder den Mitgliedern des Stadtrats eine Botschaft mit auf den Weg: „Wenn viele kleine Leute an vielen kleinen Orten viele kleine Dinge tun, können sie das Gesicht der Welt verändern.“
Bürgermeister Florian Schiller dankte den Kindern aus den beteiligten Kindergärten und Schulen mit herzlichen Worten für ihr Engagement in Sachen Klima.
Text und Fotos: Uli Gresser
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