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150 Jahre Soldaten- und Schützenkameradschaft Arnach (1876 – 2026)

Ein traditionsreicher Verein feiert Jubiläum

Foto: Martin Räth
Die Soldaten- und Schützenkameradschaft Arnach im Jahre 2026. Rechts Vorstand Alfred Rudhart.
veröffentlicht am: 25.09.2026
Autor: Gebhard Baumann / rei
Lesedauer: ca. 7 Minuten

Arnach – Die Soldaten-und Schützenkameradschaft Arnach (SSK) feiert am Sonntag, 27. September, ihr 150-jähriges Bestehen. Hierzu ist die gesamte Gemeinde eingeladen. Es sind ca. 20 Soldatenkameradschaften sowie die Arnacher Vereine angemeldet. Die Gedenkrede hält Staatssekretär Raimund Haser MdL. Die ganze Feier wird vom Musikverein Arnach sowie vom Männerchor Beuren musikalisch umrahmt. Beginn ist mit einem Gottesdienst. Nachstehend der Ablauf sowie ein historischer Überblick über die Geschichte des Vereins, zusammengestellt von Ortsheimatpfleger Gebhard Baumann. In seinem Abriss spiegelt sich auch sonstige Dorfgeschichte wieder. Er hat – zusammen mit SSK-Vorstandsmitglied Christian Krug – der Bildschirmzeitung auch zwölf QR-Codes geliefert, über die weiterführende Artikel abgerufen werden können.

Die Uhrzeiten der Salutschüsse

Aus Anlass des 150-jährigen Jubiläums wird Salut geschossen. Die Soldaten- und Schützenkameraftschaft (SSK) bittet um Verständnis für diese traditionsreiche Ehrenbezeigung. Der erste Salut-Schuss wird zur Tagwache um 6.00 Uhr abgegeben. Der zweite Schuss ertönt um 8.50 Uhr, wenn die an der Turn- und Festhalle versammelten Vereine sich in Gang setzen zum gemeinsamen Zug zur Kirche. Im Rahmen des Gottesdienstes, der um 9.00 Uhr beginnt, hält Staatssekretär Raimund Haser die Gedenkrede. Nach Beendigung der Rede geht eine Abordnung der SSK mit dem Kranz hinaus zum Mahnmal. Während der Kranzniederlegung draußen erklingt in der Kirche das „Lied vom guten Kameraden“, dargeboten von der Musikkapelle Arnach. Während dessen gibt es drei Salutschüsse und die Fahnen am Mahnmal werden gesenkt. Der letzte Salutschuss ist um ca. 10.30 Uhr zu vernehmen, wenn die Vereine, angeführt von ihren Fähnrichen, sich auf den Weg zur Halle begeben.

Nachstehend der Ablauf:

6.00 Uhr: Tagwache (1 Salutschuss)
8.30 Uhr: Aufstellung zum gemeinsamen Kirchgang mit vielen Vereins- und Fahnenabordnungen. Treffpunkt zur Aufstellung: Turn- und Festhalle Arnach
8.50 Uhr: Marsch der Vereine zur Kirche (1 Salutschuss)
9.00 Uhr: Festgottesdienst und Gedenkfeier in der Pfarrkirche Arnach (Rede Raimund Haser MdL); 3 Salutschüsse
ca. 10.30 Uhr: Abmarsch des Festzuges zur Turn- und Festhalle mit anschließendem gemeinsamen Fahneneinmarsch (1 Salutschuss)
ab ca. 10.45 Uhr: Jubiläumsfeier in der Turn- und Festhalle Arnach mit Frühschoppen und Mittagstisch, Nachmittagsunterhaltung und Kaffee und selbstgemachte Kuchen.

Der gesamte Festtag wird vom Männerchor Beuren und vom Musikverein Arnach musikalisch umrahmt.

Vereinsgeschichte

1866: Deutscher Krieg (keine Aufzeichnungen aus Arnach vorhanden)

1870/71: Deutsch-Französischer Krieg (keine Gefallenen aus Arnach)

30. Juli 1871: Heimkehrerfest

30. Januar 1876: Gründung des Veteranenvereins Arnach mit 25 Veteranen von 1866 bzw. 1870/71 und 14 Nichtveteranen. Vorstand Bernhard Forderer („Löwen“-Wirt), Kommandant Anton Kling


5. Juni 1876: Fahnenweihe mit Gottesdienst, Festzug und Unterhaltung auf dem Festplatz vor dem „Löwen“.

2. Dezember 1876: Die Musikgesellschaft wird als „Ehrenmitglied“ aufgenommen mit der Verpflichtung, bei jedem Ausrücken des Vereins (auch bei Ausflügen) teilzunehmen.

29. Juni 1880: Ausflug nach Sonthofen und Konzert der Musikgesellschaft in der Wirtschaft.

1883: Der Veteranenverein tritt dem Württembergischen Kriegerbund bei.

1883: Namensänderung in Kriegerverein Arnach (die Wurzacher Kriegervereinstatuten wurden übernommen)

Ab 1885 Christbaumfeiern mit Theater im „Löwen“-Saal.

1888: Gaufest der Bezirksvereine in Arnach mit Festzug von ca. 20 Kriegervereinen und einigen Musikkapellen

22. Mai 1899: Fahnenweihe

1914/1918: Erster Weltkrieg mit 176 heimgekehrten sowie 57 gefallenen und vermissten Kriegsteilnehmern aus der Pfarrei Arnach

15. Januar 1919: Heimkehrerfest

6. August 1922: Einweihung des Kriegerdenkmals

29. Juli 1923: Fahnenweihe mit Festzug von neun Kriegervereinen und sieben Musikkapellen (Heusammlung für die Fahne; wegen der Inflation keine Geld-, sondern eine Sachwertsammlung)

24. Mai 1926: 50-Jahr-Feier mit Preisschießen im Kleinkaliberschießen, Festzug mit 17 Kriegervereinen und 9 Musikkapellen

1927: Gründung der „Theatergemeinde Arnach“ als „Dachverein“ von Krieger,- Radfahrer,- und Musikverein sowie des Kirchenchores.

1928: Anbau der Theaterbühne an den „Löwen“-Saal durch die Theatergemeinde Arnach.

1933: Lageplan zum Bau eines Schießstandes für Kleinkaliber an der Gemeindegrube Richtung Übendorf

1939 bis 1945: Zweiter Weltkrieg mit 82 Gefallenen und Vermissten sowie ca. 140 heimgekehrten Kriegsteilnehmern aus der Pfarrei Arnach.

1945: Auflösung des Kriegervereins durch die französische Besatzungsmacht.

Die drei Fahnen wurden 1945 laut mündlicher Überlieferung im Kirchendach versteckt und sind somit erhalten geblieben. Die Schriftführer- und Kassenberichte sind nicht mehr auffindbar.

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20. Dezember 1951: Einweihung des erweiterten Kriegerdenkmals, das nun auch die Namen der Gefallenen des Zweiten Weltkrieges nennt.

19. November 1952: Neugründung der Kriegerkameradschaft Arnach

1965: Erstmalige Teilnahme an der Michaeli-Wallfahrt in Maria Steinbach

31. Juli 1977: 100-Jahr-Feier mit zwölf Kriegervereinen und sechs Musikkapellen. Wegen schlechter Witterung in der Turnhalle (ursprünglich mit dem Boschenfest geplant)

November 1977: Namensänderung in Krieger- und Soldatenkameradschaft Arnach. Es treten Soldaten und Reservisten der Bundeswehr bei.

80er- und 90er-Jahre: jährliche Vereinsausflüge und Weihnachtsfeiern  in der „Kanone“ oder im „Rosengarten“ mit einer Christbaumversteigerung

1982: Gründung der Schützenabteilung für Kleinkaliber. Seitdem wird im Schützenhaus „Maxhof“ in Bad Wurzach auf dem KK-Schießstand geschossen.

1989: Erste Orientierungswanderung

1995: Namensänderung in Soldaten- und Schützenkameradschaft Arnach. Auch für Frauen wird die Kameradschaft geöffnet.

November 1995: Mit Rudolf Ringer stirbt der letzte aktive Kriegsteilnehmer aus dem Ersten Weltkrieg in Arnach.

1996: 120-Jahr-Feier mit Gottesdienst und Fest in der Turn- und Festhalle mit sechs auswärtigen Vereinen aus der Großgemeinde.

1998: Übernahme des Florianstübles der Freiwilligen Feuerwehr Arnach im Gemeindehaus (das im Dritten Reich ausgebaute ehemalige Brauerei-Gebäude hatte im Volksmund lange noch „Hitlerheim“ geheißen). Renovation und Einbau eines Luftgewehr-Schießstandes.

23.05.1999: Einweihung des Schützenkellers im Gemeindehaus.

1999: Die zweite Fahne von 1899 wurde renoviert und ist seitdem wieder die „aktuelle Vereinsfahne“. Die SSK wird ein e.V.

22./23. September 2001: 125-Jahr-Feier mit Festbankett, Gottesdienst und Gemeindefest in der Turn- und Festhalle mit ca. 14 Gastvereinen

2004: Mitglied im WLSB und WSV wegen der Schützenabteilung und des Schießstandes im Schützenkeller.

2012: Abbruch des Gemeindehauses mit Schützenkeller. Übernahme, Umbau und Renovierung der ehemaligen Waschküche im Rathaus zum Schützenstüble.


2015: Eröffnung des Schützenstübles im Rathaus (ohne Schießstand)

Dezember 2019: Mit Fritz Harscher stirbt der letzte aktive Kriegsteilnehmer aus dem Zweiten Weltkrieg unserer Kameradschaft.

2019: Austritt aus dem WLSB und WSV sowie Beitritt zum Kyffhäuserbund.

2020 bis 2023: Coronabedingt kein Schießbetrieb möglich. Lediglich der Kriegerjahrtag (Volkstrauertag) wurde unter den jeweiligen Vorschriften abgehalten.

27. September 2026: 150-Jahr-Feier mit Kirchgang, Festgottesdienst, Kranzniederlegung in der Kirche sowie einem Festakt bzw. Gemeindefest in der Turn- und Festhalle.

Die SSK heute

Heute hat die Kameradschaft 89 Mitglieder, davon neun Ehrenmitglieder (85 Männer, 4 Frauen). Der Verein rückt an Fronleichnam, am Kirchenfest und am Kriegerjahrtag aus, wobei an Fronleichnam vom SSK bewirtet wird.

Außerdem werden die Veteranenwallfahrt in Maria Steinbach und die Soldatenwallfahrt im Gschnaidt in der Regel jährlich besucht. Desweiteren werden Vereinsfeste und auch Beerdigungen von Vereinsmitgliedern entsprechend begleitet. Der jährliche Kriegerjahrtag mit anschließender Generalversammlung wird jeden November organisiert. Ebenso wird die jährliche Kriegsgräbersammlung und die monatliche Papiersammlung organisiert.

Die Schützen treffen sich acht Mal im Jahr zum KK-Schießen in Bad Wurzach im Maxhof (50 m liegend) und sechs Mal zum Großkaliber- und Schrotschießen im Jagdschießstand Herbertingen. Außerdem werden noch andere Schießveranstaltungen wie zum Beispiel das 300-m-Schießen in Kempten besucht.

Alfred Rudhart ist der Erste Vorsitzende (seit 1994). Neben Rudhart sind im Vorstand: Peter Schwarz (Kassier), Christian Krug (Schriftführer) und Jürgen Ebenhoch (Schießleiter). Beisitzer sind Hubert Völkel, Daniel Brzezicha und Benjamin Rudhart. Letzter ist auch Fähnrich, begleitet von Jürgen Ebenhoch und Christian Krug. Kassenprüfer ist Gebhard Baumann.

In den 1980er-Jahren war die Zahl der Mitglieder des 1876 gegründeten Vereins auf 26 abgesunken. Entscheidend für die Belebung des Vereins war die Gründung einer Schützenabteilung. 1982 wurde das unter Leitung von Otto Hierlemann angegangen und unter Gebhard Räth fortgeführt. Auch wurde der Verein für Frauen geöffnet.

Schützenchronik

Um 1790: Schützenbund

1842: Bau einer „Schießstatt“ in Garten des Gasthauses „Adler“

Um 1900 Gründung des Schützenvereins Brugg-Arnach. Dieser bestand bis ca. 1960 (Zimmerstutzen, Schießstand im Gasthaus „Rosengarten“ in Brugg, Nebenzimmer).

Am 27. September wird das 150-jährige Bestehen der Soldaten- und Schützenkameradschaft Arnach gefeiert.

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