Ein traditionsreicher Verein feiert Jubiläum
Arnach – Die Soldaten-und Schützenkameradschaft Arnach (SSK) feiert am Sonntag, 27. September, ihr 150-jähriges Bestehen. Hierzu ist die gesamte Gemeinde eingeladen. Es sind ca. 20 Soldatenkameradschaften sowie die Arnacher Vereine angemeldet. Die Gedenkrede hält Staatssekretär Raimund Haser MdL. Die ganze Feier wird vom Musikverein Arnach sowie vom Männerchor Beuren musikalisch umrahmt. Beginn ist mit einem Gottesdienst. Nachstehend der Ablauf sowie ein historischer Überblick über die Geschichte des Vereins, zusammengestellt von Ortsheimatpfleger Gebhard Baumann. In seinem Abriss spiegelt sich auch sonstige Dorfgeschichte wieder. Er hat – zusammen mit SSK-Mitglied Christian Krug – der Bildschirmzeitung auch zwölf QR-Codes geliefert, über die weiterführende Artikel abgerufen werden können.
8.30 Uhr: Aufstellung zum gemeinsamen Kirchgang mit vielen Vereins- und Fahnenabordnungen. Treffpunkt zur Aufstellung: Turn- und Festhalle Arnach
9.00 Uhr: Festgottesdienst und Gedenkfeier in der Pfarrkirche Arnach
ca. 10.30 Uhr: Abmarsch des Festzuges zur Turn- und Festhalle mit anschließendem gemeinsamen Fahneneinmarsch
ab ca. 10.45 Uhr: Jubiläumsfeier in der Turn- und Festhalle Arnach mit Frühschoppen und Nachmittagsunterhaltung.Es wird ein Mittagstisch sowie Kaffee und Kuchen angeboten.
Der gesamte Festtag wird vom Männerchor Beuren und vom Musikverein Arnach musikalisch umrahmt.
Vereinsgeschichte
1866: Deutscher Krieg (keine Aufzeichnungen aus Arnach vorhanden)
1870/71: Deutsch-Französischer Krieg (keine Gefallenen aus Arnach)
30. Juli 1871: Heimkehrerfest
30. Januar 1876: Gründung des Veteranenvereins Arnach mit 25 Veteranen von 1866 bzw. 1870/71 und 14 Nichtveteranen. Vorstand Bernhard Forderer („Löwen“-Wirt), Kommandant Anton Kling

5. Juni 1876: Fahnenweihe mit Gottesdienst, Festzug und Unterhaltung auf dem Festplatz vor dem „Löwen“.
2. Dezember 1876: Die Musikgesellschaft wird als „Ehrenmitglied“ aufgenommen mit der Verpflichtung, bei jedem Ausrücken des Vereins (auch bei Ausflügen) teilzunehmen.

29. Juni 1880: Ausflug nach Sonthofen und Konzert der Musikgesellschaft in der Wirtschaft.
1883: Der Veteranenverein tritt dem Württembergischen Kriegerbund bei.
1883: Namensänderung in Kriegerverein Arnach (die Wurzacher Kriegervereinstatuten wurden übernommen)
Ab 1885 Christbaumfeiern mit Theater im „Löwen“-Saal.
1888: Gaufest der Bezirksvereine in Arnach mit Festzug von ca. 20 Kriegervereine und einigen Musikkapellen
22. Mai 1899: Fahnenweihe
1914/1918: Erster Weltkrieg mit 176 heimgekehrte sowie 57 gefallene und vermisste Kriegsteilnehmern aus der Pfarrei Arnach.
15. Januar 1919: Heimkehrerfest
6. August 1922: Einweihung des Kriegerdenkmals


29. Juli 1923: Fahnenweihe mit Festzug von neun Kriegervereinen und sieben Musikkapellen (Heusammlung für die Fahne; wegen der Inflation keine Geld-, sondern eine Sachwertsammlung)

24. Mai 1926: 50-Jahr-Feier mit Preisschießen im Kleinkaliberschießen, Festzug mit 17 Kriegervereinen und 9 Musikkapellen
1927: Gründung der „Theatergemeinde Arnach“ als „Dachverein“ von Krieger,- Radfahrer,- und Musikverein sowie des Kirchenchores.
1928: Anbau der Theaterbühne an den „Löwen“-Saal durch die Theatergemeinde Arnach.
1933: Lageplan zum Bau eines Schießstandes für Kleinkaliber an der Gemeindegrube Richtung Übendorf
1939 bis 1945: Zweite Weltkrieg mit 82 Gefallenen und Vermissten sowie ca. 140 heimgekehrten Kriegsteilnehmern aus der Pfarrei Arnach.
1945: Auflösung des Kriegervereins durch die französische Besatzungsmacht.


Die drei Fahnen wurden 1945 laut mündlicher Überlieferung im Kirchendach versteckt und sind somit erhalten geblieben. Die Schriftführer- und Kassenberichte sind nicht mehr auffindbar.

20. Dezember 1951: Einweihung des erweiterten Kriegerdenkmals, das nun auch die Namen der Gefallenen des Zweiten Weltkrieg nennt.

19. November 1952: Neugründung der Kriegerkameradschaft Arnach.<
1965: Erstmalige Teilnahme an der Michaeli-Wallfahrt in Maria Steinbach
31. Juli 1977: 100-Jahr-Feier mit zwölf Kriegervereine und sechs Musikkapellen. Wegen schlechter Witterung in der Turnhalle (ursprünglich mit dem Boschenfest geplant)
November 1977: Namensänderung in Krieger- und Soldatenkameradschaft Arnach. Es treten Soldaten und Reservisten der Bundeswehr bei.
80er- und 90er-Jahre: jährliche Vereinsausflüge und Weihnachtsfeiern in der „Kanone“ oder im „Rosengarten“ mit einer Christbaumversteigerung
1982: Gründung der Schützenabteilung für Kleinkaliber. Seitdem wird im Schützenhaus „Maxhof“ in Bad Wurzach auf dem KK-Schießstand geschossen.
1989: Erste Orientierungswanderung
1995: Namensänderung in Soldaten- und Schützenkameradschaft Arnach. Auch für Frauen wird die Kameradschaft geöffnet.
November 1995: Mit Rudolf Ringer stirbt der letzte aktive Kriegsteilnehmer aus dem Ersten Weltkrieg in Arnach.
1996: 120-Jahr-Feier mit Gottesdienst und Fest in der Turn- und Festhalle mit sechs auswärtigen Vereinen aus der Großgemeinde.
1998: Übernahme des Florianstübles der Freiwilligen Feuerwehr Arnach im Gemeindehaus (das im Dritten Reich ausgebaute ehemalige Brauerei-Gebäude hatte im Volksmund lange noch „Hitlerheim“ geheißen). Renovation und Einbau eines Luftgewehr-Schießstandes.

23.05.1999: Einweihung des Schützenkellers im Gemeindehaus.
1999: Die zweite Fahne von 1899 wurde renoviert und ist seitdem wieder die „aktuelle Vereinsfahne“. Die SSK wird ein e.V.
22./23. September 2001: 125-Jahr-Feier mit Festbankett, Gottesdienst und Gemeindefest in der Turn- und Festhalle mit ca. 14 Gastvereinen
2004: Mitglied im WLSB und WSV wegen der Schützenabteilung und des Schießstandes im Schützenkeller.
2012: Abbruch des Gemeindehauses mit Schützenkeller. Übernahme, Umbau und Renovierung der ehemaligen Waschküche im Rathaus zum Schützenstüble.


2015: Eröffnung des Schützenstübles im Rathaus (ohne Schießstand)
Dezember 2019: Mit Fritz Harscher stirbt der letzte aktive Kriegsteilnehmer aus dem Zweiten Weltkrieg unserer Kameradschaft

2019: Austritt aus dem WLSB und WSV sowie Beitritt zum Kyffhäuserbund.
2020 bis 2023: Coronabedingt kein Schießbetrieb möglich. Lediglich der Kriegerjahrtag (Volkstrauertag) wurde unter den jeweiligen Vorschriften abgehalten.
27. September 2026: 150-Jahr-Feier mit Kirchgang, Festgottesdienst, Kranzniederlegung in der Kirche sowie einem Festakt bzw. Gemeindefest in der Turn- und Festhalle.
Die SSK heute
Heute hat die Kameradschaft 89 Mitglieder, davon neun Ehrenmitglieder (85 Männer, 4 Frauen). Der Verein rückt an Fronleichnam, am Kirchenfest und am Kriegerjahrtag aus, wobei an Fronleichnam vom SSK bewirtet wird.
Außerdem werden die Veteranenwallfahrt in Maria Steinbach und die Soldatenwallfahrt im Gschnaidt in der Regel jährlich besucht. Desweiteren werden Vereinsfeste und auch Beerdigungen von Vereinsmitgliedern entsprechend begleitet. Der jährliche Kriegerjahrtag mit anschließender Generalversammlung wird jeden November organisiert. Ebenso wird die jährliche Kriegsgräbersammlung und die monatliche Papiersammlung organisiert.
Die Schützen treffen sich acht Mal im Jahr zum KK-Schießen in Bad Wurzach im Maxhof (50 m liegend) und sechs Mal zum Großkaliber- und Schrotschießen im Jagdschießstand Herbertingen. Außerdem werden noch andere Schießveranstaltungen wie zum Beispiel das 300-m-Schießen in Kempten besucht.
Schützenchronik
Um 1790: Schützenbund
1842: Bau einer „Schießstatt“ in Garten des Gasthauses „Adler“
Um 1900 Gründung des Schützenvereins Brugg-Arnach. Dieser bestand bis ca. 1960 (Zimmerstutzen, Schießstand im Gasthaus „Rosengarten“ in Brugg, Nebenzimmer).

Am 27. September wird das 150-jährige Bestehen der Soldaten- und Schützenkameradschaft Arnach gefeiert.
Unter dem roten Download-Balken in der rechten Spalte haben wir einen von Gebhard Baumann und Christian Krug konzipierten Zeitstrahl hinterlegt. In den Zeitstrahl sind weitere QR-Codes eingearbeitet.








